Endlich geht’s los

Flug von Frankfurt nach La Romana, Dominikanische Republik.

Rollfeld Frankfurt am Main

Jetzt ist es endlich so weit. Nach Wochen der Vorbereitung sitze ich mit Hans-Peter im Flieger von Frankfurt nach La Romana, um meine Reise, die mich in einem Jahr einmal um den Globus bringen wird, zu starten.

Hans-Peter und Peter

Der Condorflug DE 3844 ging relativ pünktlich raus und schon die Zeit am Airport verging wie im Fluge. Mümtaz, ein sehr guter Freund, Nachbar und zudem Inhaber meiner Lieblingsbar in Frankfurt, der „barhundert“, hat uns heute Früh zum Flughafen gefahren, obwohl auch er nur eine kurze Nacht hatte. Danke nochmal Mümtaz!

Mit Hans-Peter werde ich jedenfalls die ersten 2 Wochen meiner Reise auf einer AIDA Kreuzfahrt in der Karibik verbringen. So lernen wir auch diese Region der Erde mal kennen und können uns einen Überblick verschaffen, wo es sich lohnt, nochmal zu einem späteren Zeitpunkt hinzureisen und mehr Zeit zu verbringen.

Auch wenn ich nicht erst seit gestern wusste, daß heute Früh Abflug sein würde, so war es zum Schluß dann doch wieder hektisch und eng. Ich plane meine Reisen zwar immer sehr akribisch im Voraus, aber ich habe es tatsächlich noch nie geschafft mein Gepäck schon 1-2 Tage vorher fertigzupacken.

Eigentlich brauche ich nach dem ersten Packen immer noch ein bisschen Bedenkzeit, um genau die Gegenstände wieder auszusortieren, die ich zu viel eingepackt habe. Leider hatte ich dazu keine Zeit mehr heute Morgen und ich denk ich schleppe wieder mal zu viel Gewicht mit mir herum, auch wenn ich auf dieser langen Reise schon das ein oder andere brauchen werde.


Hans-Peter meinte sich an ein Zitat zu erinnern, das da lautet: „Das Gepäck ist der Feind des Reisenden!“ Wer auch immer das gesagt hat, er hat recht!


Auf die Kleidung bezogen, habe ich nur das absolute Minimum dabei. Was das Gepäck so schwer macht sind meine ganzen Ausrüstungsgegenstände, mit denen ich mich für und gegen alle möglichen Eventualitäten wappne. Am Ende kommt beim Erstehilfeset inklusive Desinfektionsspray auch ein gutes Kilo zusammen. Moskitomittel, Sonnenschutz und Kontaktlinsenflüssigkeit wiegen auch einiges und da der Reiseschwerpunkt ja auf der Inselwelt der Südsee liegt, brauchte ich zumindest ein Minimum an Tauch- und Schnorchelausrüstung.

So summiert sich Kilo um Kilo. Und da ich meine Reisen ja immer gern auch bildlich festhalte, trägt das Kamera-Equipment, das ich zum ersten Mal auch um eine kleine Dji Mavic Air Drohne erweitert habe, zum Gesamtgewicht bei. Macbook und iPad inklusive aller Ladekabel und Steckeradapter geben der Waage dann noch den Rest. 

Schon jetzt habe ich Hans-Peter angedroht, dass er noch ein paar Kilo wieder mit zurück nach Deutschland nehmen müsse, wenn er nach unserer zweiwöchigen Kreuzfahrt, mit der meine Weltreise beginnt, wieder in die Heimat fliegt. Was das genau sein wird, dass muss ich noch entscheiden, zum Glück hat er noch etwas Luft in seinem Koffer.


Mach es Pit!

Wenn man mich jetzt jemand fragen würde, wie es sich anfühlt, auf eine so große und lange Reise zu gehen, dann müsste ich ehrlich antworten, dass es sich zumindest im Moment auch nicht anders anfühlt, als bei meinen ganzen anderen Reisen. Wahrscheinlich brauche ich noch ein bisschen, um das wirklich zu realisieren.

Zu sehr begleiten mich noch die Eindrücke der letzten Tage, die mich noch in der Welt zuhause gefangen halten. Herzliche Verabschiedungen von wirklich lieben Menschen aus meinem Arbeitsumfeld und vor allem aus meinen wirklich tollen Freundes- und Bekanntenkreis.


Man kann sich wirklich glücklich schätzen, wenn man wenn man so eine große und besondere „Familie“ hat. Es sind die Freunde, die dich reicher machen als alles Geld der Welt.


Meine Freunde waren es auch, die mich aufgefangen haben, als meine liebe Mama im Februar 2018 so plötzlich und unerwartet von uns gegangen ist. Eine tolle Frau, die das Leben geliebt hat und mit der ich viele wunderbare Reisen unternehmen durfte. Selbst im hohen Alter war sie mir ein prima Weggefährte. Und alles was ich habe, tue oder bin, habe ich ihr zu verdanken – eben auch die Lust am Reisen.


Die beste Mama der Welt

Nach Mamas Tod bin ich erstmal in ein Loch gefallen. Glücklicherweise hat mein liebe Schwester mir sehr viel abgenommen und damit aber auch sehr viel auf sich genommen. Sie weiß gar nicht, wie dankbar ich ihr bin, denn ohne sie hätte ich das gar nicht durchgestanden.

Es hat lange gebraucht, bis ich wieder zu mir gefunden habe und dabei diese innere Stimme vernommen habe, die zu mir gesprochen hat, wie es auch meine Mutter immer getan hat, wenn ich mal wieder eine ausgefallene Idee hatte:


„Mach es Pit – wenn ich es gekonnt hätte, ich hätte es auch gemacht!“


Deshalb habe ich beschlossen drei meiner Lebensträume in die Tat umzusetzen und sie nicht länger aufzuschieben.

Ich hatte mir schon immer gewünscht, mal ein ganzes Jahr Zeit zum Reisen zu haben.

Ich hatte mir gewünscht, einmal um den ganzen Globus zu reisen.

Und ich hatte mir gewünscht endlich mal die Südsee mit ihren unzähligen Inselwelten zu bereisen. Eine Region dieses Planeten, wo ich regelmäßig Tränen in den Augen hatte, wenn ich Bücher oder Reportagen dazu angeschaut habe. Einfach Fernweh pur!


Ich hab dann als erstes meinem Schwesterchen erzählt, was ich für mein Seelenheil brauchen würde. Und auch wenn sie der Gedanke, mich ein Jahr nicht sehen zu können sehr traurig gestimmt hat, so kennt sie mich doch sehr gut und weiß, wie wichtig mir das Reisen und Erkunden ferner Länder und Kulturen ist.

Nachdem sie mir grünes Licht gegeben hat, vor allem auch was die Finanzierung anbelangt, habe ich alles notwendige in die Wege geleitet diese Reise in Tat umzusetzen.

Dabei hat sich irgendwie von Anfang an alles so reibungslos ineinander gefügt, dass es sich absolut richtig anfühlt, genau jetzt diese lang ersehnte Reise zu unternehmen. 

Angefangen von einer super Reiseplanung für den gesamten Südseebereich, bei dem mich eine Münchner Reiseagentur unterstützt hat, die der absolute Südsee-Spezialist ist, bis dahin, das mein lieber Freund Jonas zusammen mit seiner Partnerin Johanna für die Dauer meiner Reise meine Frankfurter Wohnung übernimmt.

Alles ist so, wie es sein soll. Und alles ist Gut!

Danke liebes Schwesterchen!

Die Zeit vergeht wie im Flug

Es gibt ja den schönen Spruch: „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben!“ Daß das stimmt weiß jeder, aber daß mein erstes tolles Erlebnis schon gleich auf dem Flug passiert, damit hätte ich nicht gerechnet.

Als ich zwischendrin Lust auf einen Kaffee hatte, bin ich schnell nach hinten in die Flugzeug-Gally, da der nächste Service noch etwas dauern würde.

Dabei kam ich mit einem sehr netten Flugbegleiter ins Gespräch der dort gerade zugange war. Und irgendwie kamen wir dabei dann auch darauf, dass der Vater meines Patenjungen Pilot bei der Condor ist.

Nachdem ich ihm den Namen gesagt habe, kam ganz spontan, „Ich glaube, den kenn ich. Der war mit einem kleinen blonden Jungen auf einem Flug. Der Junge hat sich wärend des Fluges nützlich gemacht und sogar den Müll eingesammelt. Ich kann mich noch gut an den Kleinen erinnern.“

Ja, das war dann wohl Niklas, mein kleiner Sonnenschein, der mit seiner Lebensenergie die Menschen in seinem Umfeld schnell einzunehmen vermag.


Mit einem Tee für mich, einem Kaffee für Hans-Peter und einem Lächeln im Gesicht habe ich mich dann wieder zurück zu unserem Platz begeben und Hans-Peter von dem “Zufall” erzählt.

Ungefähr 10 Minuten später haben wir beide dann nicht schlecht gestaunt, als plötzlich die liebe Stewardess von vorn aus der Gally kam und ein Tablett mit 2 Gläschen Champagner und 2 leckeren Törtchen aus der Business Class zu uns in die Eco kam und meinte, sie habe gehört, es sei ein „Angehöriger“ an Bord und dies sei eine kleine Aufmerksamkeit der Crew.

Champagner Empfang

Wow! Ich bin wirklich zu Tränen gerührt. 


Kurz darauf kam dann der nette Flugbegleiter nochmal an unseren Platz und hält mir sein Handy hin … und wen seh ich darauf, den kleinen Niklas, auf dem besagten Flug, wie er grad mit einer Stewardess schäkert.

Da sitze ich viele tausend Meter über der Erde in einem Flugzeug von Frankfurt in die Karibik, und mein Patenjunge Niklas beschert mir einen Champagner Empfang und wünscht mir damit Glück für meine lange Reise.

Danke mein lieber Niklas!

Welcome on Board

Ankunft in La Romana, Dominikanische Republik und Transfer zum Kreuzfahrtschiff AIDAperla.

Am Nachmittag sind wir dann nach einem entspannten Flug in der Dominikanischen Republik gelandet. Es ist noch immer der 29. November 2018. Das ist der Vorteil, wenn man mit der Zeit um die Erde reist.

Rollfeld La Romana
Cruise Terminal La Romana

Hier am Flughafen von La Romana hat uns die AIDA wirklich alles unangenehme abgenommen. Vom Flieger ging es direkt in den Bus und zum Schiff. Keinen Koffer abholen, keinen Pass vorzeigen, einfach zum Check-In am Pier, Bordkarte entgegen nehmen und ab an Bord.


Was mich besonders gefreut hat ist, dass ich schon gleich beim Boarding zwei nette Kollegen von der AIDA getroffen habe, die ich zuletzt auf der Dubai Reise gesehen hatte, als ich dort im Dezember 2017 als Lektor auf der AIDAstella unterwegs war.

Witzigerweise wußte Clarissa, die für den Spa-Bereich zuständig ist, bereits von meinem Kommen. Unsere gemeinsame Freundin Melissa, die mich und Hans-Peter beim Fitness auf der AIDAstella immer so schön auf Trapp gehalten hat, hatte Clarissa schon informiert. Die Welt ist halt doch klein.


Hans-Peter und ich haben jedenfalls eine kleine gemütliche Innenkabine, in der allerdings mehr als genug Platz ist. Ein schönes funktionales Bad rundet das Zimmerchen ab – was braucht man mehr.

Kabine 11441

Nach einer Weile waren auch die Koffer da, und so konnten wir uns für die nächsten 2 Wochen einrichten.

Das ist ein wirklicher Vorteil bei einer Kreuzfahrt. Einmal auspacken und danach nur noch kleines Handgepäck für die Ausflüge an Land. Das Hotelzimmer reist immer mit.

Am Abend haben wir dann noch die notwendige Seenotrettungsübung durchgeführt, die jeder Gast zu Beginn einer solchen Kreuzfahrt absolvieren muss, damit er im Notfall weiß, wo die Rettungswesten sind, wie man diese anlegt und wo die Sammelpunkte sind.

Danach bin ich wie ein Stein in die Koje gefallen und weg war ich.


Schiff Ahoi!

Meer so weit das Auge reicht

Seetag auf der AIDAperla. Überfahrt von La Romana nach Willemstad Curaçao – 390 Seemeilen (722 Kilometer)

Heute morgen waren wir schon früh wach, denn in Deutschland wäre es ja schon mitten am Tage. Und trotz der Müdigkeit, die wir noch immer mit uns herumschleppen, sind wir dann auch zeitig aufgestanden.

Ein Meer wie gemalt

Zum Frühstück gab’s einfach ein bisschen Ei und leckeren Räucherlachs und dazu einen Kaffee – und schon kann der Tag kommen. 

Wir waren noch dabei den letzten Tropfen vom Kaffee zu genießen, als ich plötzliche ein “Peter … bist Du es?” vernommen habe. Als ich aufgeblickt habe, stand da tatsächlich “Ruben”, ein Freund aus Frankfurt. Die Welt kann manchmal sooo klein sein.

Ruben ist mit seinem Freund bereits vor einer Woche auf Barbados aufgestiegen und hat demnach auch noch ein Woche vor sich. Ich denke, wir werden die Zeit auf jeden Fall mal für gemeinsame Unternehmungen an Land nutzen.

Ansonsten war es eher ein ruhiger Tag. Hans-Peter hat sich bald aufs Sonnendeck verzogen und ich habe mit Kemane weiter an diesem Blog hier gearbeitet. Ich vom Schiff aus und Kemane vom Senegal aus, wo er gerade ein paar Verwandte besucht und das Land erkundet.

Glücklicherweise habe ich mich für das Internet Package mit Flatrate entschieden. Es war zwar extrem teuer, aber ich habe jetzt schon so viel Datenvolumen verbraucht, dass das 4 Gigabyte Package nicht lange gehalten hätte, was auch schon bei etwa 120 Euro lag. Jetzt hab ich etwas mehr als 200 Euro bezahlt, aber dafür sozusagen 2 Wochen lang eine Standleitung.

In einer Arbeitspause habe ich dann auch noch ein bisschen Sonne getankt und anschließend zusammen mit Hans-Peter das riesige Schiff erkundet. Wir verlaufen uns aber immer noch regelmäßig, was bei den langen Gängen wirklich fatal sein kann.

Endlose Gänge

Abends waren wir vor dem Essen noch im Sport. Und bevor die Sonne untergegangen ist, habe ich die Weite des Meeres noch mal kurz festgehalten. Morgen erreichen wir ja Willemstad auf Curaçao.

Gleich ist sie weg

Wir sind gespannt auf den morgigen Tag.

Blue Curaçao

Ankunft in Willemstad Curaçao. Inselrundfahrt mit Schildkröten, Schweinen und Flamingos.

Noch bevor wir heute wach geworden sind, hatte das Schiff bereits am Pier von Willemstad, der Hauptstadt von Curaçao angelegt.

AIDAperla in Curaçao

Zum Frühstück gab es wieder unser obligatorisches Rührei mit Lachs und dazu einen Kaffee. Heute mussten wir uns etwas beeilen, denn wir hatten uns mit unseren Freunden aus Frankfurt zu einem gemeinsamen Landausflug verabredet.

Der Plan war eigentlich, mit einem Taxi gemeinsam zum Strand von Porto Mari zu fahren, von dem man sagt, dass es hier ähnlich wie auf Big Major Cay auf den Bahamas “schwimmende Schweine” gibt.

Curaçao Map

Am Pier haben wir uns dann nach den Taxipreisen erkundet. Circa 60 Euro sollte die Fahrt „one way“ kosten. Geteilt durch 4 wäre das ja ganz akzeptabel, aber wir würden dabei auch nur einen Platz auf der Insel kennenlernen.

Also haben wir noch ein bisschen weiter geschaut bei den Ausflugs-Ständen am Pier, wo örtliche Reiseagenturen ihre Touren anbieten.

Relativ schnell haben wir dabei eine Tour gefunden, die uns bis zum nordwestlichsten Zipfel der Insel Curaçao bringt und bei der wir mehr als nur einen Strand kennenlernen können.

Die Tour kostet zwar stolze 50 Dollar pro Person, aber dafür sind wir auch fast den ganzen Tag unterwegs.

Irgendwie hat uns die freundliche und gelassene Art unserer Fremdenführerin „Laika“ gleich eingenommen. Und so haben wir den Trip gebucht – eine gute Entscheidung!

Laika von Curacçao Royalty VIP Tours

Laika, deren voller Name Zilaichka Siele lautet, und die bei „Curaçao Royalty VIP Tours“ als Guide und Taxifahrer arbeitet, spricht mindestens 4 Sprachen. Darunter Englisch, Spanisch, Niederländisch und Papiamentu.

Papiamentu ist laut Wikipedia eine Kreolsprache mit circa 263.000 Sprechern, die in der Karibik auf den ABC-Inseln sowie auf Sint Eustatius und Saba gesprochen wird.

Die Tour beginnt jedenfalls hier in der Hauptstadt Willemstad und führt dann durch den westlichen Teil der Insel, hin zu den schönsten Stränden von Curaçao.

Los geht`s!

Mit Laikas Taxi-Van, das unserer Vierer-Gruppe und noch 2 weiteren Gästen mehr als ausreichend Platz bot, sind wir also zuerst zu einer kleinen Stadtrundfahrt durch Willemstad aufgebrochen.

Taxischild Curaçao

Laika hatte einige Geschichten auf Lager, von denen ich nachher noch berichten werde, wenn wir ein bisschen durch Willemstad bummeln.

Die Fahrt in den Westen der Insel war jedenfalls sehr kurzweilig, da Laika so viel Interessantes zu erzählen hatte.

Unser erstes Ziel war der „Schildkrötenstrand“ von Playa Piskado, der schon fast am Westpoint von Curaçao liegt. Die Besonderheit dieses Strandes sind auch tatsächlich die Grünen Meeresschildkröten, die von den Einheimischen hier mit Fischresten gefüttert werden, was die jungen Meeresschildkröten häufig an den Pier lockt.

Playa Piskado Curaçao

Als wir nach ca. 45 Minuten Fahrt hier am Playa Piskado angekommen und ins Wasser sind, konnte man die wunderschönen Meerestiere jedenfalls gleich ausmachen. 

Meeresschildkröte Playa Piskado Curaçao

Neben einem Schild, das auf die Verhaltensregeln am Strand hinweist, befindet sich auch eine Infotafel mit Erläuterungen zu den Schildkröten.

Hinweistafel Playa Piskado Curaçao
Verhaltensregeln Playa Piskado

Neben den Schildkröten gab es natürlich auch noch viel mehr an Unterwasser-Fauna zu sehen. Man musste nur ein wenig an den Felsen entlang schwimmen, die den Strand an seiner rechten Seite begrenzen.

Hier ein paar kleine Einblicke in die Unterwasserwelt am Playa Piskado auf Curaçao.

Bevor wir dann zum nächsten Strand aufgebrochen sind, hatte sich mir dieser, ebenfalls von den Fischresten angezogene Pelikan noch vor die Kameralinse geschoben. Wie es aussah, war er wohl nicht zum ersten mal da und an die Menschen gewöhnt.

Pelikan am Playa Piskado Curaçao

Nach einer kurzen Fahrt haben wir dann den wunderschönen Strand „Playa Kenepa Grandi“ erreicht.

Playa Kenepa Grandi Curaçao

Von einem Aussichtspunkt, der auf dem Weg vom Parkplatz zum Strand liegt, hat meinen einen tollen Überblick über die gesamte Bucht.

Panoramablick Playa Kenepa Grandi Curaçao

Den schönen Hintergrund haben wir dann auch gleich mal genutzt, um ein gemeinsames Foto zu machen mit Ruben und Giuseppe, unseren Freunden aus Frankfurt, die wir auf dem Schiff getroffen haben und mit denen wir den ein oder anderen Ausflug unternehmen.

Hans-Peter – Peter – Ruben – Giuseppe am Playa Kenepa Grandi Curaçao.

Von hier aus sind es nur noch ein paar Stufen runter zum Strand, mit seinem feinen Sand und türkisblauen klaren Wasser.

Baden im klaren Wasser am Playa Kenepa Grandi Curaçao.

An manchen Stellen kann man hier auch von den Felsen ins Wasser springen. Ruben und Guiseppe haben das auch mal ausprobiert. Ich habe da immer viel zu viel Respekt vor und Bammel, irgendwo auf einem Unterwasserfelsen zu landen.

Was man hier übrigens auch nicht machen sollte, ist von den kleinen Früchten zu essen, die hier am Aussichtspunkt auf einem großen Baum wachsen. Aber das Hinweisschild ist ja auch nicht zu übersehen.

Hinweisschild auf die giftigen „Manzanilla Fruits“ Curaçao

Nach einem schönen Aufenthalt hier an den Playa Kenepa Grandi, haben wir die Fahrt Richtung „Playa Porto Mari“ fortgesetzt.

Unterwegs hat uns Laika noch zu einem Aussichtspunkt gefahren, von dem man einen schönen Panoramablick über einen Teil der Insel hat.

Panorama Lagunenlandschaft Curaçao

Während wir die Aussicht genießen, wärmen sich die kleinen Eidechsen hier auf den Felsen ihre Bäuchlein.

Eidechse Curaçao

Bald darauf waren wir am Playa Porto Mari, von dem man sagt, dass hier ab und an auch die Schweine ins Salzwasser gehen – was sie allerdings wohl hauptsächlich dann machen, wenn sie gefüttert werden – was wiederum verboten ist.

Strandschild Playa Porto Mari auf Curaçao

Wie dem auch sei, bei unserer Ankunft haben wir jedenfalls nur ein Schweinchen dick und faul am Wegesrand in einer Wasserpfütze stehen sehen.

Wegweiser Playa Porto Mari

Wie man sieht, gibt es hier viele Möglichkeiten seine Zeit zu verbringen. Tauchen, Massage, Kayak fahren … wir wollten eigentlich nur an den Strand.

Hier gehts zum Beach

Unten am Strand angekommen, hat sich der Himmel dann aber auf einmal bedrohlich verdunkelt und wir haben mit unseren Sachen lieber mal Schutz gesucht in der kleinen angrenzenden Beach-Bar.

Keine Sekunde zu früh, denn schon eine Minute später hat ein sintflutartiger Regenschauer sämtlichen Staub und Sand der Straße mit einem Sturzbach ins Meer gespühlt. 

Das türkisblaue Wasser hat sich schlagartig braun gefärbt und das „Wasserschwein“ dann auch nicht lange auf sich warten lassen.

Schwein am Playa Porto Mari auf Curaçao

Auch wenn es hier also tatsächlich ein paar Schweinchen am Strand gibt, so hatten die Menschen, die hier für die Sauberkeit zuständig sind, immerhin eine schöne Idee, wie man den Strand davor bewahren kann wie ein Saustall auszusehen.

Mitnehm-Aschenbecher aus alten Getränkedosen am Playa Porto Mari auf Curaçao

Alte Cola- und Bierdosen ohne Deckel werden in einem Multi-Getränkedosenhalter als Aschenbecher für den Strand angeboten. Dose mit zum Strand nehmen, Asche rein, vor dem Gehen im Mülleimer ausleeren und hier wieder abstellen.

Ashtray for the day – eine saugute Erfindung am Playa Porto Mari!

Obwohl der Regen genauso schnell wieder aufgehörte, wie er begonnen hatte, schien sich das mit dem türkisblauen Wasser nunmehr erledigt zu haben. Wir beschlossen daher, diesen schönen Strand schon etwas früher zu verlassen und uns auf den Weg zu den Flamingos zu begeben, die ebenfalls ein Ziel unserer Tagestour waren. 

Flamingos Jan Kok Saltflats Curaçao

Laika hat uns dafür zu den „Jan Kok Saltflats“ gebraucht, wo wir Flamingos aus der Ferne betrachten konnten. Da die rosanen Stelzvögel doch in ziemlicher Entfernung durch das Wasser wanderten, war ich froh, sie etwas heranzoomen zu können.

Flamingos finden sich hier auf den ABC Inseln an vielen verschiedenen Stellen. Meist kann man sie eben nur aus der Ferne betrachten. Aber auf Aruba gibt es auch die Möglichkeit ihnen ganz nahe zu kommen. Darüber berichte ich, wenn wir auf der Insel sind.

Oldtimer am Wegesrand in Curaçao

Zum Abschluß unserer Tour stand für uns noch die Hauptstadt Willemstad auf dem Programm.

Diese von den Holländern geprägte pittoreske Stadt erinnert mit seiner am Wasser gelegenen Häuserfront ein wenig an die bunten Häuser von Kopenhagen. 

Häuserfront in Willemstad auf Curaçao

Wahrzeichen der Stadt ist jedoch die interessante alte Pontonbrücke „Königin-Emma-Brücke“, die die Einheimischen liebevoll einfach „Emma“ nennen.

Das Besondere an dieser schwimmenden Brücke aus dem Jahr 1886 ist, dass man sie zum Öffnen komplett aufschwenken kann.

Schwimmbrücke “Emma” in Willemstad auf Curaçao

Dabei erklingt dann ein Signalton, der einem sagt, dass man die Brücke nun entweder schnell verlassen sollte, oder – wenn erst einmal geöffnet – auf ihr ausharren muß, bis sie wieder geschlossen ist.


Laika meinte, wenn man noch nie das Gefühl verspürt hat, wie es ist betrunken zu sein, dann solle man einfach mal über diese Brücke laufen.


Wenn nur ein kleines Boot kommt, dann ist die Brücke innerhalb von 10 Minuten geöffnet und auch wieder geschlossen. Aber es kann auch sein, dass man mal bis zu einer Stunde auf der Brücke gefangen ist, meinte Lanka. Dies sei ihr selbst auch schon mal passiert.

Über diese Brücke erreicht man jedenfalls die schöne Altstadt mit den tollen Kolonialhäusern im Stadtteil „Punda“.

Auf der anderen Seite in Punda angekommen kann man links die schöne alte Häuserzeile von Willemstad bestaunen.

Haus in Willemstad auf Curaçao

Wenn man nach rechts geht, kommt man zum alten Fort Amsterdam, das in seinem Innenhof eine kleine Besonderheit verbirgt.

In dem Fort, das die größte Festung auf den ABC Inseln ist und zudem die bedeutendste auf der Insel Curaçao, befindet sich heute das Inselparlament und das Ministerium, ein Museum und zudem eine Kirche, bei der es sich lohnt mal genauer auf die Fassade zu schauen.

“Fortkerk” Willemstad Curaçao

Auf den ersten Blick kann man an der Fassade, der so genannten „Fortkerk“, nichts Besonderes erkennen. Doch Laika meinte wir sollten mal ganz genau oben links an die Wand schauen. Dort kann man ein braunschwarzes Objekt ausmachen, welches leicht aus der Mauer herausragt.

Es handelt sich dabei um eine Kanonenkugel, die noch heute hier im Mauerwerk steckt. Sie stammt aus dem 26 Tage andauernden Beschuss im Jahre 1804, als der legendäre Kapitän Bligh versucht hat Willemstad zu erobern.

Kapitän Bligh wurde berühmt durch die „Meuterei auf der Bounty“.

Beim Heranzoomen kann man die Kanonenkugel noch gut erkennen.

Kanonenkugel in der Fassade der Fortkerk Willemstad Curaçao

Eine weitere Kuriosität gibt es auch zum alten Plaza Hotel hier direkt am Fort Amsterdam. Dieses Hotel liegt sehr nah am Hafeneingang und man sagt, es sei das einzige Hotel, dass eine Versicherung gegen Schiffskollisionen besitze.

Altes Plaza Hotel Willemstad Curaçao

Nach der Besichtigung der Fortkerk sind wir noch ein bisschen durch die Stadt geschlendert, vorbei an all den schönen Gebäuden die eigentlich zum längeren Verweilen einladen.

Arcade in Willemstad Curaçao

Aber da wir ja zeitig wieder auf dem Schiff sein mussten, haben wir uns lediglich noch ein original „Brion“ Curaçao Bierchen gegönnt, bevor wir uns auf den Rückweg gemacht haben.

Local Beer „Brion“ Curaçao

Curaçao hat einen gewissen Charme und vor allem noch mehr lohnenswerte Orte zu besichtigen. Ich würde gern nochmal hierher kommen.

Tauchparadies Bonaire

Inselrundfahrt im Norden Bonaires, 1000 Steps und Schnorcheln am Coco Beach.

Heute haben wir uns wieder mit Ruben und Giuseppe verabredet, um gemeinsam die Insel Bonaire zu erkunden. In der Regel spart man dabei immer ein bisschen Geld, wenn man sich den Transport teilt.

Taxischild Bonaire

Hier auf den Inseln ist es jedoch so, dass dies nur bei einer normalen Taxifahrt Sinn macht, bei der man den Preis des Taxis tatsächlich durch die Anzahl der Fahrgäste teilen kann. 

Da man hier meistens pro Person zahlt, lohnt es sich nicht wirklich und man kann auch einen Transport alleine nehmen. 

Es werden mehrere Touren über die Insel angeboten. Wir haben uns für die Nordtour entschieden, weil man uns gesagt hat, da könne man mehr vom Inneren der Insel kennenlernen.

25 US Dollar pro Person erschien uns auch nicht zu teuer, und so haben wir uns mit unserem Fahrer auf den Weg gemacht.

Unterwegs haben wir noch einen kleinen Stopp eingelegt, damit Hans-Peter sich eine Tauchmaske und einen Schnorchel holen konnte, denn es gibt hier auf den Inseln ja einiges unter Wasser zu entdecken.

Shop in Kralendijk Bonaire

Unser erstes Ziel war die Beachroad von Klarendijk, wo wir einen kleinen Stop am „Wishtree“ eingelegt haben, an dem die Menschen ihre gebrauchten Schuhe und Slippers hängen – das soll zumindest Glück bringen.

“Wishtree” Kralendijk Bonaire

Und so hängt der ganze Baum voll mit den Wünschen der Menschen von Bonaire. Ein Wunsch sollte dabei auf jeden Fall in Erfüllung gehen, nämlich weniger Plastikschuhe im Meer.

Schild am Wunschbaum Kralendijk Bonaire

Wenn man sich an dieser Stelle umdreht, dann schaut man übrigens auf diese skurile Wand aus alten Nummernschildern der unterschiedlichsten Länder.

Nummernschilder Bonaire

Es gibt immer mal wieder etwas Besonderes zu entdecken. Zum Beispiel die Art und Weise, wie hier auf der Insel mancherorts Zäune angelegt sind.

Dabei werden die typischen langen Kakteen der Insel an Drahtzäunen so gegeneinander gepflanzt, dass sie eine Kakteenwand erzeugen, durch die nicht mal Katzen schlüpfen können, meinte unser Fahrer und Tour Guide.

Kaktusmauer Bonaire

Wir sind dann weiter an der Küste entlang gefahren zu einem Punkt, an dem Treppenstufen die Steilküste hinunter führen, den sogenannten „1000 Steps“.

Den Treppeneingang kann man eigentlich gar nicht verfehlen, denn links und rechts neben der steinernen Treppe finden sich zwei gelbe Steine mit der Aufschrift „1000 Steps“.

1000 Steps Steinmarkierung Bonaire

Interessanterweise sind es aber gar keine tausend Stufen, wenn man hier den Weg bis hinunter zum Strand wählt.

1000 Steps Treppenaufgang Bonaire

Der Grund, warum man hier von 1000 Stufen spricht, hat mehr etwas mit einer Hauptbeschäftigung auf Bonaire zu tun, dem Tauchen. Denn auf der Insel wird sehr häufig direkt vom Strand aus getaucht, der hier an einer kleinen Steilküste liegt. Um dort hin zu gelangen, muss man also die paar Stufen zum Strand hinunter. Und das mit voller Tauchausrüstung.

Sich bei diesen Temperaturen, im schwarzen Neoprenanzug und mit Bleigurt und Pressluftflaschen ausgestattet hier herunter zu begeben – und vor allem später wieder rauf zu schleppen – lässt einen empfinden, 1000 Stufen bewältigt zu haben. Und genau daher kommt auch der Name – von den unzähligen Tauchern auf der Insel Bonaire.

Diese sind so allgegenwärtig, dass sie sogar ihre eigenen Verkehrsschilder haben.

„Achtung Taucher kreuzen die Straße“ bedeutet dieses Schild, dass einem allerorts an den Uferstraßen begegnet.

Achtung Taucher Bonaire

Ein weiteres Schild, das für uns eher ungewöhnlich ist, weist auf die “wilden” Esel hin, die man irgendwann mal als Haustiere verbannt und in die Freiheit entlassen hat.

Achtung Esel Bonaire
Achtung Esel Bonaire

Auf dem Rückweg Richtung Strand haben wir noch eine Stopp an diesem eher christlich geprägten Aussichtspunkt gemacht, dem sogenannten „Seru Largu“.

Seru Largu Bonaire

Letzter Punkt unseres Inselprogramms war heute ein Besuch am „Coco-Beach“, einem schönen Strand unweit von Kralendijk.

Wegweiser zum Coco Beach Bonaire

Dem Hinweisschild folgend war der Strand gleich um die Ecke.

Panorama Coco Beach Bonaire

Ich habe hier auch wieder ein paar Tests mit dem neuen Unterwassergehäuse fürs iPhone gemacht. Und ich muss sagen, der Kauf war eine gute Investition.

Coco Beach Shadow Bonaire

Auch wenn ich das Erste, was mir vor die Linse kam, zunächst nicht wirklich einordnen konnte 😉

Coco Beach Bojen-Reiter Bonaire

Wozu so Bojen doch gut sein können. Den Plattfisch hat es jedenfalls nicht gestört und so hat er „Augen oben auf“ seinen Weg über den Sand fortgesetzt.

Coco Beach Plattfisch Bonaire

Zum Tauchen auf der Insel war ja leider keine Zeit, aber selbst beim Schnorcheln an einem reinen Badestrand wie dem Coco Beach kann man schon einiges entdecken.

Junge Hornhechte Bonaire

Die Bewohner von Bonaire haben es schon seit geraumer Zeit verstanden, dass Ihnen der Schutz des Meeres auch in Zukunft eine große Einnahmequelle bewahrt, den (Tauch) Tourismus.

Deshalb versucht man hier auch vielerorts Korallen nachzuzüchten, was man auch unweit vom Coco Beach Unterwasser sehen kann.

Korallenkinderstube Bonaire
Geweihkorallen Bonaire

Wie wichtig es ist, etwas zu tun, um die Schönheit unseres Planeten zu erhalten, liegt auf der Hand. Dennoch sollten wir uns noch mehr engagieren, um die Menschen für solch gravierende Probleme wie die Vermüllung der Weltmeere  zu sensibilisieren. Eine kreative Idee zu diesem Thema ist die imposante Flamingo-Skulptur, die mahnend unweit des Cruise Terminals steht.

Flamingoskulptur Bonaire

Zurück an Bord haben wir den Tag langsam ausklingen lassen. Morgen sind wir dann auf der letzten der ABC Inseln – auf Aruba.

Aruba – One Happy Island

Eagle Beach, Oranjestad und Flamingos am Strand von Renaissance Island

Welcome in „One Happy Island“, wie der Claim vom hiesigen Tourist Board heißt.

Welcomeschild Aruba

Hier hatten wir uns nicht viel vorgenommen und wollten eigentlich nur mal an den Strand und danach noch ein wenig die Stadt erkunden.

Dazu haben wir uns mit ein paar anderen Gästen ein Taxi geteilt. Fünfzehn Dollar sollte die einfache Fahrt kosten. Und da wir zu viert waren, hatten wir pro Person nur 4 US Dollar zu zahlen. Guter Preis!

Der nächstgelegene Strand war der „Eagle-Beach“. Auch wenn der Name toll klingt, dieser Strand ist nicht etwa nach den besonderen Greifvögeln benannt, sondern sehr profan nach einer großen Erdölraffinerie auf der Insel, die zwar schon seit Jahren stillgelegt ist, aber einst zur größten Anlage dieser Art auf der Welt gehörte.

Eagle-Beach Aruba

Der Strand ist endlos lang, und so verteilen sich die Menschen, die hier zum Baden in das klare blaue Wasser steigen. Was mir generell in der Karibik aufgefallen ist, ist die Sauberkeit der Strände.

Angenehm ist auch, dass man nicht ständig durch fliegende Händler bedrängt wird, wie es an manchen Stränden Asiens der Fall ist. Dafür gibt es von uns beiden schon mal einen klaren „Daumen hoch!“ 

Hans-Peter und Peter am Eagle-Beach Aruba

Die große freie Wasserfläche lädt auch zum Wassersport ein. Zumindest hat man hier den entsprechenden Platz, wenn man beabsichtigt, ein paar Runden mit einem Jetski zu drehen. Ganz billig ist der Spaß allerdings nicht.

Jetski Eagle-Beach Aruba

60 bis 65 US Dollar kostet eine halbe Stunde für eine Person. Und wenn man zu zweit drauf sitzt 75 US Dollar. Vielleicht kann man ja auch noch etwas Handeln. 

Wir sind jedenfalls nur am Strand entlang spaziert, und danach haben wir uns wieder ein Taxi geteilt. Diesmal mit einem Pärchen, das samt Baby ebenfalls wieder zum Schiff zurück wollte.

Was übrigens auch einen kleinen Vorteil solch einer Kreuzfahrt darstellt, ist die Tatsache, dass „alle im selben Boot sitzen“. Das heißt, man kennt sich, bzw. man erkennt sich. Alleine schon an den gelb/weiß gestreiften Handtüchern, die jeder vom Schiff mit dabei hat.

So entsteht eine gewisse Zusammengehörigkeit, die von Vorteil ist, wenn man beispielsweise seine Sachen mal am Strand lassen will. Man spricht die Menschen an, ist meist „per Du“ und hilft sich gegenseitig aus – auch mit dem einen oder anderen Tipp zu den jeweiligen Plätzen und Orten.

Royal Plaza Mall Oranjestad Aruba

Zurück in Oranjestad sind wir auf der Suche nach dem Postamt ein wenig durch die Stadt flaniert. Wenn man an der Hauptstraße am Wasser entlang geht, kommt man unweigerlich an diesem schönen Gebäude vorbei, der „Royal Plaza Mall“. Vom Kreuzfahrtterminal übrigens nur ca. 10 Minuten entfernt.

Hier gibt es einige Souvenirläden und Restaurants, aber alleine das bunte Gebäude im „Zuckerbäckerstil“ ist schon einen Besuch wert.

Royal Plaza Mall Detail Oranjestad Aruba

Auf unserem Weg zum Postamt, das sich direkt an der katholischen Kirche hier in Oranjestad befindet, sind wir aber auch noch an anderen farbenfrohen Gebäuden vorbei gekommen. Unter anderen an der folgenden Fassade.

Bunte Fassade Oranjestad Aruba

Man kann die Stadt übrigens seit 2012 auch mit einer Straßenbahn erkunden, die hier ihre Kreise zieht und zu einer Sightseeing-Rundfahrt einlädt.

„Arutram“ Oranjestad Aruba

Ein ganz besonderes Highlight, das man hier auf Aruba erleben kann, ist der Besuch von „Renaissance Island“, einer kleinen vorgelagerten Insel, die von der Renaissance Hotelgruppe betrieben wird.

Renaissance Hotel Oranjestad Aruba

Wenn man diesen Ausflug buchen möchte, sollte man dies am besten im Voraus tun, da die Plätze schnell vergeben sind. Man kann aber auch relativ früh hier zum Renaissance Hotel kommen und den Besuch der Insel dann direkt an der Rezeption buchen.

Das Besondere beim Besuch dieser kleinen Insel ist die Tatsache, dass man den Flamingos in der Karibik wohl nirgendwo näher kommen kann als hier. Für 125 US Dollar startet der Ausflug direkt unten im Hotel, das durch einen Kanal, der unter der Straße hindurch führt, mit dem Meer verbunden ist.

Marina vor dem Renaissance Hotel Oranjestad Aruba

Vorbei an der Marina, von der aus man auch gut die Kreuzfahrtschiffe im Blick hat, geht es per Wassertaxi direkt nach Renaissance Island. Einen Übersichtsplan von der Insel findet man übrigens am Pier der Marina.

Inselplan Renaissance Island an der Marina von Oranjestad Aruba

Hier wird man sozusagen schon direkt von den Famingos begrüßt.

Flamingo Close Up auf Renaissance Island Aruba

Es gibt wahrscheinlich keinen anderen Ort auf der Welt, wo man diesen Tieren so nah sein kann.

Flamingo auf Renaissance Island Aruba

Wie nah, kann man vor allem auf dem folgenden Foto sehen, das uns Ruben zur Verfügung gestellt hat. Ruben und Giuseppe hatten diesen Ausflug schon vorher geplant, wussten nur nicht, ob sie auch tatsächlich einen Platz bekommen würden, da sie nicht vorreserviert hatten.

Flamingo auf Renaissance Island Aruba

Wenn man hört, dass man sich für 125 US Dollar Flamingos anschaut, dann klingt das zunächst übertrieben viel. Aber wenn man sieht, welche Besonderheit so ein Ausflug sein kann, dann relativiert sich das Ganze.

Ruben mit Flamingos auf Renaissance Island Aruba

Zumal bei diesem Ausflug auch noch ein Essen auf der Insel im Preis mit inbegriffen ist und man nach Lust und Laune an diesem schönen Strand verweilen kann. Neben dem Flamingo-Beach gibt es auch noch einen Iguana-Beach, an dem man diese interessanten Reptilien aus nächster Nähe betrachten kann.

Ruben und Giuseppe, da habt ihr alles richtig gemacht und seid mit eindrucksvollen Fotos belohnt worden.

Ein weiterer Ausflug, der ebenfalls etwas Besonderes darstellt, könnte die Fahrt in einem richtigen U-Boot sein. Ebenfalls an der Uferpromenade auf dem Weg zum Renaissance Hotel befindet sich die Buchungsstelle für das U-Boot Abenteuer.

U-Boot Tour Oranjestad Aruba

Bevor Hans-Peter und ich wieder zurück an Bord sind, haben wir uns bei „Iguana Joe‘s“ noch ein „Balashi“ Bier gegönnt, das hier in Aruba gebraut wird.

Iguans Joe‘s befindet sich übrigens in der Royal Plaza Mall gleich im ersten Stock, mit Blick auf die Hauptstraße und auf das Kreuzfahrt-Terminal.

Iguana Joe‘s in der Royal Plaza Mall Oranjestad Aruba

Nach dem Bierchen gings zurück aufs Schiff, wo Ruben und Giuseppe schon für den Abend reserviert hatten.

Das Essen hier an Bord ist wie immer extrem lecker. Heute gab es als Vorspeise im französichen Restaurant „French Kiss“ hervorragende Weinbergschnecken. Die Küche der AIDA läßt wirklich keine Wünsche offen.

Weinbergschnecken im „French Kiss“ Restaurant auf der AIDAperla

Anschließend haben wir noch kurz in die Möet-Bar geschaut …

Möet-Bar AIDAperla

… und am Ende auf einen tollen Tag zurückgeblickt.

Hans-Peter und Peter auf der AIDAperla

Heute Nacht geht es weiter Richtung Grenada. Aber bis dahin haben wir morgen erstmal einen kompletten Seetag. Die Pause tut gut, denn wir müssen ja erstmal alles Erlebte verarbeiten.

Grenada – die Muskatinsel

Ankunft in St. George‘s, Ausflug zum Seven Sisters Wasserfall, kurzer Abstecher zum „Grand Etang Forest Reserve“ und Badestopp am Strand „Grand Anse“

Pünktlich um 6.30 Uhr klingelt der Wecker. Das Schiff fährt zwar noch, aber man kann die Landschaft Grenadas schon vorbeiziehen sehen.

St. George‘s Hauptstadt von Grenada

Wir haben uns um 8.00 Uhr mit Ruben und Giuseppe im „East Restaurant“ zum zum Frühstück verabredet. Um 9.00 Uhr wollen wir los und die Insel erkunden, von der ca. 2/3 der gesamten Muskatnuss-Produktion stammt.

AIDA Perla am Pier von Grenada

Man könnte die grüne Insel Grenada damit durchaus als Gewürzinsel bezeichnen.

Welcome to Grenada

Am Pier angekommen haben wir erstamal nach einer Tour geschaut und uns für den Seven Sistern Waterfall entschieden, der im inneren von Grenada im Regenwald liegt.

25 Dollar pro Person erscheint uns ok und so buchen wir die Tour.

Mit unserem Fahrer, der Garfield heißt, geht es mit einem Van richting Inselmittelpunkt.

Da gerade Ende der Regenzeit ist, ist die Insel sehr grün. In der Trockenzeit von Februar bis Juni bzw. Juli kann alles sehr braun und trocken aussehen meint Garfield.

Nach gut 30 Minuten Fahrt, bei denen der höchste Punkt auf ca. 1910 Metern lag, erreichen wir den Startpunkt, von dem aus man zu den Seven Sisters Wasserfall aufbricht, der offiziell „St. Margaret“ Wasserfall heißt.

Eingang Seven Sisters Waterfall Grenada

Am Eingang zu dem Trail muss man noch ein kleines Eintrittsgeld entrichten in Höhe von 2 US, dafür darf man sich aber auch einen der Stöcke mitnehmen, die man auf dem schmalen und zum Teil rutschigen Pfad durchaus gebrauchen kann, zumal der Weg auch immer mal rauf und runter geht.

Warntafel am Eingang der Seven Sisters Waterfalls Grenada

Ein wichtiger Hinweis, steht übrigens auch noch hier am „Kassenhäuschen“, nämlich  „No Jumping In The Falls“! Wobei viele gerade deshalb hieher kommen, um einmal von dem Wasserfall in die Tiefe zu springen – aber dazu später mehr!

Trail zum Seven Sisters Waterfalls Grenada

Der Trail zum Wasserfall dauert etwa 30-40 Minuten und führt durch üppige Vegetation. Schon bald erreicht man den Bach, der durch den Pool des Wasserfalls gespeist wird. 

Bachlauf Seven Sisters Waterfalls Grenada

Wenn man ab und an mal anhält und sich umschaut, kann man sogar das ein oder andere Reptil ausmachen, das sich zwischen der grünen Vegetation versteckt, so wie hier ein junger Leguan im Geäst.

Junger Leguan am Trail zum Seven Sisters Waterfalls Grenada

Dieser kleine Kamerad hat sich jedenfalls gleich in perfekte in Fotopose begeben, inklusive passendem Hintergrund. Dabei behält mich das „Mini-Krokodil“ aber immer schön im Blick, damit ich ihm nicht zu nahe komme.

Kleine Echse am Trail zum Seven Sisters Waterfalls Grenada

Am Wasserfall angekommen, kann man sich im kalten Wasser erfrischen, welches den natürlichen Pool am Wasserfall füllt.

Einer der Seven Sisters Waterfalls Grenada

Ganz mutige können auch erwas verbotenes tun, nämlich oben vom Wasserfall ins Becken springen.

Wie gesagt, offiziell ist es nicht erlaubt und der Wasserfall sieht von oben noch viel höher aus … 10 Meter sind es bestimmt.

Wer sich aber über das Verbot hinwegsetzen möchte, der sollte vorher lieber einen der „Jumper“ konsultieren. Das sind die Jungs, die hier gegen einen kleinen Tipp in Ihre Tippbox von oben mit einem kleinen Salto herunterspringen.

Jumper-Tip-Box Seven Sisters Waterfalls Grenada

Die Jungs zeigen einem nämlich auch den Weg nach oben, der vielleicht genauso gefährlich ist, wie der Sprung selbst.

Zumindest bekommt man aber so den richtigen Absprung … und der sollte weit genug sein, denn die Felsen hat man gleich im Rücken.

Ich persönlich bin ja ein Mensch, der immer und überall die Gefahr wittert und deshalb kam das für mich nicht in Frage.

Ruben und Giuseppe haben dem Jumper jedenfalls jeder 5 US Dollar gegeben und er ist mit ihnen rauf.

Wow … sie sind tatsächlich gesprungen, auch wenn es einen Moment gedauert hat das Zittern der Beine unter Kontrolle zu bringen und den Sprung letztendlich zu wagen.

Wobei man sagen muss, wenn man schon mal oben ist, dann sollte man auch springen, denn der Weg zurück nach unten ohne Sprung ist mindestens genauso gefährlich.


Von den Wasserfallen aus sind wir noch zum Grand Etang Lake gefahren, wo man mitten im „Grand Etang Forest Reserve“ eine Blick von oben auf den Kratersee werfen kann.

Grand Etang Forest Reserve Grenada

Hier sind leider nochmal 2 US Dollar Eintritt zu bezahlen, die man sich eigentlich sparen kann. Am interessantesten fand ich noch den Belag mit dem die Wege hier „gepflastert“ waren, tausende Muskatnuss-Schalen, die beim darüberlaufen ein hohl-knirschendes Geräusch erzeugt haben.

Muskatnuss-Schalen am Grand Etang Forest Reserve Grenada

Alles was einen hier erwartet ist eine marode Aussichtsplattform am Ende eines 5-10 minütigen Trails, die wohl schon länger kaputt ist und somit abgesperrt. Wir sind trotzdem hochgeklettert, weil wir sehen wollten, was man hätte sehen können.

Panoramablick über den den Grand Etang Forest Reserve Grenada

Die Aussicht ist eigentlich ganz schön, aber dafür 2 US Dollar zu zahlen ist zu viel. Vor allem, weil alle weiteren „Attraktionen“ in eher schlechtem Zustand sind.

Die Pflanzen entlang des Trails, die mit Schildern der jeweiligen Art versehen sind, kann man kaum erkennen, da sie überhaupt nicht gepflegt sind und eher wie Unkraut aussehen. Zudem verrotten die Schilder mehr oder weniger vor sich hin.

Fazit: Wer diesen Besichtigunspunkt ausläßt hat nichts verpasst!

Wir sind dann von hier aus direkt zum schönen Strand „Grand Anse“ gefahren.

Strand Grand Anse Grenada

Eigentlich war das nicht Teil unsere Tour, aber wir haben Garfield jeweils 5 zusätzliche US Dollar angeboten und so hat er uns hierher gefahren und auf dem Parkplatz auf uns gewartet.

Der Beach von Grand Anse ist wirklich toll … ein langer weißer Sandstrand mit herrlich blauem Wasser. Von hier aus kann man im Hintergrund sogar unser Schiff am Pier liegen sehen.

AIDA Perla im Hintergrund des Strandes von Grand Anse Grenada

Witzigerweise waren wir genau an der Stelle, die auch auf der Postkarte abgebildet war, die man uns am Touristoffice in die Hand gedrückt hat.

Postkarte vom Grand Anse Grenada

Um kurz nach 15.00 Uhr haben wir uns wieder auf den Weg zum Schiff gemacht.

Ein kurzer Halt am Postoffice, um dir Karten auf den Weg zu bringen und schon waren wir wieder an Bord.

Am Abend haben wir dann noch Ruben und Giuseppe verabschiedet, die morgen wieder zurück nach Deutschland fliegen.

Bye bye Ruben und Giuseppe – AIDA Perla Grenada

Bye, bye Grenada!

Barbados

Inselrundfahrt über den „Rihanna Drive“, vorbei am alten Baobab Tree zum Aussichtspunkt „Highland“ und zum Strand von Bridgetown.

Guten Morgen Barbados! 

Welcome to Barbados

Als der Wecker klingelt liegt die AIDA Perla schon längst im Hafen von Barbados.

Heute haben wir es etwas langsamer angehen lassen, da wir ja den ganzen Tag hier haben und erst so gegen 22.00 Uhr wieder ablegen.

Der Grund für die lange Liegezeit ist, dass heute ein Passagierwechsel stattfindet.

So wie unsere Freunde aus Deutschland heute abreisen, kommen auch neue Gäste an Bord, die die zwei Wochen Karibik-Kreuzfahrt von Barbados aus machen.

Am Terminal gibt es zahlreiche Shops und so hab ich mich schon gleich hier mit Postkarten eingedeckt.


Ich versuche ja immer, mir von jedem Ort an dem ich war, eine Postkarte zu schicken. Mittlerweile ist da schon ein ganzer Schuhkarton zusammengekommen. 

Auf diese Art kann man wunderbar seine Reisen im Schnelldurchgang Revue passieren lassen und in der ein oder anderen Erinnerung an wunderschöne Orte schwelgen.


Am Terminal warten dann auch schon die ganzen Tourtaxis, die verschiedene Inselrundfahrten anbieten.

Taxipreise Cruiseterminal Barbados

Wir haben uns für ein zweieinhalbstündige Fahrt durch den Süden der Insel entschieden. 25 US Dollar pro Person ist vor allem deshalb gut angelegt, weil uns der Fahrer am Ende in der Hauptstadt Bridgetown rauslässt. Vom Terminal aus hätte das schon ca. 15 US Dollar pro Person gekostet.

Erster Besichtigungspunkt auf der Tour ist der „Rhianna Drive“, eine kleine Straße mit winzigen bunten Häusschen unweit des Hafens.

Rihanna Drive Barbados

Um ehrlich zu sein, wusste ich gar nicht, dass wir hierher kommen würden, auch wenn ich mal gehört hatte, dass Rihanna auf Barbados aufgewachsen ist.

Wenn man nicht von der Beachseite hinein fährt, sondern aus der anderen Richtung kommt, findet man gleich zu Anfang diese Infotafel.

Rihanna Drive Infotafel Barbados

Unweit von dieser Tafel befindet sich das Häusschen, in dem die Sängerin mal gelebt hat.

Rihanna House Barbados

Das Häusschen ist heute unbewohnt und der Staat kümmert sich um dessen Erhalt.

Rihanna Haus Detail Barbados

Über Weihnachten soll Rihanna auf der Insel sein, dann wohnt sie allerdings in einem Condominium am Strand mit dem Namen „One Sandy Lane“, welches ihr gehört.

One Sandy Lane Condominium Barbados

Ich nehm mal an, dass das Anwesen recht gut abgesichert ist, denn außer Rihanna sollen hier auch noch andere Stars ihr Apartment haben.

One Sandy Lane Condominium Einfahrt Barbados

Gleich neben an ist auch das „One Sandy Lane“ Hotel, in dem eine Nacht, laut unserem Fahrer Steven, 25.000 US Dollar kosten soll.

One Sandy Lane Hotel Barbados

Zwischendrin haben wir auch noch einen kurzen Strandstopp am schönen „Fitts Village Beach“ – wie zu erwarten herrlich klares Meer und weißer Sandstrand.

Fitts Village Beach Barbados

Weiter ging die Tour nach Holetown, wo die Briten im Jahre 1605 angelandet sind und 1627 ihre erste offizielle Siedlung gegründet haben.

Holetown Barbados

Unweit von hier befindet sich auch die älteste Kirche Barbados, die „St. James“ Anglican Parish Church aus dem Jahr 1628.

St. James Kirche Barbados

Der letzte Hurricane „Jannet“ hier auf Barbados war im Jahre 1955, ansonsten ist die Insel vonsen Tropenstürmen weitestgehend verschont geblieben.

Banyan Tree Barbados

Der Name der Insel stammt übrigens vom „Banyan-Tree“, der im Portugiesischen „Balba“ heißt, daraus ist dann irgendwann der Name „Barbados“ entstanden.

Highland Aussichtspunkt Barbados

Nächstes Etappenziel war der schöne Aussichtspunkt „Highland“, von dem man sagt, es sei die beste Aussicht über Barbados. In jedem Fall ein schöner luftiger Ort, der zum Verweilen einläd.

00135 Panoramablick Highland Aussichtspunkt Barbados

Panoramablick Highland Aussichtspunkt Barbados

Auf dem Weg in die Stadt hat uns unser Fahrer und Tourguide Steven noch ein typisches Shuttle-House gezeigt.

Shuttle House Barbados

Da viele ärmere Menschen zwar ein Kleines Haus besitzen, aber nicht das Land, auf dem es steht, kann man diese Häuschen zerlegen und woanders wieder aufbauen, wenn der Eigentümer des Areals sein Land benötigt.

Baobab Baum Barbados

Eine weitere Besonderheit am Wegesrand war ein über 300 Jahre alter Baobab Baum aus Afrika, mit einem Umfang von 44 Feet. Wenn man den Baum betrachtet, dann könnten man meinen, dass er aus vielen einzelnen Stämmen besteht, tatsächlich ist es jedoch nur ein Stamm.

Dieser Baobab, den man auch als „Corn Tree“ oder „Monkey Tamarind“ bezeichnet  wurde im Jahr 1738 von Guinea in West Aftica nach Barbados gebracht. Er ist damit einer der ältesten Baobabs, die man auf den Westindischen Inseln finden kann. 

Baobab Baum Infotafel Barbados

Zwei alte Bäume befinden sich hier auf Barbados und einer auf Grenada. 

Der zweite Baobab hier in Barbados befindet sich übrigens im Queens Park in Bridgetown.

Lobster Alive Bridgetown Barbados

Nach unserer Rundfahrt hat uns Steven am Strand rausgelassen, wo wir uns im Beacheestaurant „Lobster Alive“ mit einem „Banks Lager Beer“ erfrischt haben.

Banks Bier im Lobster Alive Bridgetown Barbados

Dabei konnten wir aufs Meer schauen und nebenbei hab ich meine Postkarten geschrieben.

Von hier aus sind wir dann ein Stück den Strand entlang gelaufen Richtung Bridgetown und ein wenig in die Stadt eingetaucht. Viele der alten Kolonialhäuser im Zuckerbäckerstil sehen einfach aus wie ein leckeres Stück Kuchen mit ordentlich süßer Verzierung drauf.

Zuckerbächerstil in Bridgetown Barbados

In der Stadt kamen wir auch an diesem in knallgelb gehaltenen Gebäude vorbei, der winzigen alten Canary Lane Mall, die wohl irgendwann mal eine der ersten Ladenpassagen hier gewesen sein muss.

00142 Canary Lane Mall Bridgetown Barbados

Canary Lane Mall Bridgetown Barbados
Canary Lane Mall Logo Bridgetown Barbados

Den meisten karibischen Städten gemein ist die Buntheit der Gebäudefassaden, was irgendwie immer wieder einen überaus freundlichen Eindruck macht.

Bunte Fassade Bridgetown Barbados

Freundlich war übrigens auch unser Fahrer Steven, da hatten wir mal wieder Glück gehabt. 

Hans-Peter und unser Fahrer Steven Barbados

Nach dem Stadtrundgang sind wir langsam wieder Richting Cruise-Terminal aufgebrochen. Dabei sind wir noch an einem kleinen Stadthafen vorbeigekommen, in den grad so ein Partyschiff eingelaufen ist.

00146 Partyschiff Bridgetown Barbados

Partyschiff Bridgetown Barbados

Auf dem Kahn war ordentlich Stimmung und ich denke, wer Spass an so einer  Tour hat, findet da sicherlich einige Angebote.

Entlang der Hafenpromenade konnten wir noch ein wenig den Blick über die glitzernden Reflexionen schweifen lassen, die die schon tief stehende Sonne auf den kräuselnden Wogen des Meeres erzeugt.

Segelboot Bridgetown Barbados

Anstatt Partyschiff würde ich jetzt lieber noch auf solch einem kleinen Segler verweilen, der gerade den Hafen von Barbados Richtung Meer verlässt.

Bevor wir so gegen 16.00 Uhr wieder aufs Schiff sind, haben wir uns noch im Immigration am Cruise Terminal unsere Pässe abstempeln lassen. Hier gibt es extra einen kleinen Schalter, an dem einen freundliche Grenzbeamte einen „Souvenier-Stempel“ ins Reisedokument zaubern.

Postkarten in die Box und ab aufs Schiff.


Nach dem Ablegen haben Hans-Peter und ich noch ein paar Stellen auf dem Schiff erkundet, wo wir bisher noch nicht waren. Von denen gibt es übrigens noch ganz viele, denn die AIDA Perla ist wirklich riesig.

Was man gleich allen Leuten sagen kann, die auf einem solch großen AIDA Schiff eventuell Angst vor Menschenmassen haben sollten, man findet immer ein ruhiges Plätzchen.

Schiffsdisco Bar und Dancefloor auf der AIDA Perla

Auf unserer Erkundungstour haben wir heute mal in die Schiffsdisco reingeschaut. Sieht wirklich cool aus hier drin.

Schiffsdisco Bar und Eingangsbereich auf der AIDA Perla

Es macht bestimmt Spaß, mal eine Tour mit der AIDA Perla zu machen, auf der man mehr Seetage hat, um die ganzen tollen Orte auch mal auskosten zu können.


Morgen legen wir in St. Lucia an – Schiff Ahoi!

St. Lucia

Fahrt von der Inselhauptstadt Castries über die Fischerdörfer Anse La Raye und Soufrière zu den Pitons, den beiden spitzen Vulkanbergen der Insel.

Na dann lassen wir uns mal inspirieren.

Welcome to St. Lucia

Insel auf Insel … irgendwie ist die Karibik Kreuzfahrt auch ein kleines Marathon-Programm, aber das haben wir ja auch schon vorher gewußt. Es ist ein Kennenlernen der vielen Facetten der Karibik. Die kleine Insel St. Lucia ist eine davon.


Die Insel, die seit dem 22. Februar 1979 unabhängig von Großbritannien ist, ist ca. 43 km lang und 23 km breit. Auch wenn die Insel zuletzt in britischer Hand war, so sind viele Ortsnamen noch immer französisch geprägt.

Insgesamt 14 Mal hat die Insel zwischen den Franzosen und den Briten gewechselt. Ab 1805 war die Insel dann fest unter der Herrschaft der Engländer. Noch heute is St. Lucia eine Teil des Britischen Commonwealth.


Wie auf fast allen anderen Karibikinseln finden sich viele Ausflugsangebote direkt am Ausgang des Cruise Terminals, so auch hier auf St. Lucia.

Die Tour ist schnell gefunden und 40 US Dollar für einen 4 Stunden Ausflug erscheint zunächs ok.

Freundlicherweise hat man uns aber darauf aufmerksam gemacht, dass man noch etwa 5 US Dollar zahlen muss, wenn man in den warmen Quellen baden möchte und noch weitere 3 US Dollar Eintritt am Wasserfall.

Also insgesamt knapp 50 US Dollar.

Die Tour, über die Insel, deren Bevölkerung zu 80% katholisch ist, beginnt in der Hauptstadt Caprice, in der etwa 60.000 der insgesamt 175.000 Einwohner St. Lucias leben.

Nach einer kurzen Fahrt durch die Stadt schrauben wir uns langsam die Sepentinen zum Mount Fortune hinauf.

Panoramablick auf Caprice vom Mount Fortune in St. Lucia

Vom diesem Berg, der direkt neben der Stadt etwa 800 Fuss über dem Meeresspiegel aufragt, hat man einen herrlichen Panoramablick über die Stadt und den Hafen.

Die Insel ist bergig und extrem grün – auch während der Trockenzeit, die in etwa von Februar bis July andauert.

Das meiste, das hier angebaut wird ist jedoch für den Eigenverzehr. Wichtigste Einnahmequelle des Landes ist der Tourismus.

Hauptsächliches Exportgut der Landwirtschaft sind Bananen für den britischen Markt.

00152 Banenblatt St. Lucia

Banenblatt St. Lucia

Nach einem kurzen Stopp an einer ca. 60 Hektar großen Bananenplantage haben wir unsere Fahrt fortgesetzt.


St. Lucia hat auch eine eigene Rum-Destille, verfügt aber nicht über eigenes Zuckerrohr. So wird die Melasse, die beispielsweise zum Brennen des St. Vincent „Sunset“ Rums benötigt wird aus Französisch Guayana importiert.


Bald darauf erreichen wir das kleine Fischerdorf „Anse La Raye“.

Fischerdorf Anse La Raye St. Lucia

Hier gibt es an jedem Freitag ein „Fischfestival“ mit allen Sorten von Fisch und viel Musik. Dafür wird eigens eine kleine Straße zum Hafen hin gesperrt. 

Etwas weiter die Küstenstaße entlang hat man einen guten Überblick über das Dorf und die Lagune an der es liegt.

Panoramablick Fischerdorf Anse La Raye St. Lucia

Bald darauf kann man den ersten der Pitons schon am Horizont erkennen. Doch erst etwas weiter der Straße entlang bekommt man beide Pitons ins Blickfeld.

Oberhalb der „Fishing Village“ Soufrière gibt es einen tollen Aussichtspunkt, von dem man die beiden spitzen Berge vulkanischen Ursprungs und das davor liegende Soufrière gut überschauen kann.

Panorama Aussichtspunkt Pitons St. Lucia

Perfekt für einen Fotostopp.

Nicht weit von hier befindet sich der „Sulphur Springs Park“, der auch auf unserem Programm steht heute. 

Sulphur Springs Park Hinweisschild St. Lucia
Sulphur Springs Park Preisschild St. Lucia

Aus einem erloschenen Vulkankrater steigen noch immer heiße Schwefeldämpfe auf.

Sulphur Springs Park St. Lucia

Es riecht ordentlich nach faulen Eiern und der graue Schlamm blubbert wie kochender Pudding.

Schwefelquelle Sulphur Springs Park St. Lucia

Die Magmakammer schlummert sicher in großer Tiefe unter dem Krater von dem keine Gefahr ausgehen soll, da er ja über die Öffnungen seinen Druck abbauen kann.

Es war ganz interessant zu sehen, dennoch waren es die 8,80 US Dollar nicht unbedingt wert. 

Für Menschen, die noch nie die Gelegenheit hatten, heiße Schwefelquellen zu sehen ist es viellicht interessant sich das anzuschauen, für alle anderen muss es nicht sein und man kann sich das Geld sparen.


Lustig war an diesem Ausflug aber vor allem eine Schulklasse von der Ostseite der Insel, die gerade auf einem Schulausflug war. So war wenigstens ein bisschen Stimmung an diesen doch eher tristen Ort.

Schulklasse Sulphur Springs Park St. Lucia

Ich hab dann noch ein Gruppenbild von der Klasse gemacht und später der Lehrerin geschickt.


Die Qualitàt eines solchen Insel-Ausflugs kann man ja eigentlich erst am Ende beurteilen. Aber nach dem nächsten Halt stieg schon langsam eine leichte Enttäuschung auf.

Angesagt war ein schöner Wasserfall. Leider war der „Toraille Wasserfall“ einer der touristischsten Wasserfälle, den wir bisher besucht haben in der Karibik.

Toraille Wasserfall Hinweisschild St. Lucia

3 US Dollar Eintritt, für einen unspektakulären Wasserfall, der ca. 30 Meter hinter dem Eingang, mehr oder weniger direkt an der Straße liegt.

Vor ein paar Jahren hat man hier bestimmt einfach kurz mit dem Auto angehalten und hat die wenigen Meter unentgeltlich zurückgelegt.

Toraille Wasserfall St. Lucia

Vor dem Wasserfall, der zudem zum Teil mit Maschendraht eingezäunt war, standen die Leute Schlange, um ein Foto im Pool vor dem Wasserfall zu machen, der hier auf dem Bild sogar noch eingermaßen “toll” aussieht – in Wahrheit ist er absolut unspektakulär.

Der Pool, der ursprünglich wohl natürlich entstanden ist, hat am Rand des Einstiegs auch noch eine hässlichen Einfassung aus Sandsäcken.

Also auch diesen Stopp hätte man sich sparen können. Statt eines Wasserfalls, war das eher ein „Reinfall“!

Letzter Punkt auf dem Ausflugsplan war die malerische Bucht von Marigot. Leider halten wir hier nur an einem Aussichtspunkt und haben keine Gelegenheit, direkt zur Bucht zu kommen.

Marigot Bay St. Lucia

Von hier oben kann man schon die Besonderheit dieser geschützten Lagune erkennen, ein Ort, an den man auf jeden Fall nochmal zurückkehren könnte bei einem längeren Aufendhalt auf St. Lucia.

Man sagt Marigot Bay wäre sogar während der Hurricane Saison ein sicherer Hafen. 

Leute vom Schiff, die dort einen Badestopp gemacht haben, meinten allerdings, dass es sehr voll war und der Strand eigentlich viel zu klein ist für so viele Leute.


Insgesamt kann man sagen, dass sich die Tour nicht gelohnt hat. Wir waren fast nur auf der Straße unterwegs und die Stopps waren wenig beeindruckend.

Aber sehen wir es positiv! Jetzt habe wir wenigstens einen Eindruck bekommen von der Insel und wissen, wo man NICHT unbedingt hin muss und was man sich für einen nächsten Besuch aufsparen darf.

Fazit für Kreuzfahrer: Die Insel ist zwar nicht sonderlich groß, aber da sie sehr bergig ist, dauern auch die Fahrten über die Insel entsprechend lange. 

Man sollte eine Tour sehr früh starten und sich für eine Tagestour von mindestens 6 Stunden entscheiden, um auch an den Orten die man besucht länger verweilen zu können. Idealerweise mit einen schönen Aufendhalt in der malerischen Marigot Bay.


Unsere Freunde Ruben und Giuseppe hatten übrigens folgenden Vorschlag bezüglich eines Inselausfluges:

Eine Tour zu den „Deux Pitons“, den 2 Vulkanbergen buchen inklusive eines Stops am Jalousy Beach, einem Strand, der genau zwischen den beiden Pitons liegt. 

Damit kann man auch sicher sein, diesen beiden Inselhighlights sehr nah zu kommen und sie nicht nur aus der Ferne zu sehen. Anschließend noch ein Stop bzw. Bootsausflug zur Marigot Bay, auf dem man auch an Orten vorbei kommt, an denen Szenen des Films „Fluch der Karibik“ gedreht wurden.

Mehr als 50 US Dollar sollte der Trip nicht kosten. Eventuell kommt für den Bootsausflug noch etwas drauf.

Wenn man einen solchen Ausflug auf eigene Faust plant, dann könnte ein Abstecher während der Tour zum “Jade Mountain Hotel” ebenfalls lohnen.

Das Jade Mountain Resort ist ein Hotel am Hang einen Berges von dem aus man einen atemberaubenden Blick auf die Pitons hat. Hier gibt es wunderschöne Infinity Pools, bei denen der Rand des Pools mit dem Horizont verschmilzt und in deren Wasser sich die Berge spiegeln.


Wieder in der Hauptstadt Caprice angekommen haben wir noch einen kurzen Ausflug in die Stadt unternommen und dabei schnell noch ein paar Postkarten auf den Weg gebracht.

Postkarte St. Lucia

Nach St. Lucia würde ich durchaus nochmal reisen, um etwas mehr von der Insel zu sehen.


Morgen sind wir in St. Vincent.


PS: Was wir auch erst zu einem späteren Zeitpunkt von mitreisenden Gästen erfahren haben ist, dass sie auf St. Lucia ausgeraubt wurden – und das sogar mit vorgehaltener Pistole. Einer der beiden Gäste wollte zu einem etwas höher gelegenen Aussichtspunkt und ist dabei überfallen worden. Kamera, Smartphone und Geld weg!

Also immer schön aufpassen und am besten nie alleine auf irgendwelche Erkundungstouren gehen. Auch wenn die Karibik ein eher etwas teureres Pflaster ist, der Reichtum kommt in den wenigsten Fällen auch unten an und es gibt noch immer sehr viel Armut hier unter der Bevölkerung der Karibischen Inseln.

St. Vincent

Ausflug von Kingstown über Fort Charlotte, zur Wallilabu Bay, einem „Fluch der Karibik“ Drehort und zum Buccament Bay Beach.

Welcome to St. Vincent und die Grenadinen

Welcome to Kingstown – Hauptstadt von St. Vinent und den Grenadiene.

Rasta Man St. Vincent

Heute haben wir uns für eine Tour entlang der Küste entschieden.

Chris unser Fahrer, der auch schon lange in Europa gelebt hat, nimmt für die dreistunden Tour 25 US Dollar. Da wir am Ende noch etwas länger am Beach bleiben möchten, macht er für 5 US Dollar extra eine Tagestour draus, das klingt fair.

Tourguide Chris St. Vincent

Chris ist ein super netter Typ und übrigens auch der President of Social Media hier auf der Insel. er hat einen schönen Van und kann alle Möglichen Touren auf der Insel organieren.

Chris Van St. Vincent

Hier sein Kontakt, für diejenigen, die vieleicht mal eine Tour mit ihm buchen wollen:


Visitenkarte Chris St. Vincent

Wer ihn per Telefon oder Whatsapp erreichen möchte, darf nicht vergessen, den Ländercode vorn anzustellen. Das sieht dann so aus:  +1 784 498 5506

Email: italic1@live.com

Wenn Ihr ihm sagt, dass der Tipp von Peters Blog hier kommt, dann macht er euch sicherlich einen guten Preis.


Fort Charlotte Infotafel St. Vincent

Erster Punkt auf der Tour ist das hoch über Kingstown gelegene Fort Charlotte. 

Fort Charlotte Festgsmauer St. Vincent

Gleich unterhalb des Forts haben wir den Van stehen lassen und sind den Anstieg entlang der Festungsmauer hochgelaufen bis zum Toreingang. 

Panoramablick vom Fort Charlotte auf Kingstown St. Vincent

Von hier aus hat man nicht nur einen guten Blick auf die Stadt, sondern auch auf die ersten Inseln der Grenadinen, von denen 32 zu St. Vincent gehören.

Fort Charlotte Blick auf Bequia Island St. Vincent

Die große Insel im Vordergund ist die Insel Bequia. Gleich dahinter, von der Insel verdeckt befindet sich die Insel Mustique.

Auf der Insel Mustique leben nur etwa 500 Einheimische, der Rest der Menschen sind in der Regel die Reichen und Schönen dieser Welt, für die die Locals hier zum Teil arbeiten.

Stars und Sternchen wie Migg Jagger, Shania Twain oder Tommy Hilfiger, um nur ein paar zu nennen, die hier ihre eigenen Häuser haben, in denen sie oft die kalten Wintermonate verbringen.

Wer dort ein Haus erwerben möchte, der kann dies bereits ab schlappe 56 Millionen US Dollar.

Wer nur für eine Woche mieten möchte, bekommt das schon ab etwa 35.000 US Dollar die Woche.


Fort Charlotte Ausstellung Sklaven und Kariben St. Vincent

Im Fort Charlotte gibt es eine kleine Austellung, die sich mit der Geschichte der Sklaven und auch der der Kariben beschäftigt. Die Gemälde zeigen Szenen dieser leidvollen Episode der Insel St. Vincent.

Fort Charlotte Ausstellung Sklaven und Kariben St. Vincent
Fort Charlotte Ausstellung Sklaven und Kariben St. Vincent
Fort Charlotte Ausstellung Sklaven und Kariben St. Vincent

Wenn man im Fort oben auf die Festungsmauern hochsteigt, kann man auf den Zinnen noch die alten Kanonen stehen sehen.

Fort Charlotte Kanone St. Vincent

Man kann das Königliche Wappen und das Datum der Herstellung dieser schweren Waffen noch heute gut erkennen.

Fort Charlotte Kanone mit Königlichem Emblem St. Vincent
Fort Charlotte Kanone mit Datum St. Vincent

Interessanterweise sind die Geschütze vor allem zum Landesinneren hin ausgerichtet. Der Grund dafür waren die Angriffe der Kariben, die immer wieder versucht haben, die Eindringlinge zu bekämpfen.

Vom Fort Charlette haben wir unseren Weg entlang der bergigen Küste fortgesetzt.

Barrouallie Ortsschild St. Vincent

Im Ort Barrouallie, der direkt an der Küste liegt wird noch heute Walfang betrieben. Man sagt, es seien hauptsächlich Schwarzwale, die hier gejagt werden und die seien zumindest keine gefährdete Art.

Panoramablick Fischerort Barrouallie St. Vincent

Ich persönlich denke ja, gejagt zu werden ist immer gefährlich. Chris hat sich jedenfalls mehrfach dafür entschuldigt, dabei fängt er sie ja nicht persönlich.


Zu dem Örtchen Barrouallie gibt es übrigens noch eine schöne Geschichte. Wenn man genau hinsieht, erkennt man eine kleine Felsformation an der rechten Seite der Bucht vor Barrouallie.

Beim heranzoomen bemerkt man, dass diese Felsen fast wie ein, aus dem Wasser aufgetauchtes U-Boot aussieht.

Fischerort Battouallie U-Boot Felsen St. Vincent

Und genau aus diesem Grund sagt man, wurde dieser Felsen mal fälschlicherweise von den Engländern im 2. Weltkrieg beschossen, da sie aus der Entfernung, und wohl bei schlechter Sicht angenommen hatten, bei der Silouhette handele es sich um ein feindliches Deutsches U-boot.

Wallilabu Bay Schild St. Vincent

Kurz hinter Barrouallie erreichen wir Wallilabu Bay, wo ein paar Szenen aus dem Film „Pirates of the Carribean – Fluch der Karibik“ gedreht wurden.

Wallilabu Bay Autoaufkleber Jack Sparrow St. Vincent

Man kann hier noch eine Filmkulisse sehen und überall finden sich Fotos und zurückgelassene Requisiten aus dem Film.

Wallilabu Bay Kulisse Aussenansicht St. Vincent

Auch einige, aus einer Mischung aus Fieberglas und Holz zusammengezimmerten Särge stehen hier noch an der Front des künstlichen Hauses, das ein Teil der Kulisse von „Port Royal“ gewesen sein soll.

Wallilabu Bay Kulisse Särge St. Vincent

Laut dem kleinen Hinweisschild sollen die Särge auch Originalrequisiten sein und es wird hier auch erwähnt, in welcher Szene die Särge zum Einsatz kam.

Wallilabu Bay Särge Hinweisschild St. Vincent

Manche Touristen stellen sich für ein Erinnerungsfoto sogar hinein in die Särge.


Wenn man hinter die Kulisse schaut kann man die Konstruktion aus Rohren und Stangen gut erkennen, die die Fassade zusammenhalten.

Wallilabu Bay Kulisse Innenansicht St. Vincent

Etwas weiter rechts vom Haus gibt es eine kleine „Piraten-Bar“, bei der man versucht hat, mit allerlei „Piratenkrimskrams“ ein bisschen Spelunken-Flair zu erzeugen. Alles in allem könnte man sicherlich noch mehr aus diesem Ort machen.

Wallilabu Bay Piraten Bar St. Vincent

Wenn man durch diese „Piraten-Bar“ hindurch zu den Toiletten geht, kommt man an dieser Tafel vorbei, auf der sich die Schauspieler und die Crew mit ihrer Unterschrift verewigt haben.

Wallilabu Bay Unterschriftentafel Schauspieler und Filmcrew St. Vincent

Draussen gibt es noch die Reste eines Piers, der leider vom letzten Hurricane weggerissen wurde. Hier sollen sogar mal Schiffsattrappen gestanden haben. Leider ist davon nichts mehr zu erahnen.

Wallilabu Bay Bootsanleger St. Vincent

Wenn man den Seeblick nach rechts schweifen lässt, kann man am Ende der Bucht einen steinerenen Torbogen ausmachen.

Wallilabu Bay Höhleneingang St. Vincent

Diese natürliche Felsformation soll im Film als Kulisse für den Eingang in eine Höhle gedient haben. Ich denke, beim nächsten Mal, wenn ich mir einen der Filme anschaue, werde ich wohl auf all diese Sequenzen ganz besonders achten.

Auch die Szene mit dem Mühlrad, auf dem Jack Sparrow durch den Dschungel rollt, wurde hier auf St. Vincent gedreht, und zwar in Mount Winny Bay, was in etwa auf der Hälfte der Strecke von Wallilabu Bay nach Kingstown liegt.


Wie sind dann von der Wallilabu Bay weiter gefahren Richtung Wallilabu Heritage Park.

Auf dem Weg dorthin hat Chris, unser Fahrer immer wieder Leute am Wegesrand gegrüßt und dann auf unserer neugierige Anfrage, wer das denn gewesen sei, gesagt:  „Ohhhh … thats my Cousin as well.“

Er gehört zu einer großen Familie hier auf der Insel, wie er sagt, die zweitgrößte der Insel.


Nach Wallilabu Bay haben wir noch einen Stop am Wallilabou Heritage Park gemacht, der mit EU-Mitteln ins Leben gerufen wurde. Den wirklichen Sinn des winzigen Parks habe ich nicht recht verstanden.

Wallilabu Heritage Park Hinweistafel St. Vincent

Der Park selbst, der etwa 1 US Dollar Eintritt kostet, war eigentlich nichts Besonderes. Interessant waren eher die Ausführungen unseres Tourguides Chris, der über einige Pflanzen spannende Dinge zu berichten wusste, uns kleine reife Guaven zum probieren gebracht hat und einen kleinen Beutel Muskatnüsse geschenkt hat.

Wallilabu Heritage Park St. Vincent

Auch ein kleiner Stachelannonen-Baum war hier in dem sehr überschaubaren kleinen Park, durch den ein kleiner Bach verläuft. 

Wallilabu Heritage Park Stachelannone St. Vincent

Ich kenne dieser Früchte vor allem aus Sri Lanka, wo ich mir gerne eine fast überreife Stachelannone auf dem Markt gekauft habe, um leckeren dicken Saft daraus herzustellen.

Für mich war nun interessant zu erfahren, dass die Einheimischen aus den Blättern des Stachelannonen-Baumes vor allem einen Tee bereiten, der wohl bei Schlafstörungen hilft.

Auch hier im Park gilt es, wie überall in der Natur, die Augen auch für die kleinen Dinge aufzuhaben und so entdeckt man immer wieder mal das ein oder andere Tierchen, das einen neugierig beäugt.

Wallilabu Heritage Park kleine Echse St. Vincent

Das man dabei zumeist lediglich auf solch kleine Echsen stößt hat sicherlich auch damit zu tun, dass die Fauna auf den Karibischen Inseln nicht so umfangreich ist, wie beispielsweise auf vielen Inseln im asiatischen Raum, die längere Zeit durch Landbrücken verbunden waren.

Auf manchen der Inseln hier sollen sich auch Affen befinden, aber die wurden mehr oder weniger hier ausgewildert und sind keine Tiere der heimischen Fauna von St. Vincent.


Wie gesagt, muss man nicht unbedingt zu diesem „Heritage Park“, aber durch Chris und seine Ausführungen war es doch ein interessanter Ausflug und er war ja sozusagen im Package dabei.

Haus von Tourguide Chris St. Vincent

Auf dem Rückweg kamen wir sogar an seinem Haus vorbei, dass direkt an der Straße liegt. Chris ist ein sportlicher Typ, der allerlei Kampfsport Trainiert. Mit ihm ist man also doppelt sicher auf St. Vincent unterwegs.


Vom Park aus weiter, erreichten wir bald darauf den „Buccament Bay Beach“, bei dem einer der Strandabschnitte sogar über weißen Sand verfügt, den man extra mal von einer anderen Karibikinsel hergebracht hat, denn der natürliche Sand der Insel ist eher dunkel, da er vulkanischen Ursprungs ist.

Am Strand war ich eine Runde Schnorcheln und ein paar Unterwasseraufnahmen machen. Kein wirkliches Schnorchelparadies, aber immerhin gut geeignet für einen Badestopp.

Buccament Bay Beach St. Vincent

Wenn man beim Schwimmen oder Schnorcheln unter sich ins Seegras schaut, dann kann es sein, dass man an der ein oder anderen Stelle mal dieses Unterwasserlebenwesen sieht, bei dem manche Badegäste fluchtartig das Wasser verlassen, weil sie denken es handele sich dabei um eine Seeschlange.

Buccament Bay Beach kleine Muräne St. Vincent

Zum einen ist es keine Seeschlange sondern eine junge und völlig harmlose Muräne, die das Seegrass durchstreift. Und zum anderen gehören echte Seeschlangen zwar mit zu den giftigsten Tieren der Welt, aber sie sind überhaupt nicht aggressiv und schwimmen eher ängstlich davon, wenn sie einen Menschen begegnen.

Wir sind noch ein bisschen am Strand geblieben und habe die Menschen dort beobachtet. So wie diesen Jungen, der immer wieder versucht hat, auf einem alten Wakeboard am Strand entlang zu surfen.

Buccament Bay Beach junger Surfer St. Vincent

Auf dem Rückweg haben wir noch versucht, eine Stempel in den Pass zu bekommen. Chris wollte es an einer Marina in Kingstown versuchen, die eigentlich gar nicht auf unserem Weg lag.

Belair Minaral Spring Schild St. Vincent

Dabei hat Chris noch einen kurzen Stopp an einer Mineralquelle „Mineral Springs“ gemacht, deren Wasser man laut Chris bedenkenlos trinken könnte.

Belair Minaral Spring “Spa” St. Vincent

Davon würde ich auf solchen Touren aber generell abraten, denn auch wenn das Wasser die beste Qualität haben sollte, so weiß man nie, wie die hygienische Qualität der Leitungen ist, durch die das Wasser fließt. Die Bezeichnung Spa ist übrigens auch mehr als übertrieben!

Auch hier war es wieder so, dass die Quelle an sich nicht das besondere war, sondern ein ganz besonderer „Wunder-Baum“, auf dessen Früchte uns Chris aufmerksam gemacht hat. Wenn Chris euch als anbieten sollte, zu dieser Quelle zu fahren, dann sagt ihm, dass ihr nur den Baum sehen wollt.

Meerettichbaum Moringa Oleifera St. Vincent

Dabei handelt es sich um den ursprünglich aus Indien stammende Meerettichbaum (Moringa oleifera), der zu der Familie der Bennussgewächse gehört.

Blüten des Meerettichbaums Moringa Oleifera St. Vincent

Von den Blättern bis zu den Wurzeln werden aus seinen Bestandteilen seit Jahrhunderten die verschiedensten Mittel und Essenzen herhestellt, die von Bluthochdruck bis Alterszucker viele Krankheiten bekämpfen können.

Früchte des Meerettichbaums Moringa Oleifera St. Vincent

Worauf uns Chris jedoch im Speziellen aufmerksam gemacht hat, waren die Samen in den länglichen Kapseln, die wie Früchte an diesen Bäumen hängen.

Samen des Meerettichbaums Moringa Oleifera St. Vincent

Wenn man diese aus ihrem Fruchtstand herausnimmt und die braune Schale entfernt, befindet sich darin ein fast weißer Kern.

Wenn man diesen Kern nun gut durchkaut und herunterschluckt, schmeckt danach alles was man trinkt zuckersüß. Und dies auch noch nach ca. einer Stunde.

Wir haben dieses Phänomen alle mal ausprobiert und wir waren über die Wirkung mehr als verblüfft.


Mich persönlich hat die Frucht an die Wirkung der Wunderbeere (Synsepalum dulcificum) erinnert, die ich in Nicaragua mal probieren durfte.

Die Wirkung, der wie Hagebutten aussehenden Fruchte, ist sehr ähnlich wie die der Kerne des Meerettichbaumes. Der Unterschied ist nur, dass die Wunderbeere vor allem saures süß schmecken lässt.

Als ich nach dem Kauen der Wunderbeere, die man allerdings nicht herunterschluckt, sondern lediglich kaut uns wieder ausspuckt, in ein Stück Zitrone gebissen habe, hatte ich das Gefühl eine zuckersüße Orange zu genießen.

Hab dann übrigens gleich die ganze Zitrone aufgegessen, weil sie so lecker war.

Man kann die Wirkung mittlerweile auch zuhause ausprobieren. Wenn man auf Amazon den Suchbegriff „Miracle Berry Wunderbeere“ eingibt, kann man ein Extrakt dieser Wunderfrucht in Tablettenform kaufen. Damit kann man auf jeder Party sein Gäste verblüffen.


Als wir an der Marina angelangt sind, wo Chris versuchen wollte, für uns einen Stempel in den Pass zu bekommen, mussten wir feststellen, dass die Behörden hier wohl keine Möglichkeit sahen, uns diesen Wunsch zu erfüllen.

Das funktioniert auf anderen Karibik-Inseln doch etwas unkomplizierter, wie beispielweise auch auf Curaçao. 

Na egal, es war einen Versuch wert – dafür vielen Dank Chris!


Auf dem Rückweg zum Schiff haben wir noch einen Blick auf die vorgelagerte Insel „Young Island“ geworfen.

Young Island St. Vincent

Auch ein Ort, zu dem man mal einen kleinen Ausflug unternehmen könnte, wenn man mal mehr Zeit auf St. Vincent verbringt.

Aber das wirkliche Highlight von St. Vincent für „Wasserverrückte“ wie mich, sind eigentlich die Grenadinen und hier vor allen die Tobago Cays mit dem Tobago Cays Marine Park.

Wenn man mit dem Schiff ankommt, dann fährt jeden Morgen gleich hier vom Hafen ein großer Katamaran zu den Grenadinen, der auch zu den Tobago Cays fahren soll. der Peis für den Tagesausflug liegt bei 125 US Dollar pro Person.

Man muss allerdings schon sehr früh am Pier sein, da die Anzahl der Plätze begrenzt ist und der Katamaran sehr früh ablegen muss, um vor dem Auslaufen des Schiffs wieder zurück zu sein. 

Man sagt, das Wasser hier auf den Tobago Cays sei extrem klar und es gäbe jede Menge Schildkröten hier im Wasser, die einem beim Schnorcheln vor die Maske schwimmen.


Ebenfalls ein schöner kleiner Ausflug ist eine Bootstor zu den Wasserfällen von Baleine. Dabei handelt es sich um einen schön gelegenen Wasserfall, an dem man im Pool sehr gut baden kann. Beste Bewertungen auf Trip Advisor und die Leute von Bord, die diesen Ausflug über AIDA gebucht haben, waren wohl auch zufrieden.

Es gibt also durchaus noch Ziele für einen nächsten Besuch auf St. Vincent.


Am Hafen angekommen erwartet und die AIDA Perla bei leichtem Nieselregen, was im Gegenlicht ein mystisches Bild erzeugt.

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AIDA Perla im Gegenlicht im Hafen von Kingstown St. Vincent

Morgen betreten wir europäischen Boden auf der zu Frankreich gehörenden Insel Guadeloupe. 

Guadeloupe

Kleiner Stadtrundgang in „Pointe à Pitre“ und chillen auf dem Schiff.

Als heute wieder, wie jeden Morgen, um 7.00 Uhr der Wecker geklingelt hat, war das Schiff zwar noch unterwegs, aber man konnte die Insel Gouadeloupe bereits sehen (zumindest in den Außenkameras des Schiffs über das Bordfernsehen).

Graffiti Pointe à Pitre Guadeloupe

Wir haben zwar eine Innenkabine, aber da man sämtliche Außenkameras des Schiffes auf den Kabinenmonitor holen kann, weiß man immer was draussen los ist und ob es regnet oder die Sonne scheint.

Früher dachte ich mal, dass ich nie in einer Innenkabine schlafen könnte, weil ich ja leicht Platzangst bekomme, aber irgendwie macht es mir hier gar nichts aus.

Das sage ich allerdings unter Vorbehalt, denn wir hatten immer extrem ruhige See auf unserer Reise. Ich möchte nicht wissen, wie es sich anfühlt, wenn man bei hohem Seegang in der Kabine hin und her geworfen wird, ohne dabei seinen Blick am Horizont verankern zu können.


Als wir mit dem Frühstücken fertig waren, lag das Schiff bereits am Hafen von Pointe à Pitre.

Dieses kleine Städchen liegt ziemlich genau in der Mitte bzw. der engsten Stelle der Insel. Man sagt Guadeloupe sieht von oben aus wie ein Schmetterling.

Die Insel, die ein französisches Überseedepartement ist, und damit vollwertiges EU Mitglied, besteht aus zwei Insel-Teilen, die durch eine Landmasse verbunden sind.

Die hügeligen Insel Grande-Terre wo es lange Strände gibt und Zuckerrohrfelder auf der einen Seite und die kleinere Insel Basse-Terre, auf der sich der Parc National de la Guadeloupe mit seinen Wasserfällen von Carbet und dem Vulkan La Grande Soufrière befindet.

Dann gibt es noch die kleineren Inseln Marie-Galante und La Désirade.


Nach all den anderen Inseln, die wir besucht haben und die entweder holländisch oder englisch geprägt waren, was vor allem auch die Sprache anbelangt, so haben wir hier eine rein französischsprachige Insel.

Graffiti Pointe à Pitre Guadeloupe

Es ist kein Geheimnis, dass die „Grand Nation“ sich noch immer weitesgehend davor verschließt anzuerkennen, dass die alles verbindende Weltsprache nunmal Englisch ist und nicht Französisch.

Und so ist es eben auch auf Guadeloupe. Die erste Freude, sozusagen temporär wieder europäischen Boden zu betreten und dabei auch noch das europäische Mobilnetz nutzen zu können verflog recht schnell wieder.

Roaming eingeschaltet und alles war langsamer, als das Bordnetz unseres Schiffes. Man konnte weder eine Seite im Internet öffnen, noch eine App aktualisieren.


An den Souvenierständen, die gleich am Pier aufgebaut waren, haben wir versucht Postkarten zu finden – ohne Französisch zu sprechen fast unmöglich.

Dabei könnte man doch annehmen, dass sich gerade Verkäufer, die auf die Touristen angewiesen sind, auch ein wenig auf diese einstellen. Fehlanzeige!

Damit war der “Wohlfühleffekt” schon mal etwas geschmälert. 


Wir haben dann einen Spaziergang durch Pointe á Pitre gemacht. Was uns dabei wirklich gut gefallen hat, waren die tollen Graffitis, die hier an den verfallenen Häuserwänden zu sehen waren.

Graffiti Pointe à Pitre Guadeloupe

Ich hab ja oben im Bericht schon mal zwei eingebaut. Ich muss zugeben, auch in Ermangelung anderer toller Bilder, da es einfach keine schönen Fotomotive gab hier in Pointe á Pitre – oder ich hab einfach keine gesehen.

Graffiti Pointe à Pitre Guadeloupe

Unterwegs haben wir einen kurzen Stopp im Café „Le Jardin“ eingelegt. Eigentlich ein nettes Plätzchen, aber irgendwie wollte kein Wohlbehagen aufkommen.

Gartencafe Le Jardin Pointe à Pitre

Von hier aus sind wir dann weiter durch die Stadt, an der Kathedrale vorbei bis runter zum Wasser.

Mole am Hafen Pointe à Pitre

An einer Stelle war die Uferbefestigung mit diesen schönen Muscheln eingefasst, die hier allerdings eher wie Abfall herumliegen.

Muscheln am Hafen Pointe à Pitre

Dieser Spaziergang, durch das wenig ansprechende Pointe à Pitre, hat uns dann auch relativ schnell wieder aufs Schiff zurückkehren lassen.


Vielleicht haben wir der Insel damit unrecht getan. Vielleicht eröffnet sich die Schönheit dieser Insel ja erst, wenn man mehr Zeit hat, an den entsprechenden Orten zu verweilen oder wenn man in der Lage ist mit den Menschen hier ohne sprachliche Barriere zu kommunizieren.

Wir konnten es leider nicht! Und wenn man auf einer solchen Karibik-Kreuzfahrt schon auf den schönsten Inseln war, deren Offenheit, Buntheit und erkennbare Lebensfreude erlebt hat, wird ungerechterweise wählerisch.

Es gibt auch hier tolle Strände, die man besuchen kann, aber nach noch einem weiteren Beach war uns heute nicht zumute. Einer der Strände, der häufig angefahren wird ist der „Plage de Grande Anse“. Wenn man sich aber eigehender mit Blogs zu Guadeloupe beschäftigt, findet man auch viele interessante Geheimtipps zu tollen anderen Stränden.


Persönliches Fazit: Während bei den ein oder anderen Inseln durchaus der Drang besteht, diese nochmals zu besuchen, kam dieses Gefühl bei Guadeloupe nicht auf. Weder bei Hans-Peter, noch bei mir!


Zurück auf dem Schiff haben wir heute mal ausgenutzt, dass alle anderen noch irgendwo auf der Insel unterwegs waren.

Denn damit war das Sonnendeck angenehm leer. Ausserdem haben wir bei der Gelegenheit mal die Saunalandschaft der AIDA Perla erkundet. Da heute ja ein “Hafentag” war, konnte man auch die Sauna recht günstig stundenweise buchen.

Normalerweise gibt es da nur Tageskarten für 29 Euro. Heute konnten man eine 3 Stunden Karte für 12,50 Euro bekommen, die haben wir dann auch komplett ausgenutzt.

Damit hatten wir sozusagen einen Wellnestag, was bei dem straffen “Island-Hopping” Programm auch mal ganz gut getan hat.


Morgen sind wir auf der Insel Dominica.


PS: Etwas, das wir erst zu einem späteren Zeitpunkt erfahren hatten war, dass  während unseren Aufendhalts auf Guadeloupe wohl auch mindestens ein Pärchen überfallen wurde und dabei Smartphone und Tasche entrissen wurden. Und einen bewaffneten Raubüberfall gab es außerdem in St. Lucia. Auf 

Dominica

Ankunft in Roseau und Inselrundfahrt über Dominica. Schwimmen in der Titou Gorge, einer engen Felsenschlucht in Laudat, Besuch der Sulphur Springs Schwefelquellen und Besichtigung der Trafalgar Falls. Schulbus unter einem Baobab im Botanischen Garten und Aussichtspunkt „Morne Bruce“.

Dominica – The Nature Island

Eine Erholung ist diese Kreuzfahrt nicht wirklich! Da man fast jeden Tag ein anderes Eiland besucht und natürlich den Drang hat, dieses wenigstens auch im Ansatz kennenzulernen, heißt es jeden Morgen früh aufstehen.

So bleibt kaum Zeit, die ganzen Bilder zu sichten und entsprechend nachzubearbeiten. Auch die Berichte, ohne die ich überhaupt nicht mehr zuordnen könnte, auf welcher Insel was zu erleben war, brauchen ihre Zeit. Also komme ich auch immer erst spät in die Koje.

Jetzt nach mehr als 10 Tagen in diesem Rhytmus trage ich eine leichte Müdigkeit mit mir herum. Auch wenn es seltsam klingt, aber eigentlich bräuchte ich jetzt erstmal Urlaub.

Aber ich weiß ja, dass ich in Santo Domingo und anschließend vor allem in Belize mehr als genug Zeit haben werde, um alles wieder ins Lot zu bringen.


Für Hans-Peter ist es sicherlich stellenweise nicht so toll wie auf unserer Orientkreuzfahrt, da hier alles etwas enger getaktet ist und ich mich immer mal wieder bei den Aktivitäten wie Sport und Abendessen ausklinke, da ich noch an meinen Bildern und Berichten arbeiten möchte, um damit nicht zu sehr ins Hintertreffen zu geraten.

Für Hans-Peter ist es ja der wohlverdiente und langersehnte Jahresurlaub auf den er sich total gefreut hat. Ich habe jedenfalls ein total schlechtes Gewissen, weil ich einfach nicht so present bin wie sonst.

Der Blog ist noch nicht online, weil er noch an den ein oder anderen Ecken hakt und ich bin irgendwie auch noch nicht angekommen auf meiner Reise.

Hoffe Du nimmst mir das nicht übel Hans-Peter … sorry mein Lieber !!!


Am Kreuzfahrt-Terminal von Roseau gab es wieder zahlreiche Angebote an Insel- oder Beachtouren.

Postkarte mit Inselmap Dominica

Klassische Ziele hier auf dieser sehr grünen Insel sind beispielsweise der Emerald Pool, der von einem malerischen Wasserfall in den Felsen gegraben wurde und zum Schwimmen einläd, sowie die imposanten Trafalgar Falls, die sich an zwei Seiten einen mächtigen Felsens ihren weg ins Tal bahnen.

Die Emerald Pools liegen etwas weiter weg von unserem Ausgangspunkt, dem Haven von Roseau. Wir haben uns deshalb für eine Tour entschieden, die uns zu den Trafalgar Falls bringt und bei der wir auf dem Weg dorthin noch eine weitere Besonderheit besuchen können, die “Titou Gorge”, eine enge Schlucht, die man im Süddeutschen Raum wohl eher als eine Klamm bezeichnen würde.

Auf dem Weg durch die bergige Landschaft begegnen wir immer wieder mächtigen Rohrleitungen, die das Wasser zu den Turbinen der Generatoren leitet, die einen Großteil des Stroms für die Insel Dominica produzieren.

Holzwasserleitung Dominica

Manche der Rohre sind sogar komplett aus Holz und sehen aus wie ein gigantischer Tausendfüßler, der sich seinen Weg durch den Dschungel bahnt.


Dies „Titou Gorge“, diese imposante Felsschlucht, in die man nur schwimmend hinein gelangen kann, ist absolut ein Besuch wert. 

Titou Gorge – beschwimmbare Felsenschlucht Dominica

Am Eingang der Schlucht befindet sich eine Hinweistafel, wie man sich hier zu verhalten hat.

Titou Gorge Hinweistafel Dominica

Hier bekommt man dann auch ein paar Schwimmwesten ausgehändigt, die man unbedingt anlegen sollte, denn das Wasser ist bis zu 7 Meter tief und hat zum Teil eine starke Strömung. Diese spürt man vor allem, je näher man dem Wasserfall kommt, der am Ende der schmalen Felsspalte aus dem Regenwald in die Tiefe stürzt.

Wer sich den Wasserfall anschauen möchte sollte sich am Ende der Schlucht zunächst ganz rechts halten und an der Wand entlang schwimmen und dann am Ende auf den kleinen Felsvorsprung zu klettern. der sich kanapp unter der Wasseroberfläche befindet. Von da aus kann man dann um die Ecke schauen und sieht den Wasserfall. Wer versucht direkt auf die Öfffnung zuzuschwimmen, von der das Wasser des Wasserfalls herausströmt, wird gleich wieder davon weggetrieben. 

Am Ende der “One-Way-Tour” lässt man sich mehr oder weniger einfach wieder vom Wasser raustreiben.

Das Wasser ist frisch, aber nicht kalt und es ist ein tolles, wenn auch kurzes Erlebnis, da die Schlucht nicht wirklich lang ist. Es lohnt, sich ein wenig Zeit zu nehmen und dabei immer mal wieder nach Oben zu schauen, wo das satte Grün des Regenwaldes über die Kanten der Klamm lichtdurchflutet nach unten dringt.


Man fühlt sich unweigerlich wie ein Abenteurer oder Pirat, der hierher gekommen ist, um seine Frischwasservorräte aufzufüllen.

Deshalb mag es auch nicht verwundern, dass diese Titou Gorge ebenfallls ein Drehort der Disney-Filmreihe “Fluch der Karibik” war.

Seltsamerweise hat die Insel Dominica es noch nicht verstanden, daraus einen Vorteil für sich zu generieren, so wie beispielsweise die Insel St. Vincet, auf der man ja direkt Fahrten zu den Drehorten anbietet.

Dabei wurden sogar gleich zwei Teile der “Pirates of the Carribean” nämlich Teil 2 und Teil 3 teilweise auf dieser tropischen Insel gedeht.


Nachdem wir uns in der Titou Gorge ausreichend erfrischt hatten, ging die Tour weiter Richtung Trafalgar Falls.

Sulphur Springs – heiße Schwefelquellen Dominica

Auf dem Weg dorthin haben wir noch einen kurzen Stopp bei den Sulphur Springs eingelegt, heißen Schwefelquellen, an denen es mal wieder “wunderbar” nach faulen Eiern gerochen hat und wo kochendes Wasser beständig aus dem Felsgestein brodelt.


Trafalgar Falls Wegweiser Dominica

An den Trafalgar Falls angekommen sind wir, nachdem wir einen kleinen Obolus entrichtet haben, einen kurzen Weg entlang gegangen bis zu einem tiefer gelegenen Aussichtspunkt.

Trafalgar Falls Hinweisschild Dominica

Auch entlang dieses Weges hab ich wieder mal die obligatorische Eidechse fotografisch eingefangen. Ich verspreche, wenn die Reise weiter geht, dann kommen auch wieder andere Tierchen vor die Linse.

Trafalgar Falls Mini-Echse Dominica

Wobei man auch hier noch interessantes Entdecken kann, was man vielleicht nicht vermutet. Denn wenn man den kleine Pfad hinuter zum Aussichtspunkt läuft, sollte man mal auf kleine Erdhöhlen achten, die sich in der Vegetation links und rechst des Pfades verstecken. Wenn man in diese etwas genauer hineinspäht, dann sind man vielleicht die Scheren von Kreben, die darin hausen. 

Krebse wie man sie sonst nur aus dem Meer kennt. Da diese aber hier in den Bergen weit weg vom Meer leben, ist es unwahrscheinlich, dass sie daher kommen. Ich nehme mal an, dass es sich um Landkrebse handelt, die ihre Eier im Sußwasser ablegen.

Witzigerweise gelten diese Krebse sogar als Delikatesse bei den Einheimischen, die aus den Schalentieren vor allem eine Supper bereiten.

Wer also mal hier zu den Trafalgar Falls kommt, sollte ruhig auch mal nach den Krebsen schauen.


Wenn man den Endpunkt des kurzen Pfades erreicht hat, dann hat man einen tollen Blick auf die beiden Wasserfälle, die sich links und rechts eines mächtigen Felsens in die Tiefe stürzen.

Trafalgar Falls Dominica

Vor den Wasserfällen erschließt sich ein Tal voller großer Gesteinsbrocken, die wohl über die Jahre mitgerissen wurden. Hier können anscheinend durch starke Regenfälle blitzartige Fliten entstehen, vor denen auf den Hinweisschildern gewart wird. Deshalb sollte auch jeder selbst entscheiden, wie nah er den Wasserfällen über die zum Teil sehr rutschigen Steine engegenklettern möchte.

Trafalgar Falls Warntafel Dominica

Natürlich kletter trotzdem immer ein paar Leute hoch. Was verboten ist, macht bekanntlich ja noch mehr Spaß. 

Trafalgar Falls im Größenvergleich Dominica

Für mich war es gut, denn so hat man gleich mal einen Größenvergleich, wenn man die kleinen Menschen hier links neben dem Wasserfall im Bild entdeckt.

Bevor wir zum Van sind, um unsere Fahrt fortzusetzen, haben wir wieder mal das einheimische Bier probiert – hier heißt es „Kubuli“

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Dominicanisches Kubuli Bier

Von den Trafalgar Falls aus ging unsere Tour wieder Richtung Küste. So wie wir uns die Serpentinen hinaufgeschlängelt hatten, so ging es jetzt wieder hinunter.

Schon bald hatten wir den Botanischen Garten erreicht, der allerdings nicht wirklich ein Punkt auf unserer Besichtigungstour war, sondern eher auf dem Weg zu unserem letzen Ziel lag, einem Aussichtspunkt über Roseau.

Schulbus unter Baobab im Botanischen Garten von Roseau Dominica

Interessant war im Botanischen Garten vor allem der mächtige Baobab Baum, der dem Hurricane zum Opter gefallen ist. Unter diesem wurde während des starken Sturms ein gelber Schulbus begraben, in dem aber glücklicherweise niemand drinnen saß. Der Bus liegt noch heute unter dem Affenbrotbaum, der sich mittlerweile wieder einen neuen Weg aus seinen Wurzeln nach oben gebahnt hat.

Morne Bruce Aussichtspunkt über Roseau Dominica

Am Ende der Tour hatten wir vom “Morne Bruce” Aussichtspunkt noch einen tollen Blick über Roseau und den Hafen, in dem die AIDA Perla festgemacht hat.

Wer noch ein wenig Hintergrundinformation zu diesem Aussichtspunkt sucht, findet das auf der folgenden Tafel, die hier oben angeschlagen ist.

Morne Bruce Infotafel Dominica

Die Tour mit unserm Fahrer “Martin” war wirklich prima und die 30 US Dollar gut angelegt.


Da wir wieder mal ein paar Postkarten auf den Weg bringen wollten, haben wir uns an einem Souvenierstand schnell welche besorgt und auf den Weg zum Postoffice von Roseau gemacht.

Illustrierte Postgeschichte Dominicas im Postoffice von Roseau

Im Postoffice gab es in einem Vorraum dieses kleine Wandgemälde, dass die Geschichte der Post auf Dominica zum Thema hat.


Holzhaus in Roseau Dominica

Bei dem kleinen Spaziergang durch die Stadt sind uns vor allem auch die alten Holzhäuser aufgefallen. 

Buntes Holzhaus “Villa Kunterbunt” in Roseau Dominica

Manche davon haben mich sehr an die „Villa Kunterbunt“ erinnert. Na ja, „Pippi Langstrumpf“ hätte mit ihren Seeräubergeschichten auch ganz gut hierher gepasst.


Morgen besuchen wir die letzte Insel der kleinen Antillen auf unserer Karibikreise – Antigua.


Bye Bye Dominica

Strandinsel Antigua

Baden am “Jolly Beach” und kurzer Spaziergang durch St. John’s.

Heute erreichen wir die letzte der kleinen Antilleninseln auf unserer Kreuzfahrt durch die Karibik – Antigua.

Welcome to Antigua

Zum ersten mal seit Reisebeginn machen wir gleich mit 3 weiteren Schiffen an einem Kreuzfahrtterminal fest. Dem entsprechend drängeln sich auch viele Menschen hier am Pier.

Glücklicherweise sind wir heute wieder etwas später von Bord und so war die große Masse schon weg.

AIDA Perla am Pier von St. John’s

Wenn man über Antigua recherchiert, so findet man vor allem eine Besonderheit, nämlich, dass die Insel über so viele Strände verfügt, wie das Jahr Tage hat – 365 an der Zahl.

Damit könnte man also theoretisch an jedem Tag an einem anderen Strand baden. Oder anders gesagt, wenn man nur einem Tag Zeit hat, so wie wir, dann sollte man sich vielleicht auch nur für einen Strand entscheiden.

Jolly Beach Antigua

Wir haben uns für den „Jolly Beach“ entschieden, denn nachdem gleich 4 Kreuzfahrtschiffe nebeneinander festgemacht hatten, wurde uns vom bekannten „Dickenson Bay“ abgeraten, da dieser dann völlig überfüllt sei.

Es war in jeder Hinsicht eine gute Entscheidung, denn zum einen war die Tour zum eigentlich weiter weg gelegenen „Jolly Beach“ seltsamerweise günstiger, nämlich nur 6 US Dollar für die einfache Fahrt, anstatt 12 US Dollar und zum anderen, war der Strand tatsächlich nicht so überfüllt.

Ausserdem war die ganze Anfahrt prima organisiert. Wir wurden dort abgesetzt und haben dann mit unserem Fahrer eine Abholzeit vereinbart. Bezahlen sollten wir erst, wenn wir wieder zurück am Schiff sind, das war fair.

Am Strand gab es keine weiteren Kosten, es sei denn man braucht unbedingt einen Sonnenschirm und 2 Liegen, das hätte dann ungefähr 20 US Dollar gekostet. Wie habe uns einfach aufs Handtuch in den Sand gelegt.


Nach einem Strandlauf und ausgiebigen Sonnenbad sind wir dann wieder zurück zum Schiff und haben uns am Immigration noch unseren „Souvenier-Stempel“ für den Pass geholt.

Eigentlich wollte ich noch die letzten Karibikpostkarten auf den Weg bringen, aber leider konnte ich nicht mehr als eine Briefmarke auftreiben und so wurde es nur eine einzige Postkarte – die obligatorische – an mich selbst 🙂

Redcliffe Quay Antigua

Wenn man mal den Bereich um den Redcliffe Quay, an dem die Kreuzfahrtschiffe festmachen verlassen hat, passiert nicht mehr viel in dem kleinen Städtchen St. John’s.

Es gibt noch dieses Denkmal hier, auf einer kleinen Verkehrsinsel in der Stadt St. Johns, dass “Vere Cornwall Bird” zeigt, einen ehemaligen Premierminister von Antigua und Barbuda. Mehr “sehenswertes” hat sich uns in der Kürze der Zeit nicht erschlossen.

Vere Cornwall Bird Monument St. John’s Antigua

Aber bemerkenswert war auf jeden Fall noch dieses lustige Autokennzeichen.

“Fisch” Autokennzeichen Antigua

Ich hab mir gedacht, was man wohl auf der Polizei sagt, wenn man mit dem Fahrzeug einen Unfall hatte. Vielleicht, „Es war wieder mal der “Fisch”, der mir an der Kreuzung die Vorfahrt genommen hat!“


Nach unserem kurzen Stadtrundgang sind wir jedenfalls recht bald wieder zurück aufs Schiff.

Da die AIDA Perla ja mehr zu bieten hat, als man auf einer so kurzen Kreuzfahrt mit so vielen Zielen wahrnehmen kann, sind wir auch um jeden Moment froh, in dem man mal die Annehmlichkeiten des Schiffs genießen kann, ohne Angst zu haben, draussen eine tolle Sehenswürdigkeit zu verpassen.


Antigua ist ein schöne klassische Badeinsel. Vielleicht auch eine tolle Insel, um mit seiner Segelyacht vor Anker zu gehen, genügend geschützte Buchten und Marinas gibt es hier ja.

Nach all den Inseln, die wir auf unsere Karibik-Tour besucht haben, habe ich eine kleine Liste von Inseln, die ich gern nochmal besuchen würde, Antigua ist nicht dabei.


Santo Domingo –Dominikanische Republik

Abschied von der AIDA Perla, Fahrt von La Romana nach Santo Domingo und einchecken ins  Hotel Barceló Santo Domingo – 13. – 18. Dezember 2018

Mittwoch, der 12. Dezember 2018 war unser letzter Seetag auf der AIDA Perla und eigentlich sollte mein Reisepartner Hans-Peter morgen von La Romana aus wieder nach Frankfurt fliegen.

Welcome back in der Dominikanischen Republik

Mein Rückflug wäre ja eigentlich zur gleichen Zeit gewesen, wenn ich mich über das Jahr nicht dazu entschieden hätte, aus der Kreuzfahrt gleich den Anfang meiner Weltreise zu machen.

So hatte ich mich ja dazu entschieden, den Rückflug verfallen zu lassen und einfach weiterzureisen. Mein Plan war es ja, noch ein paar Tage in Santo Domingo zu bleiben und dann von dort aus über Panama nach Belize zu fliegen.

Irgendwie war Hans-Peter in diese Planung, noch etwas länger in der Dominikanischen Republik zu bleiben, nicht eingebunden. Was zum einen daran lag, dass es um diese Jahreszeit nicht so einfach ist, für ihn frei zu bekommen und zum anderen, weil er sich ja auch noch um seine betagte Mutter kümmern muss.

Daß sich in Bezug auf seine Mama die Situation mittlerweile etwas verändert hat, um nicht zu sagen sogar verbessert, da sie einen Platz im Altenheim mit toller Rundumbeteuung gefunden hat, hatten wir irgendwie gar nicht präsent.

Und jetzt, da wieder so ein hektischer letzter Tag an Bord bevorstand, wurde uns das überhaupt erst bewußt.

Um ehrlich zu sein, mag ich diese Abreisetage gar nicht. Man muss nachts schon den Koffer vor die Tür stellen und morgens bis spätestens 9.00 Uhr aus der Kabine auschecken.

Auch wenn mir durchaus klar ist, dass es gar nicht anders geht, weil unser Abreisetag ja bereits der Anreisetag für die nächsten Gäste ist, so ist es dennoch ein komisches Gefühl zwar noch bis zum Abflug an Bord verweilen zu können, aber keine Kabine und keinen Koffer mehr zu haben.

Eine Möglichkeit dies zu umgehen ist es, die Abreise um ein paar Tage nach hinten zu verlegen, auch wenn man diese dann selbst organisieren muss. Aber so packt man einfach früh morgens alles in seinen Koffer, verlässt nach dem Anlegen damit die Kabine und fährt mit dem Taxi direkt ins nächste Hotel und kann erstmal ganz langsam von der Kreuzfahrt runter kommen.

Man kann sich noch etwas vom Land ansehen und vielleicht noch 2-3 Tage Sonne tanken und die schönen Erlebnisse der Schiffsreise revuepassieren lassen, bevor man wieder in den Flieger und bald darauf auch wieder in den Arbeitsalltag einsteigt.

Genau so hatte ich das mal mit Denis in Mauritius gemacht auf unseres Seychellen-Tour und ebenso mit Hans-Peter bei unsere Trans-Reise vom Mittelmeer in den Arabischen Golf.


Da mein Hotel in Santo Domingo sowieso für 2 Personen gebucht war, habe ich Hans-Peter den Vorschlag gemacht, doch noch ein paar Tage zu bleiben und ein wenig in Santo Domingo die Seele baumeln zu lassen, bevor es wieder ins kalte Deutschland geht.

Alles was wir für ihn brauchten, war eine Rückflug von Santo Domingo nach Frankfurt. Aber der war schnell gefunden – ein einfacher Condor-Flug für um die 450 Euro.

Was uns viel größere Probleme bereitet hat, war die Buchung des Fluges, denn gerade an diesem letzten Seetag war das Bordnetz der AIDA Perla hemmungslos überlastet, weil wohl jeder die Gelegenheit genutzt hat, schon mal das ein oder andere Urlaubsfoto an die Lieben zuhause zu schicken.

Die Buchung hat uns fast den halben Tag gekostet und am Ende hatten wir den Flug für ihn sogar gleich zweimal gebucht, weil uns beim ersten Versuch eine Fehlermeldung hat annehmen lassen, die Buchung sei nicht durchgegangen.

Also mussten wir noch irgendwie den Condor Kundenservice erreichen, damit eine der beiden Buchungen wieder storniert wird und das Geld auf Hans-Peters Kreditkarte zurücküberwiesen wird.

Diesen Anruf haben wir von der Kabine aus getätigt, denn nur so hatten wir eine klare Verbindung. Mein erster Versuch via Skype war kläglich am schwachen WiFi gescheitert.


So, jetzt war schon mal klar, dass er noch ein paar Tage bleiben kann und wir somit den nächsten Tag und die ganze Packerei etwas entspannter angehen konnten.

Jetzt war nur noch die Frage, wie wir von La Romana nach Santo Domingo kommen sollten, beide Städte sind schon ein ganzes Stück voneinander entfernt.

Die Lösung war ein Landausflug mit der AIDA, der Santo Domingo zum Ziel hatte. Der hat zwar auch ungefähr 60 Euro pro Person gekostet, aber die Fahrt mit dem Taxi lag auch schon bei 120 Euro.

Also in etwas der gleiche Preis bei 2 Personen, aber bei der AIDA hatten wir ja noch ein Citytour dabei und haben damit gleichzeitg ein bisschen Sightseeing im Programm.

Gesagt getan und sind wir dann am 13. Dezember 2018 morgens mit dem Ausflugsbus nach Santo Domingo aufgebrochen.


Wir hatten einen guten Reiseleiter, der die ganze Fahrt über interessante Dinge über die Insel zu erzählen wusste, von der historischen Geschichte bis zur Neuzeit. Alle Fragen der Gäste konnte er zur vollsten Zufriedenheit beantworten und so war die ca. eineinhalbstündige Fahr recht kurzweilig.

In Santo Domingo angekommen, habe wir dann als erstes das Kolumbus Denkmal besucht.

Kolumbus Denkmal Santo Domingo Dominikanische Republik

Dieser seltsame Betonklotz, der aus der Luft wohl wie ein umgelegtes massives Kreuz aussieht soll gleichzeitig ein Leuchtturm sein, auch wenn das Licht nur ab und zu angeschaltet wird.

Wir hatten hier nur einen kurzen Fotostopp, was mir aber auch völlig gereicht hat. Irgendwie hat mich der viele Beton an das alte Technische Rathaus in Frankfurt am Main erinnert, dass “Gott sei Dank” der neuen Altstadt gewichen ist. Rein planungstechnisch sind die Gebäude wohl auch fast zur selben Zeit entstanden.

Von hier ging die Fahrt weiter ins alte Colonialviertel von Santo Domingo, wo noch ein alter Palast aus Kolumbus Zeiten steht.

Kolumbus Palast Santo Domingo Dominikanische Republik

In diesem hat zwar nicht Kolumbus selbst gelebt, wohl aber ein paar seiner Nachkommen.

Kolumbus Palast Hinweistafel Santo Domingo Dominikanische Republik

Wir haben einen Rundgang mit Audioguide gemacht, um etwas mehr von der Historie des Gebäudes zu erfahren. 

Kanonen im Hof de Kolumbus Palasts Santo Domingo Dominikanische Republik

Eigentlich bin ich bei soetwas immer sehr wissbegierig, aber hier hat sich meine Neugier nicht so recht einstellen wollen und da ich die nicht ganz so hygienischen Schaumstoffkopfhörer nicht mehr länger auf den Ohren haben wollte, hab ich sie abgenommen und mich darauf beschränkt ein paar Bilder zu machen.

Irgendwie gibt es ja immer was zu entdecken.

Auch diesen lustigen Kandidaten, den hier ein Zimmermann oder Holzschnitzer am Ende eines tragenden Balkens angebracht hat war recht unterhaltsam.

Lustige Figur im Kolumbus Palast Santo Domingo Dominikanische Republik

Historiker mögen mir verzeihen, wenn ich dabei unweigerlich an den ein oder anderen Charakter der Muppetshow gedacht habe.


Am Ende des Rundgangs hätte man noch ein Erinnerungsfoto im historischen Gewand machen können, worauf Hans-Peter und ich dann doch verzichtet haben.

Pappaufsteller im Kolumbus Palast Santo Domingo Dominikanische Republik

Vom Balkon des Gebäudes aus hatte man dann noch einen guten Blick über den Vorplatz, auf dem ein riesiger roter Coca-Cola Weihnachtsbaum stand, der Nachts beleuchtet wird.

Coca-Cola Weihnachtsbaum vor Kolumbus Palast Santo Domingo Dominikanische Republik

Vom Kolumbus Palast ging es weiter Richtung Kathedrale. Auf dem Weg dahin hat man nochmal einen anderen Blickwinkel auf den Palast.

Kolumbus Palast Santo Domingo Dominikanische Republik

Unterwegs sind uns noch die ein oder anderen Straßenhändler begegnet, so wie dieser Eisverkäufer, der aber gerade „Siesta“ gemacht hat.

Eiswagen Santo Domingo Dominikanische Republik

Wir haben dann auch noch an einem Souvenierladen angehalten an dem es wirklich enorm viel Plunder gab. Obwohl der ganze Laden über zwei Stockwerke voll war mit kitschigen Bildern, Kühlschrankmagneten, Kaffeebecher und was man sonst noch alles NICHT braucht, war wirklich nicht ein Stück dabei, was ich geschenkt hätte haben wollen.

Souveniers von Santo Domingo Dominikanische Republik

Wir sind dann kurz darauf an der Kathedrale angekommen, wo wir die Möglichkeit hatten, diese innen zu besichtigen, oder aber die Stunde anderweitig zu nutzen.

Da wir uns noch dringend eine SIM-Karte für die Dauer unseres Aufendhalts holen wollten, haben wir uns entschieden, die freie Stunde dafür zu nutzen.

Also sind wir die Haupteinkaufsmeile der Altstadt bis zum nächsten “Claro” Shop und haben uns dort eine SIM-Karte mit Datenvolumen besorgt. Gut, das wir eine ganze Stunde Zeit hatten, denn die haben wir auch gebraucht.

Was lange währt wird endlich gut, und so konnten wir genau zum rechten Zeitpunkt wieder zur Gruppe hinzustoßen.

Noch kurz am Pantheon vorbei, in dem wichtige Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben und dann ging es zurück zum Bus.

Calle Mercedes Santo Domingo Dominikanische Republik

Unser Busfahrer war so nett uns noch ein Taxi herbeizuwinken und schon waren Hans-Peter und ich auf dem Weg ins Hotel “Barceló Santo Domingo”, wo wir für den Rest der Zeit residieren würden. Ein Hotel, das eigentlich ganz gute Bewertungen auf “booking.com” hat.

Leider erinnert der Charme aber eher an die alten Hotels in Bangkok aus den 80ger Jahren. Schwerer dunkler Teppichboden im Flur und beiges Marmorbad.


Na egal, immerhin war es sauber.


Leider war der Service im Hotel nicht der Beste. Ewige Wartezeiten beim Roomservice und ständige Missverständnisse bei den Bestellungen, haben uns das dann irgendwann schon fast mit Humor nehmen lassen.

Das verrückteste war, als bei unserer Pasta-Bestellung der Parmesan gefehlt hat und ich den noch Nachbestellt habe.

Hans-Peter meinte noch, ich sei ein Optimist, den zu bekommen, bevor die Nudeln kalt sind, aber der Mann am anderen Ende der Leitung sagte “only five minutes Sir”!

Also hat Hans-Peter flux die Stoppuhr am iPhone betätigt, um mal zu schauen, wie lang es wirklich dauern würde.

Nach 3 Minuten und 42 Sekunden klopfte es tatsächlich an die Tür, wir waren völlig perplex!

Zurück am Tisch habe ich dann das längliche Päckchen aufgemacht, dass mir der Roomservice in die Hand gedrückt hatte – und heraus kam eine Zahnbürste. Wir haben uns weggeschmissen vor lachen!

Oh mein Gott und ich dachte immer mein Englisch sei relativ gut verständlich.

Das ich so in den Bart nuschel, dass man bei „Parmesan-Cheese“ „Toothbrush“ versteht, lässt mich jetzt doch ein wenig an meiner Aussprache zweifeln.


Wie dem auch sei, der Aufendhalt war dennoch sehr angenehm und absolut relaxing.

Hans-Peter hat das Gym, den Pool und andere Annehmlichkeiten des Hotels ausgenutzt und ich hatte vor allem Zeit, meinen Reisebricht über die Karibik-Kreuzfahrt fertigzustellen und noch das ein oder andere Foto nachzubearbeiten.

Die Zeit verging wie im Fluge und am Montag, den 17. Dezember 2018 ist Hans-Peter dann per Uber-Taxi zum Flughafen aufgebrochen.


Ab jetzt geht die Reise allein weiter.

Belize City

Flug von Santo Domingo nach Belize City. Zimmer in der „Villa Boscardi“ bezogen. Achtung Krokodile, Pelikane beim Fischfang und Riesenhühnchen beim Chinesen.

Es war eine kurze Nacht, denn mein Flug mit Copa Airlines, von Santo Domingo über Panama nach Belize City sollte schon um ca. 8.30 Uhr vom Internationalen Flughafen in Santo Domingo starten.


Morgens hab mir dann ein Uber-Taxi bestellt und mich zum internationalen Flughafen “Las Americas” fahren lassen. Die Fahrt hat ca. 30 Minuten gedauert und 665 Dominikanische Pesos gekostet, das sind etwa 12 Euro. Ein reguläres Taxi wäre wesentlich teurer geworden, vor allem die Hotel-Taxis, die für diese Fahrt gleich 40 US Dollar wollten.


Für alle, die genauso gern mit Uber unterwegs sind, die Dominikanische Republik ist ein “Uber-Land” und damit sicher und günstig zu bereisen.


Am Flughafen habe ich am “Copa Airliines“ Schalter eingecheckt und dabei überhaupt erst realisiert, dass Copa Airlines ja auch zur „Star Alliance“ gehört, ebenso wie Lufthansa.

Der freundliche Mann am Schalter hatte sogar ein paar Worte auf Deutsch in petto, weil er da wohl mal zum Studium war und ruckzuck war ich eingecheckt – die 1-2 Kilo mehr die mein Gepäck hatte, vielen nicht weiter ins Gewicht.

Jetzt hatte ich noch genug Zeit, um völlig stressfrei zu meinem Gate zu kommen. So liebe ich es! 


Am Airport zu warten macht mir nie etwas aus, ich liebe das Flair von Flughäfen. Es ist toll die Menschen der verschiedensten Nationen zu beobachten, wie sie hier umherwuseln. 

Menschen in Anzügen und Krawatte, in farbigen tradionellen Gewändern, in Jogginanzügen, Outdoor-Adventure Funktionsjacken oder gar im grellorangen Mönchsgewand – all dem kann man auf Flughäfen begegnen.

Das habe ich schon als Kind geliebt, wenn meine Elten mit uns Kindern einen Ausflug zur Besucherterrasse des Rhein-Main Flughafens in Frankfurt unternommen haben.

Wahrscheinlich habe ich mich damals schon mit dem Fernweh-Virus infiziert, als ich das erste mal den Duft der „Großen Weiten Welt“ einatmen durfte.


Pünktlich um 8.36 Uhr ging dann mein Copa Airlines Flug „CM 267“ von Santo Domingo in Richtung Panama, wo ich einen kurzen Zwischenstopp haben würde.

Es war ein angenehmer Flug, ich hatte einen Gangplatz und es gabe auch ein kleines Frühstück mit Kaffee und Tee. Der Einsparungswahnsinn Deutscher Fluglinien hat Copa anscheinend noch nicht erreicht.

Kaffeebecher Copa Airlines

Ich hatte auch Gelegenheit, etwas Schlaf nachzuholen, was bitte nötig war, nach der kurzen Nacht zuvor.

Kurz vor der Landung konnte ich noch einen Blick auf Panama City erhaschen und rasch ein iPhone-Foto machen. Schon hier erkennt man die weiße Skyline der City, die sich seit 1999, seitdem Panama den Kanal in Eigenregie verwaltet stetig weiterentwickelt.

Panama Stadt im Landeanflug

Sollte ich Panama beschreiben, dann würde ich sagen, es ist in etwas das für Zentralamerika, was Singapur für Asien ist, eine moderne Metropole und eine Art Oase in Bezug auf die angrenzenden Staaten.

Tocumen International Airport Panama

Um 10.12 Uhr Ortszeit sind wir dann auf dem Tocumen International Airport gelandet. Dieser Fluhafen befindet sich im stetigen Ausbau, denn Panama ist mit seiner Airline „Copa“ das Drehkreuz für Zentalamerika und ebenso für weite Teile Südamerikas.


Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie sich der Menschentyp verändert von Land zu Land. Für viele sehen ja alle gleich aus. Aber wenn man mal ganz genau hinschaut, dann kann man winzige Charakteristika erkennen, die einen bei genauer Beobachtung ohne Probleme einen Chinesen von einem Japaner, einen Vietnamesen von einem Thai oder einen Menschen von den Philippinen von einem Indonesier unterscheiden lassen.

Gleich dazu gesagt, ich erwähne dies in keiner Weise wertend oder gar abwertend. Es ist einfach interessant und manchmal mache ich ein Spiel daraus.

Ich beobachte die Menschen ganz lange und eingehend und irgendwann kann ich vor lauter Neugier nicht an mich halten, stehe auf und frage ganz höflich an, ob ich wohl das Herkunftsland erfahren dürfte. 

Mittlerweile liegt meine Trefferquote bei weit über 90% und gerade mit diesem Spiel lässt sich hervorragend die Wartezeit auf Flughäfen verkürzen. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass man mit ganz vielen Leuten ins Gespräch kommt.

Als ich vor vielen Jahren mal meine Mutter zum Frankfurter Flughafen gebracht habe, saß da ein groß gewachsener junger Mann, der scheinbar auf seinen Weiterflug gewartet hat. Viele hätten ihn wahrscheinlich irgendwie dem Indischen Subkontinent zugerechnet – ich hatte spontan auf Sri Lanka getippt.

Ich war schon auf dem Weg zum Ausgang, als meine Neugier mich übermannt hat, denn zu dieser Zeit hatte ich selbst einen Zweitwohnsitz auf der Tropeninsel und wollte einfach wissen, ob ich richtig liege.

Ich lag falsch! Aber eigentlich auch wieder richtig. Denn der junge Mann war zwar aus Singapur, seine Großeltern seien aber vor vielen Jahren von Sri Lanka nach Singapur ausgewandert, somit hatte ich mich doch nicht getäuscht.

Er erzählte, er komme grad aus New York, wo er studiere und fliege nach Madrid weiter, wo er spanisch lernen wolle und dabei ein Auslandssemester an der Aussenstelle der „University of New York“ in Madrid beginne.

In einem halben Jahr sei er dann wieder in New York und ich solle ihn doch mal besuchen kommen. So bin ich übrigens das erste Mal nach New York gekommen. Ich sag ja, es ist ein lustiges Spiel, bei dem ich schon unendlich viele fremde Menschen kennenlernen durfte.


So wie man das mit der Herkunft nach etlichen Reisen durch Asien einordnen kann, so funktioniert das auch hier in Zentralamerika.

Die Menschen in Panama sehen wieder komplett anders aus. Würde mich jemand nach meinen leienhaften Studien Studien frage, die ich hier unaufgefordert zum Besten gebe, dann würde ich sagen, dass die Menschen aus der Region Panama, Kolumbien und Venezuela viele visuelle Gemeinsamkeiten haben.

Interessant dabei ist, dass ich hier Menschen gesehen habe, die selbst ich direkt nach Asien eingestuft hätte. Den Grund hierfür hatte mir mal ein Reiseführer verraten, den den ich vor 2 Jahren in Panama getroffen hatte.

Der Grund hierfür war der Bau des Panama-Kanals. Glücksritter aus der ganzen Welt machten sich damals auf, um am Bau des Kanals mitzuwirken. Die Menschen kamen aus Europa, aus Indien, China und vielen anderen fernen Ländern, um der Arbeitslosigkeit zuhause zu entfliehen und nach einem besseren Leben zu streben.

Unzählige haben dabei ihr Leben gelassen, dahingerafft von der unerträglichen Hitze, den Strapazen und nicht zuletzt der Malaria.

Diejenigen, die überlebt haben, sind meist im Land geblieben oder in die angrenzenden Länder ausgewandert und haben sich mit den Jahren mit der einheimischen Bevölkerung und auch untereinander vermischt.


So, genug der Ausschweifungen.


Um 12.06 Uhr ging mein Anschlußflug CM 280 von Panama City nach Belize ebenfalls mit Copa Airlines. Und um 13.29 Uhr bin ich dann auf dem Internationalen Flughafen von Belize Ciy gelandet.

Goldson International Airport Belize

Dort angekommen sind mir 3 junge Männer aufgefallen, die ebenfalls Deutsch gesprochen haben, ich weiß selbst nicht, warum ich das nicht erwartet habe.

Irgendwie ist Belize ja nicht so wirklich auf der Reiseliste der Deutschen.

Manche denen ich erzählt habe, dass ich hierher fliege, um im “Blue Hole” tauchen zu gehen, konnten weder mit dem exponierten Tauchspot etwas anfangen (was ich noch verstehe), noch das Land einer Region dieser Erde zuordnen.

Ich glaube, wenn ich gesagt hätte, dass Belize mal “British Honduras” war, hätte das auch nicht viel geändert.


Die Jungs waren jedenfalls vorher in Costa Rica an der Karibik Küste, wo es wesentlich ruhiger sein soll als an der etwas touristischeren Pazifik Küste.

Ich kann es nicht wirklich beurteilen, da ich auf meiner Mittelamerika-Reise vor 2 Jahren ja mehr im Landesinneren unterwegs war.

Danach waren die 3 noch in “Bocas Del Toro” in Panama und jetzt wollen sie noch Belize erkunden bevor es vor Weihnachten wieder nach Deutschland geht.

Jungs, ich hoffe euer fehlendes Gepäckstück ist dann irgendwie noch aufgetaucht! Denn leider hatte ein Rücksack wohl noch gefehlt als das Rollo des Gepäckbandes wieder runter ging – ein Alptraum für alle Traveller!



Am Zoll gab es keine Probleme und so bin ich gleich in die Vorhalle, um zu schauen, ob ich vielleicht irgendwo eine SIM-Karte für mein iPhone bekommen könnte. Fehlanzeige! Außer einem Dutyfree-Shop gab es hier nichts.

Am Taxistand bin ich schnell fündig geworden, auch wenn mir die 25 UD Dollar zu meiner Unterkunft, der “Villa Boscardi” etwas viel erschienen.

Wobei ich am Ende erfahren habe, dass es wohl doch der übliche Preis sei.

Was mir bereits auf der Fahrt aufgefallen ist, waren die Beulen und Schrammen an den Autos. Ich denke mal “Neuwagen” würden sich sehr unwohl fühlen hier in Belize. 

Und auf den ersten Blick hab ich mich auch nicht wirklich wohlgefühlt hier. Aber das ist ja nicht das erste Mal, das mir das so geht. 

In Sri Lanka war das vor vielen Jahren auch mal so gewesen und am Ende habe ich 15 Jahre auf der Insel zugebracht. Nun das wird es hier sicher nicht werden.


Villa Boscardi Leuchtschild Belize City

An der Villa Boscardi angekommen, die durchweg gute Bewertungen auf “Booking.com” hatte, wurde ich von “Pauline”, der guten Seele des Hauses erstmal in Empfang genommen.

Villa Boscardi Namenskachel Belize City

Das Haus ist ein zweigeschossiges Wohnhaus, in dem im ersten Stock die Eigentümerin selbst lebt. 

Villa Boscardi Aussenansicht Belize City

Im Erdgeschoss befinden sich mehrere große Zimmer, die zum Teil auch für Familien Platz bieten.

Villa Boscardi Innenansicht Belize City

Wenn man zur Eingangstür hinein kommt gibt es ein kleines Wohnzimmer und einen Esstisch mit fünf Stühlen. Wenn mal mehr Gäste gleichzeitig frühstücken wollen, dann kann man auch nach draussen auf die Terrasse ausweichen.

Eine kleine Küche gibt es auch, in der man sich jederzeit einen Tee bereiten kann und einen Kühlschrank ist auch vorhanden, den man nutzen kann, um mitgebrachte Getränke zu kühlen oder eigenen Lebensmittel zu lagern.

Villa Boscardi Garten Belize City

Im Garten vor dem Haus gibt es auch noch Plätze, wo man sich hinsetzen kann, um die Sonne zu genießen.

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Villa Boscardi Yacuzzi Belize City

Hinter dem Haus befindet sich auch noch ein Yacuzzi, den man von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr benutzen kann. Man muss nur vorher bescheid sagen, damit Pauline die Heizung anstellt, dann ist er schön warm.


Pauline hat mir jedenfalls alles erklärt und mein Zimmer gezeigt. 

Villa Boscardi Zimmer Belize City

Hier hatte sie auch schon einen freundlichen Willkommensgruß aufs Bett gelegt, die liebe Pauline.

Villa Boscardi Willkommensgru? Belize City

Sauber und freundlich ist es hier und sehr familiär – man fühlt sich auf Anhieb wohl, auch wenn die Villa Boscardi doch etwas vom Stadtzentrum entfernt im Stadtteil “Buttonwood Bay” liegt.

Wenn man nach Downtown Belize City möchte, dann sollte man schon ein Taxi nehmen oder eben den Bus, aber dazu komme ich noch.

Ich hab mich jedenfalls erstmal eingerichtet und bin dann losgezogen ein wenig die Umgebung zu erkunden.

Es ist auf den ersten Blick wenig einladend hier. Belize, dass 1981 von den Briten in die Unabhängigkeit entlassen wurde ist wahrlich kein reiches Land.

Die Tatsache, dass es noch immer Teil des Britischen Commonwealth ist hilft ihm genauso wenig wie all den anderen ehemaligen britischen Kolonien.

Viele alte Holzhäuser stehen hier, die den nächsten Hurricane wohl nicht überstehen würden und ab und an immer mal wieder große Betonhäuser, die fast allesamt einen Wachhund im Garten umherlaufen lassen und an deren Toren Hinweise der Sicherheitsfirmen angebracht sind, die dieses Liegenschaften mit ihrer Überwachungstechnik ausgestattet haben.

Gleich hinter der Villa Boscardi gibt es noch eine Straße, die entlang der Küste verläuft. Einen Strand gibt es hier nicht, nur ein paar verrottende Piers, an denen auch weiter keine Boote liegen.

Das Wasser ist recht trüb und schmutzig und lädt nicht gerade zum Baden ein. Das liegt zum einen an dem Fluß, der sich hier in Belize City und Meer ergießt, aber auch an den unzähligen Zuläufen von den offenen Kanälen der Straßen.

Wenn man diese verstopften Abwasserkanäle entlang der Häuserzeilen sieht, dann muss man kein Umwelttechniker sein um zu erkennen das das Wasser auch aus diesem Grund hier so trüb und grün aussieht.

Neben der Wasserqalität gibt es hier allerdings noch einen wichtigeren Grund, warum man auf das Baden verzichten sollte. Ein unmissverständliches Schild weist darauf hin.

Achtung Krokodile Buttonwood Bay Belize

Einziger einladender Ort hier an diesem Küstenstreifen ist das Restaurant “Belmari at Seashore”. Dieses schöne und luftige Restaurant liegt nur ca. 100 Meter von der Villa Boscardi entfernt.

Belmari at Seashore Restaurant Buttonwood Bay Belize

Man sitzt hier auf einer überdachten Terrasse und kann bei einer leichten Meeresbriese aufs Meer hinaus schauen.

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Belmari at Seashore Restaurant Buttonwood Bay Belize

An dem langen roten Pier machen manchmal Boote fest von Leuten, die übers Wasser hierher zum Essen kommen.

Belmari at Seashore Bootsanleger Buttonwood Bay Belize

Ich selbst war hier nicht Essen, aber ich hatte mal in die Karte geschaut und die Auswahl war durchaus ok. Gäste die ich in der Villa Boscardi getroffen hatte waren wohl zufrieden.

Lustig fand ich diese beiden Werbestühle der Belizian Biermarke “Landshark”.

Belmari at Seashore Beach-Chairs Buttonwood Bay Belize

Besonders den “Sharkbite” in der Ecke der Rückenlehne.

Belmari at Seashore Beach-Chairs Sharkbite Buttonwood Bay Belize

Ich bin jedenfalls noch ein bisschen an diesem Küstentreifen entlang gelaufen und hab die Pelikane beobachtet, die unermütlich aus großer Höhe wie Pfeile ins Wasser geschossen sind, um sich den Bauch mit Fisch vollzuschlagen.

Pelikan beim Sonnenbad Buttonwood Bay Belize

Anschließend haben diese interessanten Tiere ihr Gefieder zum Trocknen ausgebreitet und ein wenig Federpflege betrieben während am Ufer kleine Seidenreiher nach Krebsen und kleinen Fischen Ausschau gehalten haben.

Seidenreiher auf Futtersuche Buttonwood Bay Belize

Wenn man noch weiter nach rechts die Küste entlang läuft kommt man an den großen bunten „Belize-Schriftzug“, der hier gern als Fotomotiv angesteuert wird.

Belize Schriftzug Buttonwood Bay Belize

Hier steht auch noch ein Wegweiser, der Entfernungen zu beliebten Ausflugsorten hier in Belize anzeigt.

Wegweiser Buttonwood Bay Belize

Zwei interessante Orte, die sich vor der Küste von Belize befinden sind die Insel Caye Caulker und der Ort San Pedro.

Wenn ich von meinem Tauchausflug zurück bin, möchte ich dieser Orte auch noch besuchen.


Bevor ich zur Villa zurück bin, habe ich noch einen nahegelegenen Supermarkt aufgesucht um mir ein paar Kleinigkeiten zu besorgen.

Brodies Supermarkt Buttonwood Bay Belize

“Brodies” ist wirklich gut sortiert. Hier hab ich dann auch die Biere der Marke gefunden, die die schicken gelben Stühle an dem “Belmari Restaurant” aufgestellt hatten.

Landshark Lager Bier Belize

Neben dem “Landshark Lager” gibt es auch noch eine weitere Biermarke hier in Belize. Diese trägt eine Maya-Pyramide im Logo und heißt “Belkin”.

Belkin Bier Belize

So oft wie ich in diesem Berichten schon die jeweiligen Biermarken gezeigt habe könnte man annehmen ich sei ein Absoluter Bierfan – dem ist nicht so.

Ich komme ja ursprünglich aus der Grafik-Branche und deshalb interessiere ich mich eher dafür, wie verschiedene Länder ihre geografischen oder kulturellen Besonderheiten in solchen Logos oder Labels umsetzen.

Deshalb liebe ich auch die unterschiedlichen Geldscheine so sehr, die mir auf meinen Reisen begegnen.

Und wenn mir mal wieder ein mehr oder wenig unversehrter Schein in die Hände fällt, dann verschwindet er gleich zwischen den Seiten meines Reiseführers.

Mittlerweile ist schon eine richtige Sammlung zusammen gekommen. Irgendwann bekommt die mein Patenjunge Niklas – also wenn er die überhaupt haben möchte, sonst landet die mal bei der “Helpalliance” der Lufthansa, die Geld in den unterschiedlichsten Währungen der Welt für eine guten Zweck sammelt.


Eine weitere Besonderheit, die ich im Brodies Supermarkt gefunden habe, war etwas, dass ich absolut nicht erwartet hatte.

Es gibt nämlich ein paar Produkte, die ich immer gern von Sri Lanka mit nach Deutschland gebracht habe. Darunter waren ein paar spezielle Keks-Sorten und mein absoluter Lieblingstee.

Dilmah Tee aus Sri Lanka in Brodies Supermarkt Belize City

Dieser Tee der Marke Dilmah ist vielleicht nichts wirklich besonderes, aber für mich der leckerste Tee den es gibt. Ich trinke ja sowieso am liebsten den kräftigen aber nicht bitteren Ceylon-Tee.

In jedem Supermarkt in Sri Lanka bekommt man diesen Dilmah-Beuteltee. leider bekomme ich genau diesen aber nicht in Deutschland und so bringt ihn mir immer mein Freund Peter mit, wenn er wieder aus seiner Wahlheimat Sri Lanka nach Deustchland zurück kommt.

Und genau diesen Tee finde ich hier im Regal von Brodies. Wow damit hatte ich nicht gerechnet.

Und ein Regal weiter fand ich dann auch noch die passenden Kekse aus Sri Lanka dazu. Lemon Puff Zitronenkekse und Hawaian Cookies.

Hawaian und Moringa Kekse aus Sri Lanka in Brodies Supermarkt Belize City

Und – es gibt keine Zufälle – fand ich dann noch diese Kekse, die ich noch nie zuvor gesehen hatte – “Moringa-Cracker”. Witzigerweise genau aus der Pflanze hergestellt, die uns unser Tourguide Chris in St. Vincent gezeigt hatte.

Es gibt immer wieser etwas zu entdecken.


Das ich bei mir so langsam ein kleines Hungegefühl eingestellt hat, bin ich nach meiner Einkaufstour zurück zur Villa Boscardi und schnell meine Sachen abgelegt.

Danach habe ich nur das Nötigste eingepackt, meine “Fake-Geldbörse” mit einem überschaubaren Geldbetrag und für den Notfall und eine Kreditkarte im letzten Winkel meiner Hosentasche.


Vielleicht muss ich das kurz erklären mit der “Fake-Geldbörse”.

Man hört ja immer wieder, dass man im Falle eines Überfalls lieber alles rausgibt ohne Wiederstand zu leisten. Ich würde das auch tun, schließlich kann man ja alles ersetzen, nur das eigene Leben nicht.

Um solche Strolche auch wirklich zufriendenzustellen habe ich für solche Fälle immer eine recht dicke Geldbörse dabei. Darin befinden sich neben einem Bündel 1-5 US Dollarnoten noch ungefähr 4-5 Kreditkarten – alle abgelaufen!

Auf den ersten Blick würde das dann nach “Fetter Beute” aussehen und da die meisten Räuber ja erstmal das Weite suchen und erst im Nachhinein die Beute aufteilen, bliebe genug Zeit zu verschwinden.

Natürlich ist das nur eine Theorie und das Beste ist, immer wachsam zu sein auf Reisen und lieber nicht überfallen zu werden. Aber eine Fake-Gelbörse zu verlieren ist mit Sicherheit leichter zu verkraften, als unersetzliche “echte” Kreditkarten sperren lassen zu müssen.


Ich bin dann jedenfalls losgegangen, denn unweit der Villa Boscardi soll an der Hauptstraße ein einfaches aber recht gutes China-Restaurant sein.

Friendship China Restaurant Buttonwood Bay Belize

Das Friendship-Restaurant sah von außen nicht wirklich einladend aus, aber das tun die wenigsten Restaurants hier. Das liegt vielleicht auch am Staub der Straße, die direkt hier vorbeiführt.

Friendship China Restaurant Buttonwood Bay Belize

Drinnen war es einfach und ein wenig dunkel, aber immerhin gut besucht, was immer ein gutes Zeichen ist.

Während ich am Tresen stand, um die Menü-Karte an der Wand zu studieren, hatte ein Mann neben mir ein wirklich lecker aussehendes gebratenes Hühnchen zum mitnehmen eingepackt bekommen.

Auf meine Frage hin, welches Gericht das auf der Karte sei, meinte die Chinesische Frau hinter dem Tresen, dass sei “Fried Chicken for 6 Dollar”.

Nun, es sah gut aus und 6 Dollar erschienen mir angemessen. Sie fragte dann noch Keule oder Brust und ich entschied mich für die Brust. 

Da ich hier essen wollte nahm ich Platz und schon nach 5 Minuten kam mein Fried Chicken.

Es war riesengroß und wirklich lecker. So ein bisschen wie ein Teil von “KFC” nur in XXL-Format. Es war schön durchgebraten und knusprig – richtig lecker also. Dazu gab’s noch ne Coke Zero für 2 Dollar.

Die große Überraschung kam dann allerdings beim bezahlen. Der Preis war nämlich gar nicht in US Dollar sondern in Belizian Dollar.

Die Währung des Belizian Dollar ist direkt an den US Dollar gekoppelt und wird im Verhältnis 2:1 getauscht. 2 Belizian Dollar sind 1 US Dollar.

Und damit hat das Mega-Chicken keine 6 US Dollar gekostet sondern nur 3 US Dollar. Mit Cola zusammen 4 US Dollar. Cool – ich komm wieder!


Das war doch mal ein schönes Erlebnis und so ist der Tag dann auch angenehm ausgeklungen in der Villa Boscardi in Belize City.


Belize City Downtown

Mit dem Bus zu Belize Telemedia Limited um eine SIM Karte für Belize zu besorgen. Von da zu Fuß nach Down Town Belize City und das Belize Museum besucht. Anschließend zum Haare scheiden bei „Pinos Barbershop“. 

Heute wollte ich mir mal eine SIM Karte besorgen, damit ich auch, wenn ich unterwegs bin in Belize, im Internet recherchieren kann.

Man hat mir gesagt, dazu würde ich am Besten zum „BTL-Office“ gehen, wo es einen „DigiCell“-Schalter gibt, an dem ich eine SIM Karte für Belize bekommen könnte.

Eigentlich wollte ich mit dem Taxi dort hin fahren, aber nachdem ich mitbekommen habe, dass man auch gut mit dem Bus in Richtung City fahren kann, habe ich mich an die Bushaltestelle gestellt.

Die war direkt vor einem großen Department-Store unweit der Villa Boscardi an der Hauptstraße gelegen.

Eine nette Frau hatte mir gesagt, wo ich wieder aussteigen sollte und dass ich das Entgelt für die Fahrt erst beim Verlassen des Busses dem Fahrer in die Hand drücken müsse – maximal 1-2 Belizian Dollar, am Ende war es ein Dollar.

Ich bin dann an der entsprechenden Stelle an einer großen Kreuzung ausgestiegen, von der die St. Thomas Street abging, in der sich das BTL-Office befindet.

Die genaue Adresse lautet: DigiCell, P.O. Box 603, 1st St. Thomas Street, Belize City, Belize.

BTL Belize Telemedia Limited Logo Belize City

Man kann das Gebäude nicht verfehlen. Davor stehen hohe gerade Palmen und die Fassade hat Farbelemente aus dem BTL-Logo. Im Hof hinten links ist ein kleiner flacher Bau, an dem das Logo der Telefongesellschaft prangt.

BTL Belize Telemedia Limited Öffnungszeiten Belize City

In dem Office der Belize Telemedia Limited befindet sich gleich rechts der Schalter von DigiCell, der besten Mobilfunk-Company von Belize. Man sagt, sie hätten das schnellste Netz.

Ich habe dann nach einem Internet-Package gefragt und die freundliche Dame hat mir folgendes Info-Blatt zugeschoben:

BTL Belize Telemedia Limited Data-Package Belize City

Ich habe mich für das XXL Paket entschieden für 45 Belize Dollar, was etwa 22,50 US Dollar sind bzw. knapp 20 Euro.

Dazu kommt noch eine einmalige Einrichtungsgebühr von umgerechnet 10 Euro, also insgesamt 30 Euro und ich kann sorgenfrei online gehen auch ohne WiFi-Zone.

Das ist es mir Wert! Und er ganze Ablauf war dazu höchst unkompliziert. 


Was man bei solchen Aktionen allerdings immer dabei haben sollte, ist der Reisepass. Hier hätte wohl auch ein Führerschein genügt, aber der Pass ist immer besser, weil man die Akzeptanz vorher ja nicht kennt.


Jetzt konnte ich mit dem iPhone auch gleich meine Position bestimmen und da ich gar nicht mehr so weit weg war von Downtown Belize City, hab ich einen Spaziergang entlang der Hauptstraße gemacht.

Das hatte auch den Vorteil, dass ich wesentlich mehr gesehen habe.


Es gibt hier tatsächlich sehr viele alte Holzhäuser. Allen gemein ist, dass sie wohl schon besser Zeiten gesehen haben.

Auch die Farbe kann über kann darüber nicht hinwegtäuschen. Schön anzusehen sind sie allemal, aber es stellt sich die Frage, ob man gern darin wohnen würde, wenn man weiß, dass auch mal starke Stürme die Küste von Belize treffen können.


Ich hatte ja den Begriff „Villa Kunterbunt“ schon einmal verwendet. Aber hier war jetzt ein Gebäude, das absolut so ausgesehen und mich an Pippi erinnert hat.

“Villa Kunterbunt” Belize City

Es war aber anscheinend unbewohnt und dem langsamen Verfall preisgegeben.


Mein Weg hat mich weiter Richtung Stadtzentrum geführt. Ich habe dabei noch einen kurzen Schlenker gemacht, weil ich mal die Küstenlinie sehen wollte.

Küstenpromenade Belize City

Aber hier an der „Bhojwani Promenade“ war es ähnlich wie in Buttonwood Bay, irgendwie nicht so einladend.

Bhojwani Promenade Belize City

Ich bin dann wieder Richtung Down Town abgebogen und auf einmal stand ich vor dem „Belize Museum“. 

Tor zum Belize Museum Belize City

Das stand zwar nicht auf meiner Besichtigungsliste, aber wenn ich schon mal da war, dachte ich, dann kann man auch hinein gehen.

Belize Museum Belize City

Das Museum war ursprünglich mal ein Gefängnis, vor allem für Sklaven. Heute beherbergt es ein kleines Museum, dass sich im rechten unteren Bereich mit dem Thema der Sklaverei auseinandersetzt und im linken Trakt eine kleine Art Gallery untergebracht hat und eine Münz- bzw. Geldscheinsammlung.


Belize Museum Themenbereich Sklaverei Belize Stadt

Im oberen Stockwerk befindet sich noch eine Ausstellung zur Geschichte der Maya in Belize.


Der Eintritt kostet 5 US Dollar.


Ich bin dann erstmal durch die Abteilung, die sich mit dem Thema der Sklaverei beschäftigt hat. Hier konnte man beispielsweise erfahren, aus welcher Region Afrikas die meisten Sklaven hier in Belize stammten.


Belize Museum Themenbereich Sklaverei Belize Stadt

Es gab alte Karten von Belize auf denen man sehen konnte, wo die Sklaven in der Stadt mal untergebracht waren

Belize Museum Themenbereich Sklaverei Belize Stadt

Was ich ganz spannend fand, war ein Teil der Ausstellung, der sich mit der Mythologie und mit Geschichten beschäftigt hat, die man sich heute noch in Belize erzählt und die ihre Wurzeln ursprünglich in Afrika haben.

Belize Museum Themenbereich Sklaverei Belize Stadt

Anhand gleicher Worte und Bedeutungen könnten man diese Geschichten zuordnen, für mich immer ein spannendes Thema.

Belize Museum Themenbereich Sklaverei Belize Stadt

Bei der „Anansi“ Spinnengeschichte fanden sich Beispielsweise Parallelen zu Volksgruppen im Afrikanischen Ghana.

Belize Museum Themenbereich Sklaverei Belize Stadt

Ich habe mir danach auch noch die Ausstellung der Maya angeschaut. 

Viel gab es allerdings nicht zu sehen. Es gibt Zeichnungen von Mayapyramiden, wie diese von Cuello im Orange Walk District.

Zeichnung zu Cuello im Orange Walk District
Beschreibung der Zeichnung zu Cuello im Orange Walk District

Auch ein großes Stein-Relief war hier zu sehen, das wohl eine wichtige Maya-Persönlichkeit zeigt.. Ob es ein Original oder eine Replik war, konnte ich leider nicht herausfinden.

Maya Relief im Belize Museum Belize City

Alles in allem muss man sagen, man muss nicht unbedingt hier hinein. Die 5 US Dollar sind auch ein bisschen viel, für das was man geboten bekommt.


Was mich aber am Ende gefreut hat war, dass die nette Dame vom Museumsshop mir Briefmarken für meine Postkarten verkauft hat, ohne irgendeinen Aufpreis zu nehmen.


Von da bin ich dann weiter Richtung Stadtmitte gelaufen.

Im Stadtzentrum angekommen habe ich dann erstmal nach einem „Barbershop“ gesucht, denn ich wollte doch noch dringend zum Friseur bevor ich aufs Tauchschiff gehe.

Nicht damit ich besonders hübsch aussehe, wenn ich irgendwelchen Haien begegne – ich hasse es nur, wenn ich mehr als 2-3 mal mit dem Handtuch rubbeln muss, bis die Haare trocken sind – und ich geh davon aus, dass dieser Tauchtrip ein nasses Unterfangen wird.


In einem Laden, in dem ich gefragt habe hat man mir gesagt, ich solle in die „Kingstreet“ zu „Pino’s Barbershop“.


Pino’s Barbershop Kingstreet Belize City

Die Kingstreet war eben so schnell gefunden wie der Laden und als ich hereintrat, war Pino grad bei der Arbeit.

Pino’s bei der Arbeit in seinem Barbershop in Kingstreet Belize City

Ich habe mich dann erstmal hingesetzt und gewartet, bis ich an der Reihe war.

Das hat allerdings etwas gedauert, weil der Junge, der grad auf dem Stuhl saß, nur einer von vier Kandidaten war, die alle noch eine neue Frisur vor Weihnachten bekommen sollten.


Das Warten war aber eigentlich sehr unterhaltsam, nachdem ich mit der netten Lady ins Gespräch gekommen war, die die Jungs hierher gebracht hatte.

“Marj” war die Mutter von zweien der Jungs und die Tante von den anderen beiden.

Wir haben uns prima unterhalten und irgendwie hab ich mich in dem kleinen Laden zum ersten mal ein wenig vertraut gefühlt, denn es war das erste wirkliche Gespräch mit Einheimischen außerhalb der Villa Boscardi.

Marj und ihre Family in Pino’s Barbershop in Kingstreet Belize City

Als die ganze Familie durch war gab’s noch ein Gruppenfoto und dann war ich dran.

12 Belizian Dollar, also ca. 5 Euro waren super günstig und absolut gut angelegt. Pino hatte guten Job gemacht uns ich hab ihm versprochen ihn in meinem Blog zu erwähnen, falls wieder mal jemand einen Herrenhaarschnitt braucht in Belize City.

Peters Sticker an Pino’s Barbershop in Kingstreet Belize City

Und damit derjenige gleich weiß, dass er hier an der richtigen Adresse ist, hab ich noch einen Sticker am Eingang hinterlassen. 


Anschließend bin ich noch ein bisschen durch die Stadt gelaufen, um mir einen besseren Überblick zu verschaffen.


Dabei kam ich dann noch am diesem Hindutempel vorbei.

Hindu Tempel Belize City

Und am alten „Clock Tower“ aus dem Jahr 1924.

Clock Tower Belize City

Ich hatte dann noch vor, am Fähr-Terminal vorbeizuschauen, denn wenn ich von meinem Tauchausflug zurückkomme, möchte ich ja noch nach San Pedro und auf die Insel Caye Caulker.

Dabei bin ich wieder über die kleine Brücke gekommen, die über den Belize River führt und Belize City in zwei Teile teilt.

Brücke über den Belize River Belize City

Vorbei am alten Postoffice ging die Straße dann weiter Richtung Wasser.

Postoffice Belize City

Nicht weit von hier hab ich dann das Terminal erreicht, dass man schon an seinem großen „Hinweisschild“ erkennt.

Belize Express Wassertaxi Hinweistafel Belize City

Hier gibt es etliche Souvenier-Läden und auch kleine Restaurants. Ganz am Ende zum Wasser hin auf der rechten Seite befindet sich dann der Schalter vom „Belize Express – Watertaxi“.

Belize Express Wassertaxi Logo Belize City

Hier kann man die Abfahrtszeiten erfragen und auch Tickets kaufen. 

Belize Express Wassertaxi Fahrplan Belize City

Man kann von hier aus nach San Pedro fahren, oder auch nach Caye Calker übersetzten.

Belize Express Wassertaxi Fahrplan und Kontaktnummern Belize City

Alle Infos gibt es auch im Netz unter: www.belizewatertaxi.com

Nachdem ich all meine Informationen zusammen hatte, hab ich mir dann ein Taxi genommen und bin zurück nach Buttonwood Bay.

15 Belizian Dollar wollte der Fahrer und hat auch nicht mit sich handeln lassen, aber umgerechnet 7 Euro waren auch ok.

Er hat mich dann beim „Friendship Chinese Restaurant“ herausgelassen, denn so langsam hat sich ein wenig Hunger bei mir eingestellt.

Heute gab es „Fried Rice mit Chicken“. Als die Frau am Tresen mich gefragt hat, ob für 9 oder für 14 Dollar, habe ich mal lieber nur die 9 Dollar Version genommen, denn ich hatte schon den Verdacht, wie das ausfallen würde.

Und tatsächlich, auch die vermeintlich „kleine Portion“ war riesig und kaum zu schaffen.

Fried Rice im Friendship Chinese Restaurant

Mit einem leckeren kalten Belkin Bier ging es aber gut runter und ich bin mit vollem Bauch zurück zur Villa Boscardi.

Belkin Bier im Friendship Chinese Restaurant

Hab dann noch ein bisschen Bilder gesichtet und Bericht geschrieben und bin dann zufrieden eingeschlummert.


Morgen und Übermorgen, also am 20. und 21. Dezember 2018 werde ich nur in der Villa bleiben. Es gibt noch einiges aufzuarbeiten und zu planen für die Zeit, wenn ich vom Schiff und meiner Tauchtour durch die Inselwelt Belizes am 29. Dezember 2018 zurückkomme.

Da es auf dem Schiff kein Internet gibt, wird man in dieser Zeit auch nichts von mir hören – nehm ich mal an.


Also dann … allen eine schönes und gesegnetes Weihnachtsfest und schon mal alles Gute für 2019.


Belize Tauchsafari

Abschied von der Villa Boscardi und Einchecken auf der Belize Aggressor 4 zur Tauchsafari entlang des großen Barrier-Riffs vor der Küste Belizes  (22.-29. Dezember 2018) 

22 Dezember 2018. Heute war mein letzter Tag in der Villa Boscardi. 

Da ich erst ab 15.00 Uhr auf dem Tauschschiff, der Aggressor 4, einchecken kann, habe ich noch etwas Zeit. Nach einem guten Frühstück mit Toast, Peanutbutter und Mangomarmelade räume ich langsam mein Zimmer, damit Pauline es schon für die nächsten Gäste herrichten kann.

Pünklich um 14.00 Uhr steht “James” vor der Tür.

James ist ein Taxifahrer, mit dem man auch Touren zu den Maya-Ruinen unternehmen kann. Pauline hatte ihn mir empfohlen, da er immer mal wieder Gäste der Villa Boscardi transportiere und die durchweg zufrieden seien.

Da ich sowieso vor habe ein paar Touren mit ihm zu unternehmen wenn ich wieder zurück an Land bin, hatte ich auf dieser kurzen Fahrt zum Radisson Hotel Gelegenheit ihn kennenzulernen.

James hat für die Fahrt 5 US Dollar genommen, was völlig ok war.

Ich hab dann schon mal die erste Tour mit James ausgemacht für den 2. Januar 2018, da werde ich mit ihm die Maya-Pyramiden von Xunantunich besuchen.


Am Pier vor dem Radisson Hotel angekommen konnte ich die Aggressor 4 schon am Ende des Anlegers ausmachen. Da ich noch etwas früh war, hab ich wenigstens schon mal mein Gepäck aufs Schiff gebracht und bin anschließend an die Poolbar vom Hotel und hab einen Banana Daiquiri getrunken.

Ein bisschen Rum, ‘ne ganze Banane, etwas Ananas- und Limettensaft, kein Zucker und ganz viel Eis – das ganze in den Mixer und schon war mein Mittagessen fertig. 

Durch die Banane war ich satt und der Rum hat meine beschwingte Stimmung, endlich aufs Wasser zu kommen noch abgerundet.

Da jetzt auch schon fünf vor drei war und ich in der Ferne die ersten Gäste das Schiff habe besteigen sehen, bin ich auch langsam Richtung Schiff gegangen.

Belize Aggressor 4

Schnell noch ein paar Bilder von dem Tauchschiff, denn für die nächsten 8 Tage würde ich die Aggressor 4 ja nur noch von innen sehen bzw. vom Wasser aus, wenn ich von meinen Tauchgängen aufsteige.

Owners Suite – Cabin No. 1 – Belize Aggressor 4

Meine Kabine ist etwas tiefer unter Deck gelegen und trägt die Bezeichnung “Nr.1 Owners Suite”.

Kabine auf der Belize Aggressor 4

Es ist eine gemütliche Zweitbett-Kabine mit ausreichend Platz. Sie liegt zwar etwas tiefer als die anderen Kabinen und hat infolgedessen auch nicht solch große Panoramafenster, wie all die anderen Kabinen ein Deck höher, aber dafür ist sie zum einen geräumiger und zum anderen lässt sich das kleine Fenster auch besser verdunkeln.

Kabinen-Bad auf der Belize Aggressor 4

Das Bad ist auch relativ groß. Es verfügt über ein Waschbecken.

Duschkabine auf der Belize Aggressor 4

Es gibt eine große Dusche und eine geräumigeToilette.

Toilette auf der Belize Aggressor 4

Was braucht man mehr.

Nachdem ich meine Sachen verstaut habe, mache ich mich auf den Weg nach oben, um ein wenig das Schiff zu erkunden und auf die anderen Mitreisenden zu warten.

Als ich die Türe schließe und noch mal auf das Kabinenschild „Owners Suite“ schaue, muss ich daran denken wie es wäre, ein solches Schiff tatsächlich zu besitzen.

Die Weltmeere damit durchkreuzen und an all den wunderbaren Orten anhalten, wo es mir gefällt.


Und schon höre ich wieder meine innere Stimme sagen “Red’ nicht so einen Blödsinn Peter, du wärest nur wieder unfrei und auf die Dauer mega unglücklich!” 

Stimmt! Hier zu sein ist toll, aber nach einer Weile würde es mich sowieso wieder in andere Teile der Welt ziehen und was mach ich dann mit meinem Schiff?!

Das gleiche gilt aus meiner Sicht auch für Grundbesitz im Ausland. Ein Ferienhaus in Spanien oder sonstwo in der Welt mag auf den ersten Blick verlockend erscheinen. Aber wenn man erstmal den Kaufvertrag unterschrieben hat stellt man schnell fest, das man damit auch Verantwortung und Unfreiheit erkauft hat.

Von jetzt ist man mehr oder weniger gezwungen immer wieder hierher zu kommen. Und wenn es nur ist, um die notwendigen Reparaturen vorzunehmen, lästige Behördengänge zu erledigen oder sich mit unangenehmen Nachbarn herumzuschlagen.

Wie zum Beispiel bei guten Freunden dieses Jahr auf Mallorca passiert, wo die neuen Nachbar mal mir nichts dir nichts den alten Baum gefällt haben, der  immer so schön Schatten gespendet hat und zudem nicht auf dem Grundstück der neuen Nachbarn gestanden hat, sondern auf dem Teil, der meinen Freunden gehört.

Eigentlich ein klarer Fall für die Schrotflinte. Aber wir leben ja glücklicherweise nicht in Texas sondern in Europa und da zieht man dann eher in langwierige und kostspielige Recht-Streits, die am Ende neben Geld vor allem Nerven kosten.

Wäre das Häuschen gemietet, dann könnte man jetzt ganz bequem in ein anderes Anwesen umziehen und die üblen Nachbarn schnell vergessen.


Man kann in solchen Situationen nicht von heute auf morgen die Koffer packen und verschwinden, auch wenn man sich nicht mehr wohl fühlt an dem Ort, den man vielleicht vor etlichen Jahren mal als so paradiesisch empfunden hat.

Irgendwie bemittleide ich auch all diejenigen, die beispielsweise so viel Geld haben, dass sie neben einem Apartment in New York auch noch ein Finka auf Mallorca, ein Condominium in Honolulu und ein Haus in Paris haben. 

Zum einen kann man ja immer nur an einem Ort sein und zum anderen glaube ich fest daran, dass man nicht glücklich ist, WEIL man in einem tollen Haus an einem schönen Ort wohnt, sondern es mehr darauf ankommt, MIT WEM man dort wohnt. 

Mit der richtigen Person an seiner Seite kann ein einfaches Zelt oder auch nur der Sternenhimmel schöner sein, als jedes Märchenschloss.

Wie oft liest man in der Boulevardpresse, das wiedermal ein Celebrity seine Villa in Monaco verkauft, weil er oder sie realisiert haben, dass man schon über 10 Jahre nicht mehr dort war und es deshalb keinen Sinn macht, weiterhin Grundsteuer, Hauspersonal, Gärtner und Security zu bezahlen.

Meine kleines Apartment in Frankfurt reicht mir allemal. Eine „Homebase“ für meine Reisen, ein Rückzugsort, wenn ich die angenehme Beständigkeit meiner Heimat Deutschland genießen möchte und so Gott will vielleicht mal mein Altersruhesitz. 

Und sind wir doch mal ehrlich, alles ist nur geliehen. Heinz Schenk unser hessischer Barde aus dem “Blauen Bock” hat dazu mal einen wunderbares Lied komponiert, in dem er diese Tatsache mehr als treffend beschreibt.

Wir kommen auf diese Welt mit leeren Taschen und wir verlassen sie ohne auch nur irgend etwas unserer materiellen Errungenschaften mitnehmen zu können.

Alles was unsere Seele im Gepäck hat, wenn sie denkt es ist an der Zeit weiterzuziehen sind die Erlebnisse, Eindrücke und Gefühle die sie auf diesem wunderbaren Planeten hat sammeln dürfen.


Sorry, ich schweife wieder ab! 

Aber eigentlich habe ich ja auch das Bedürfnis, hier in diesem Blog nicht nur über‘s Reisen zu schreiben, sondern auch über Dinge die mich Beschäftigen oder zum Nachdenken anregen.

So bin ich ja auch eigentlich auch auf den Blognamen gekommen, den viele bestimmt als „Peters Weltreisen“ lesen.

Tatsächlich ist er aber entstanden als „Peters Welt“ und erst später mit dem Anhang „.reisen“ versehen worden, da „.de“ und „.com“ nicht mehr frei waren.

In Kombination hat mir das dann gut gefallen, auch wenn man es vielleicht vordergründig als „Weltreiseblog“ wahrnimmt.

Im Moment passt das ja auch ganz gut, weil ich ja tatsächlich auf Weltreise bin. 

Aber für mich wird dieser Blog auch ein bisschen ein „Online-Buch“ sein, in dem ich all meine Gedanken festhalten und zum Nachdenken anregen möchte.


Aber kommen wir mal wieder zurück zum „Liveaboard“, wie man solch eine Tauchsafari bezeichnet. 

Also ein Schiff, auf dem man sich eine Kabine mietet, fast wie auf einer Kreuzfahrt, nur eben mit dem Ziel an möglichst viele und hoffentlich schöne Tauchplätze zu gelangen und die Unterwasserwelt zu erkunden, anstatt sehenswertes an Land.

Wie auf den meisten Schiffen gibt es hier Doppelkabinen, also teilt man sich die Kabine entweder mit jemandem, mit dem man die Reise schon gemeinsam gebucht hat, oder man bekommt einen Kabinennachbarn zugeteilt, den man nicht kennt und von dem man nur hoffen kann, dass er passt.

Nun, ich bin ja allein hier, also trifft mich Variante Nummer zwei.


Puhhh … Glück gehabt! Fredrik Eder mein „Kabinen-Buddy“ ist Norweger und ein netter und hilfsbereiter Mensch.

Und vor allem ist er ein humorvoller Zeitgenosse, der an Weihnachten dann auch mit seiner Nikolaus-Mütze ins Wasser gestiegen ist.

Fredrik der Norweger mit Nikolausmütze

Fredrik hat weit über 300 Tauchgänge und wird den 400sten wohl auf dieser Reise absolvieren.

Wenn jemand so viel Taucherfahrung hat, dann ist er sehr wahrscheinlich auch ein guter „Dive-Buddy“. Und genau so war es dann auch.

Was für mich besonders hilfreich war, dass Fredrik nahezu den gleichen Tauchcomputer wie ich besitzt und sich in folgedessen auch gut damit auskennt.

Ich habe mir ja erst kurz vor Reisebeginn einen neuen Suunto Tauchcomputer zugelegt uns zwar so ein Modell mit “Tank-Pod”. 

Das schöne an den der Kombination aus Tauchcomputer und Funksensor an der “Ersten Stufe” ist, dass man den Flaschendruck direkt am Tauchcomputer ablesen kann.

Also kann man auch jedesmal, wenn man seine Tauchtiefe und die verbleibende “Nullzeit” kontrolliert sehen, wieviel Luft noch in der Flasche ist.

Zudem bekommt man ein Alarmsignal, wenn der Luftdruck unter die magische Grenze von 50 bar sinkt. Genial – wenn auch keine Neuheit, denn das gibt es schon länger auf dem Markt.

Neu war es aber für mich und deshalb war es auch so gut Frederik dabei zu haben, denn er konnte mir genau erklären, wie ich den neuen Computer einrichten muss und wie ich ihn korrekt mit der “Ersten Stufe” des Atemreglers verbinde.


Für heute war noch kein Tauchgang angesetzt. Der Plan war, am folgenden Morgen um 5.00 Uhr abzulegen und den ersten Tauchplatz anzusteuern.

So war der erste Tag mehr dem Kennenlernen der anderen Teilnehmer vorbehalten und mit den Gegebenheiten an Bord vertraut zu machen.

Ich finde das immer äußerst spannend. Die Menschen, die der Leidenschaft des Tauchens nachgehen kommen aus allen Altersklassen, den unterschiedlichsten Berufsgruppen und vor allen auch aus den verschiedensten Ländern.

Frederik aus Norwegen, Linda aus Holland, Brigitte aus Amerika, die aber ursprünglich aus Deutschland kommt und seit mehr als 30 Jahren in den Staaten lebt.

Ein Pärchen aus Südkorea, das mittlerweile in Amerika lebt, ebenso wie ein junges Mädchen aus China, die mittlerweile bei Facebook in USA arbeitet. Und dann noch die liebe Leandra, die ursprünglich aus Bern in der Schweiz kommt, aber jetzt in Mexico City Kinder in Deutsch unterrichtet.

Bunt gemischt sind die Menschen hier, aber alle verbindet das Interesse, die marine Fauna und Flora zu erkunden und sich an der bunten Vielfalt der Unterwasserkreaturen zu erfreuen.

Jeder hier an Bord ist schon auf der ganzen Welt herumgekommen und so kann man auch immer wieder vielen spannenden Geschichten lauschen und sich Notizen machen, wo man noch unbedingt hin muss.


Ich denke die Ziele gehen einem niemals aus, nur die Zeit noch alles zu sehen, gerade deshalb sollte man nichts aufschieben.


Schnell wächst man als eine Art Familie zusammen. Man hilft sich gegenseitig, gibt sich Tipps und unterhält sich über Gott und die Welt, wobei es eher der “Meeres-Gott” und die “Unterwasser-Welt” ist, über die man spricht.

Chris – Kapitän der Belize Aggressor 4

Apropos „Meeresgott“, der nette Mann hier im Poseidonkostüm ist unser Kapitän Chris. 

Chris ist ebenfalls ein sehr angenehmer Mensch, mit dem es Spaß macht unterwegs zu sein.

Die „Batman“ Tauchhaube, die er hier im Bild trägt stammt von einer unserer chinesischen Taucherinnen, die damit immer abgetaucht ist und so unter Wasser wie „Batgirl“ durch die Korallen geschwebt ist.


Die Versorgung hier an Bord ist wunderbar. Tolles abwechslungsreiches Essen, alle Arten von Softdrinks, die verschiedensten Weine und sogar Bier vom Faß.

Der Essenbereich ist sehr gemütlich und es wird immer wieder liebevoll für uns eingedeckt. Ein rundum Verwöhnprogramm hier auf der Aggressor 4.

Diningroom auf der Belize Aggressor 4

Die Abende an Bord lässt man dann auch bei einem guten Wein oder einem Bierchen ausklingen bevor man erschöpft von den Tauchgänge in die Koje sinkt und sich sanft von der Dünung des Meeres in den Schlaf wiegen lässt.

Sonnenuntergang über dem Meer von Belize

Belize Turneffe Atoll

Tauchen am Turneffe Atoll mit der Belize Aggressor 4. Tauchsafari entlang des großen Barrier-Riffs vor der Küste Belizes (22.-29. Dezember 2018).

23 Dezember 2018, Turneffe Atoll, Belize

Eigentlich sollten wir heute so gegen 5.00 Uhr vom Pier ablegen und unseren ersten Tauchplatz ansteuern. Die Fahrt sollte ca. 2 Stunden dauern, bis wir den ersten Spot erreichen.

Als ich um 7.00 Uhr jedoch an Deck ging, lagen wir immer noch am Pier, obwohl das Schiff zwischendurch, wie ich angenommen hatte, Fahrt gemacht hatte. Der Grund dafür lag an einem kleinen Defekt an der Pumpe einer der Maschinen, die die Aggressor 4 Antreibt. Und deshalb waren wir nicht „immer noch“ am Pier, sondern „wieder“.

Der kleine Schaden war jedoch schnell behoben und so konnten wir endlich auslaufen. Für mich war es gut, nochmal in der Nähe vom Festland zu sein und damit Internet zu haben, denn in der Nacht ist mir noch siedend heiß eingefallen, nicht alle Freunde darüber informiert zu haben, dass ich ja jetzt 8 Tage kein Lebenszeichen von mir geben kann und sich die ein oder anderen eventuell Sorgen machen würden.

Also habe ich schnell noch ein paar Messages gesendet, bevor sich das World Wide Web ganz langsam verabschiedet hat. Jetzt war also erstmal Funkstille angesagt. Irgendwie auch ein befreiendes Gefühl, mal ganz losgelöst zu sein von der Außenwelt und absolut nicht erreichbar.

Jetzt war also die kleine “Familie” unter sich und man konnte sich völlig auf diese ganz spezielle Tauchexpedition einlassen.


Unser erstes Tauchziel war das Turneffe Atoll, das ein Teil des längsten Barrier-Riffs der nördlichen Hemisphäre ist, dem Belize-Barrier-Reef.

Peter am Turneffe Atoll in Belize

Schon gleich zu Anfang sind Fredrik und ich als Buddy-Team losgezogen und wir haben schnell festgestellt, dass wir absolut gut zusammenpassen was das Tauchen anbelangt.

Wir tauchen beide lieber langsam und aufmerksam, uns zieht es nicht in die großen Tiefen und wir tauchen am liebsten in einer kleinen Gruppe oder sogar nur zu zweit und genießen dabei das Alleinsein in der Schwerelosigkeit des blauen Ozeans.

Wir weisen uns gegenseitig auf unsere Entdeckungen hin und so werden wir schnell ein gutes Team beim Suchen und Fotografieren.

Wobei ich mein Unterwassergehäuse selten mitnehmen, es lenkt mich zu sehr vom Schauen ab. Ich genieße das Tauchen auch ohne zu fotografieren und zudem muss man, um wirklich gute Fotos zu machen doch recht viel Equipment mit in die Tiefe nehmen – vor allem “Licht”.

Also überlasse ich das Fotografieren lieber Fredrik, der seine Unterwasserkamera mit allem notwendigen ausgestattet hat.

Eigentlich habe ich nur einmal die Kamera mir runter genommen, um Frederik zu Fotografieren, mit seiner lustigen Nikolausmütze.

Fredrik der Norweger auf seinem Weihnachts-Tauchgang am Turneffe Atoll in Belize

Immer wenn ich etwas entdecke, gebe ich Frederick einen Hinweis, markiere den Punkt mit dem Lichtkegel meiner Lampe, die ich auch am Tage immer mit mir führe, und während Frederik ein Foto macht, suche ich schon wieder nach dem nächsten Fotomodell.

Aber manchmal lassen wir auch einfach nur den Blick in Tiefe schweifen, auf der Suche nach ein paar Haien, die hier an der Riffkante immer mal wieder auf Patrouille sind.

Hai am Turneffe Atoll Belize

Dabei kommen einem diese geschmeidigen Jäger richtig schön nah. Gemächlich gleiten sie dann mit ihren stromlinienförmigen Körpern an einem Vorbei, ohne jedoch weiter Notiz zu nehmen. Sie wissen, dass sie die Herren des Riffs sind, aber sie dulden uns in ihrer Welt.

Hai und Fredrik am Turneffe Atoll in Belize

Hier habe ich Frederik mal festgehalten, als er grad unseren Weihnachts-Hai abgelichtet hat.

Wir haben hier bei fast jedem Tauchgang Haie, Barrakudas und unzählige Lobster. Ab und an sehen wir Schildkröten und Oktopusse und auf den Sandflächen spielen die Stachelrochen verstecken, indem sie sich vor unseren Augen in den Sand eingraben.

Die Korallen sind hier gut intakt und man findet große Schwämme und riesige Gorgonien, Weichkorallen, die mit ihren gigantischen Fächern Nährstoffe aus dem Meer filtern und sich dabei zeitlupenartig in der Strömung des Meeres hin- und herbewegen.

Ich habe hier mal eine kleine Galerie eingefügt, damit man ungefähr eine Vorstellung davon bekommt, wie es hier unten aussieht und wem man so alles begegnen kann.

Ich möchte aber gleich dazu sagen, dass diese Fotos nicht von mir sind, sondern vom Tauchteam der Aggressor 4, die uns diese Bilder unserer Tauchgänge am Ende zur Verfügung gestellt haben.

Das Copyright liegt also bei der Aggressor Crew!

Am Ende unseres Tauchgangs hat Frederik dann nochmal ein kleines „Posing“ eingelegt während des Sicherheits-Stopps auf 5 Meter.

Fredriks Weihnachts-Posing

Ich frag mich, was die Haie gedacht haben bei der roten Mütze?!


Belize Lighthouse Atoll

Tauchen am Lighthouse Atoll mi der Belize Aggressor 4. Tauchsafari entlang des großen Barrier-Riffs vor der Küste Belizes (22.-29. Dezember 2018). 

24.-27. Dezember 2018, Lighthouse Reef Belize

Ein weiterer Tauchplatz entlang des Riffs war das sogenannte Lighthouse Reef, an dem sich auch das, im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubende “Belize Blue Hole” befindet, welches durch den Tauchpionier Jaques Cousteau berühmt geworden ist.

Blue Hole Belize – Foto © Belize Tourist Board

Dieses Höhle, die über tausende von Jahren in den Kalstein gewaschen wurde und in der es gigantische Stalaktiten und Stalagmiten gibt, ist erst am Ende der letzten Eiszeit langsam geflutet worden und kann heute nur mit Tauchausrüstung erkundet werden.


Belize Blue Hole Schaubild

Das Lighthouse Reef, in dem sich das Blue Hole befindet liegt ungefähr 70 Kilometer von Belize City entfernt. Das Blue Hole selbst hat einen Durchmesser von ungefähr 300 Metern und ist bis zu 125 Meter tief.

Da wir Taucher ja auf die magische Grenze beim Sport-Tauchen achten müssen, ist unsere Maximale Tauchtiefe für den Tauchgang hier 42 Meter.

Auf dieser Tiefe können wir nur wenige Minuten bleiben, dann müssen wir schon wieder Aufsteigen, sonst wird das ganze schnell ein Dekompressions-Tauchgang, der sich unnötig in die Länge zieht, um den zusätzlichen Stickstoffanteil im Blut wieder abzuatmen, mit dem sich unser Körper während eines solch tiefen Tauchgangs aufsättigt.

Da klingt alles mega gefährlich – ist es aber nicht, wenn man sich an die Regeln hält – ganz wie beim Autofahren.

Ich kann jedem, der einigermaßen fit ist, diese Erfahrung des Tauchen nur ans Herz legen. Es gibt keine einfacherer Möglichkeit sich in etwa so zu fühlen, wie wenn man schwerelos durch All treibt.

Man fühlt kein Gewicht mehr, die schwere Tauch-Ausrüstung, die man eben noch ins Wasser gewuchtet hat wiegt kein Gramm mehr und man schwebt in der Mitte des Ozeans wie all die Fische um einem herum. Man wird Teil des ganzen. Man wird respektiert als einer von ihnen, der in dieser Welt zuhause ist.

Genau das machten den Unterschied aus zum Schnorcheln. Hier ist man oben und alles andere is unten. Stoßt man jetzt mit angehaltenem Atem in die seichte Tiefe, um eine Fisch besser beobachten zu können, empfindet dieser die plötzliche Annäherung als Angriff uns ergreift die Flucht.

Anders beim Tauchen, denn hier nähert man sich ganz langsam. Man vermeidet ruckartige Bewegungen und treibt mit gemächlichen Flossenschlägen auf das Objekt der Begierde zu, dass einem ab und an ebenso neugierig zurück betrachtet und vielleicht sogar auf einen zu schwimmt, weil es auch wissen will, was es denn mit diesem großen blubbernden Objekt auf sich hat, das so gar nichts gemein hat mit den üblichen Fressfeinden, die sonst durch das Riff ziehen.


Nachdem wir am 24. und 25. Dezember einige Tauchgänge am Lighthouse Atoll gemacht haben, ist am 26. Dezember endlich das Belize Blue Hole dran.

Chris unser Kapitän musste darauf achten, dass die Wetterbedingungen dafür geeignet sind und heute ist es endlich soweit.

Wir nehmen Kurs auf die gigantische Unterwasserhöhle, die sich ja am besten von Oben erkenne lässt, so wie auf dem Foto vom „Belize Tourist Board“, das ich hier am Artikel vorangestellt habe.

Wenn man sich dem Blue Hole auf der Höhe des Meeresspiegels nähert, ist es fast nicht auszumachen.

Anfahrt der Aggressor 4 auf das Belize Blue Hole

Ganz in der Ferne kann man auf dem Foto zwei kleine Boote ausmachen. Diese Boote seien gerade im Blue Hole meinte Chris unser Kapitän.

Anfahrt der Aggressor 4 auf das Belize Blue Hole

Nachdem wir etwas näher gekommen sind, kann man den Rand fast ausmachen, der wie eine flache Ellipse nur knapp unter der Wasseroberfläche liegt.

Anfahrt der Aggressor 4 auf das Belize Blue Hole

Langsam steuert Chris die Aggressor 4 mit seiner Fernsteuerung auf den schmalen Eingang des Blue Holes zu.

Nachdem wir durch das Blue Hole durchmanövriert sind, machen wir an der zweiten Riff-Öffnung fest.

Der Tauchgang war wirklich spannend. Innerhalb kürzester Zeit sind wir bis auf ca. 42 Meter hinuntergetaucht. Erst in dieser Tiefe beginnt sich die steile Wand des gigantischen Lochs nach den Seiten zu vergrößern. Erst jetzt erlang man einen Blick auf die riesigen Stalaktiten, die bis zu 10 Meter von der Höhlendecke in die Tiefe ragen und durch die wir jetzt hindurch tauchen.

Das Vergnügen ist jedoch nur von kurzer Dauer. Mein Tauchkomputer gibt mit hier unten nur noch 2 Minuten Tauchzeit bevor dieser Tauchgang ein Dekompressions-Tauchgang wird, also ein Tauchgang, bei dem ich einen zusätzlichen Sicherheitsstopp einlegen müsste.

Also steige ich schon vor der Gruppe ein wenig höher, was mir gleich zusätzliche Zeit verschafft. Ich tauche immer lieber auf „Nummer sicher“ und gehe kein Risiko ein.

Wir tauchen dann alle ganz langsam aus und treffen dabei an der Steilwand noch auf den ein oder anderen großen Lobster, der hier in den Vertiefungen sein zuhause hat.

Ein wirklich spannender Tauchgang! Toll das ich hier mal tauchen durfte!


Nach dem Tauchgang am Blue Hole, der ja besonders tief war, mussten wir ein wenig Zeit vergehen lassen, bevor die den nächsten Tauchgang beginnen konnten. 

Halfmoon Caye Island Belize

Und so hatten wie die besonderer Gelegenheit eine Pause einzulegen und dabei einen Fuß auf die Insel “Half Moon Caye” zu setzten, die in Belize zu den “National Monuments” gezählt wird und aufgrund dessen unter ganz besonderem Schutz steht.

Aggressor 4 vor Halfmoon Caye Island Belize

Um hierher zu gelangen ging die Aggressor 4 weit draußen an Leine und wir wurden von einem Boot der Park-Ranger abgeholt.

Park-Ranger von Halfmoon Caye Island Belize

Durch ihren Sonnenschutz haben die Jungs eigentlich eher wie Piraten ausgesehen.

Park-Ranger von Halfmoon Caye Island Belize

Der Transfer hat nur ca. 10 Minuten gedauert und so waren wir recht schnell auf der Insel.

Anleger von Halfmoon Caye Island Belize

Am Pier angekommen hat man uns ein paar wichtige und interessante Infos zur Insel gegeben.

Willkommens-Schild Halfmoon Caye Island Belize

Die Insel gehört bereits seit vielen Jahren zum Weltkultur-Erbe, was man auf der verwitterten Tafel noch nachlesen kann.

Weltkulturerbe-Hinweistafel Halfmoon Caye Island Belize

Das besondere auf diesem winzigen Eiland, dass gerade mal 1,16 km lang ist und 260 Meter breit ist. ist die Kolonie von Rotfuß-Tölpen, die man hier findet.

Um zu dieser Kolonie zu gelangen muss man eigentlich nur den Hinweisschildern folgen.

Wegweiser zur Rotfuß-Tölpel-Kolonie auf Halfmoon Caye Island Belize

Schon auf dem Weg zur Kolonie begegnet man auch den anderen „Bewohnern“ dieser winzigen Insel.

Einsiedlerkrebs auf Halfmoon Caye Island Belize

So finden sich auf dem Weg etliche Einsiedlerkrebse in den unterschiedlichsten Größen.

Einsiedlerkrebs auf Halfmoon Caye Island Belize

Überall auf der Insel findet man auch kleine Echsen an den Bäumen.

Echse auf Halfmoon Caye Island Belize

Nur ein paar Meter weiter sitzt der nächste kleine Lurch und schaut neugierig, wer da den Inselfrieden stört.

Echse auf Halfmoon Caye Island Belize

Für mich als Reptilien-Fan, ist das ein kleines „Eldorado“.

Echse auf Halfmoon Caye Island Belize

Auf der Insel kann man beispielsweise auch eine besonderer Leguan-Art finden, den “Gemeinen Schwarzleguan”, der hier an vielen Stellen gemächlich durch Unterholz stapft.

Schwarzer Leguan auf Halfmoon Caye Island Belize

Diesen „Drachen“ findet man hier in allen Größen.

Leguan auf Halfmoon Caye Island Belize

An der Ausprägung der Rückenstacheln und natürlich an der Größe kann man gut das Alter erkennen.

Junger Leguan auf Halfmoon Caye Island Belize

Dieser hier ist noch ein junges Exemplar und man könnte ihn fast mit einer Eidechse verwechseln.

Ein kleiner und seltener Bewohner, nach dem ich ebenfalls Ausschau gehalten hatte, als wir die Insel durchwandert haben, war der endemische “Island Leaf-Toed Gecko” (Phyllodactylus insularis), der sich jedoch so gut versteckt hat, dass ich ihn leider nicht zu Gesicht bekommen habe.

Gecko Hinweistafel auf Halfmoon Caye Island Belize

Alles was ich sehen konnte, war die Hinweistafel, dass es ihn hier zumindest geben soll.

Es finden sich übrigens noch weitere Hinweistafeln auf der Insel, die auf besondere Tiere oder Pflanzen hinweisen.

Dieses hier fand ich ebenfalls Interessant.

“Tourist-Tree” Hinweistafel auf Halfmoon Caye Island Belize

Der „Tourist Tree“, der hier beschrieben wird, steht gleich nebendran und man kann gut erkennen, warum die Rinde mit der roten Haut von Touristen verglichen wird, die sich nach einem zu ausgiebigen Sonnenbad ebenso schälen.

“Tourist-Tree”auf Halfmoon Caye Island Belize

Es dauert nicht lange und man erreicht den Aussichtspunkt, von dem man auf Kolonie von Rotfuß-Tölpeln schauen kann.

Booby-Hinweistafel auf Halfmoon Caye Island Belize

Am Fuß der Plattform bekommt man noch ein paar weitere Infos zu den bevorzugten Nist-Bäumen der Tölpel, die gerade durch den „Guano“ der Vögel so gut gedeihen.

Rotfuß-Tölpel auf Halfmoon Caye Island Belize

Diese wenig scheuen Vögel, die sich von denen auf den Galapagos Inseln eigentlich hauptsächlich durch die Farbe ihrer Füße unterscheiden (die auf den Galapagos Inseln haben blaue Füße), nisten hier in den Bäumen uns von der Beobachtungsplattform aus kommt man ihnen wirklich sehr nah.

Rotfuß-Tölpel auf Halfmoon Caye Island Belize

Sie sind überhaupt nicht scheu und lassen sich nicht dabei stören, ihrem Nachwuchs die nötige Brutwärme zu spendieren.

Fregattvogel-Hinweistafel auf Halfmoon Caye Island Belize

Neben diesen Rorfuß-Tölpelnkolonie, wegen der die Insel ursprünglich unter Naturschutz gestellt wurde, befindet sich auch eine Kolonie von Pracht-Fregattvögeln hier, die man leicht an ihren aufgeblasenen roten Kehlsäcken erkennt.

Fregattvogel-Kolonie auf Halfmoon Caye Island Belize

Fregattvögel gelten auch als die Piraten der Lüfte. Sie sind geschickte Flugakrobaten und jagen gern anderen Vögeln ihre Nahrung ab, noch während diese in der Luft sind. Sie bedrängen diese so lange, bis diese ihre Nahrung wieder hochwürgen und ausspucken.

Daneben erbeuten sie auch Fische und Tintenfische, die sich nahe der Wasseroberfläche befinden. An Land fressen sie die Eier anderer Vögel, sowie deren Küken oder junge Schildkröten, die nach dem schlüpfen auf dem Weg ins Meer sind.


Nach dem Besuch der Brutkolonie hatten wir noch etwas Zeit und so bin ich noch ein bisschen über die Insel gestreift.

Ende von Halfmoon Caye Island Belize

Ein kleiner Pfad hat bis ans Ende der Insel geführt. Wenn man genau hinschaut, dann kann man in der Ferne die Aggressor 4 am Horizont erkennen.

So langsam musste ich mich jetzt auf den Rückweg machen.

Ende von Halfmoon Caye Island Belize

Wenn man in die andere Richting geschaut hat, konnte man bereits dicke Wolken aufziehen sehen. 

Also bei einem Sturm würde ich ungern auf der Insel sein, die bis auf ein paar Ranger-Hütten wenig Unterkunft bietet.

Wegweiser auf Halfmoon Caye Island Belize

Die Orientierung fällt leicht auf diesem kleinen Eiland und wer sich verlaufen sollte, findet an allen Ecken und Ende Wegweiser.

Am Pier haben schon die Park-Ranger gewartet, um uns wieder zurück an Bord unseres Schiffes zu bringen.

Ranger von Halfmoon Caye Island Belize

Nachdem wir abgelegt hatten, bot sich aus der Ferne nochmal ein eindrucksvoller Blick auf Half Moon Caye Island.

Wolken über Halfmoon Caye Island Belize

Alles in allem ein schöner Ausflug an einem Ort, den nur wenige Menschen besuchen.


Zurück an Bord habe wir es uns im Ess-Bereich gemütlich gemacht und lecker zu Mittag gegessen und den nächsten Tauchplatz angesteuert.


Auch wenn ich mich wiederhole, aber das Essen an Bord ist wirklich ausgezeichnet! Ein großes Lob nochmal an die Küchen- und Servicemannschaft !!!


Belize Altun Ha Maya-Ruinen

Rückfahrt vom Turneffe Reef nach Belize-City und Ausflug zu den Maya-Ruinen von „Altun Ha“.

Da man beim Tauchen ja auch immer berücksichtigen muss, dass man vom letzten Tauchgang bis zu seinem Heimflug mindestens 24 Stunden vergehen lassen sollte, hatte wir heute morgen nur noch zwei Tauchgänge am Turneffe Atoll und haben dann wieder Kurs auf Belize City genommen.


Der Grund, warum man 24 Stunden warten sollte ist, dass man im Flieger einem niedrigeren Druck ausgesetzt ist als auf Meereshöhe und sich infolgedessen eventuell verbliebene Stickstoffbläschen im Blut vergrößern könnten.

Deshalb sollte man dem Körper noch mindestens eine 24 Stunden-Ruhephase gönnen, diese komplett abzubauen, dann ist man sicher.


Auf dem Weg vom Turneffe Atoll nach Belize City hatten wir noch Zeit, gemütlich an Deck zu chillen und das letzte Mal den Blick über den Horizont schweifen zu lassen.

Mancherorts sind wir noch an den verschiedensten kleine Inseln vorbeigekommen, an denen ich gern einen kleinen Stopp eingelegt hätte, um einfach ein bisschen über die Insel zu schlendern.

Kleine Insel vor Belize

So wie dieses winzige Eiland, auf dem nicht mehr als 20 Palmen stehen.

Dabei darf ich gar nicht an die Erderwärmung denken, denn all diese kleinen Inselchen liegen nur ein paar Zentimeter über dem Meeresspiegel und werden wohl bald verschwunden sein.


Am frühen Nachmittag erreichen wir Belize City und machen wieder am „Radisson-Pier“ fest, von dem wir auch knapp 7 Tagen in See gestochen sind.

Radisson Pier Belize-City

Da heute erst der 28. Dezember 2018 ist und wir ja erst morgen vom Schiff auschecken müssen, gab es für heute noch eine Programmauswahl.

Ich habe mich dabei für einen Ausflug zu den Maya-Ruinen von „Altun Ha“ entschieden, der 65 US Dollar kosten sollte, was ich ok fand.


Kurz nach dem Anlegen wurden wir bereits von unserem Taxifahrer in Empfang genommen, der uns nach „Altun Ha“ gefahren hat.

„Altun Ha“ bedeutet soviel wie „Stein Wasser“. Der Name stammt von einem Felsen Reservoir, das sich in hier in der Nähe befunden hat.

Altun Ha Namenserklärung – Belize

Altun Ha ist vor allem durch den Fund des „Jade-Kopfes“ berühmt geworden, den man hier im Jahre 1965 gefunden hat.

Altun Ha Jade-Kopf – Belize

Bei dem Jade-Kopf handelt es sich um das größte, jemals gefundene Jade-Objekt Mesoamerikas und der gesamten westlichen Hemisphäre.

Der „Jade-Kopf“ ist so wertvoll, dass er in der Zentralbank von Belize im Tresor verwahrt wird und man ansonsten nur Kopien davon sehen kann.

Wenn der Jade-Kopf, wie bereits geschehen, auf eine Ausstellung geht, beläuft sich allein die Versicherungssumme auf bis zu 10 Millionen US Dollar.


Altun Ha Jadekopf Infotafel – Belize

Da der Jade-Kopf eines der wichtigsten Artefakte der Maya-Kultur Belizes ist, und damit unbezahlbar, wird er wohl auch in Zukunft im Safe der Belize Zentralbank schlummern.

Jade war von jeher eines der wichtigsten und wertvollsten Materialen für die Maja. Und gerade hier in Altun Ha wurden mehr als 800 Jade-Artefakte gefunden, wie man der Infotafel des angegliederten kleinen Museums entnehmen kann.


Altun Ha Jade – Belize

Der gesamte Tempelkomplex ist dem Sonnengott „Kinich Ahau“ gewidmet.

Sonnengott “Kinich Ahau” Namenserklärung – Belize

Hier auf der Tafel kann man nachlesen, was es mit der Bezeichnung auf sich hat.

Sonnengott “Kinich Ahau” – Belize

Wenn man vor dem Haupt-Tempel mit der Bezeichnung „B-4“ steht, kann man das Abbild von “Kinich Ahau” noch recht gut erkennen.

Sonnengott “Kinch Ahau” – Belize

Das Abbild befindet sich in der Mitte des Treppenaufgangs des am besten erhaltenen Tempels des gesamten Komplexes, der auf den Karten die Bezeichnung „B-4“ trägt.

Altun Ha Sonnen-Tempel “B-4” – Belize

Diese Maya-Pyramide ist es übrigens auch, die das Etikett der einheimischen Biermarke „Belikin“ ziert.

Belikin Bier mit Altun Ha Sonnentempel – Belize

In der Totale kann man gut erkennen, wie sich diese Pyramide in den Gesamtkomplex integriert.

Altun Ha Tempelkomplex – Belize

Hier auch noch ein kleines Panorama, das allerdings leider im kompletten Schatten aufgenommen wurde, weshalb es ein bisschen sehr bearbeitet aussieht.

Altun Ha Tempelkomplex Panorama – Belize

Aber so kann man wenigsten ein bisschen erahnen, wie die Anordnung der einzelnen Gebäude zueinander ist.

„B-4“ befindet sich auf diesem Bild übrigens verdeckt von dem grünen Hügel ganz links.

Auf dieser Schautafel kann man den Komplex auch nochmal auf einem Schaubild eingetragen sehen. Hier sieht man auch den „Pond“, nach dem die Stätte heute benannt ist.

Altun Ha Tempelkomplex Übersichtsplan – Belize

Man hat hier auch Gräber und Grabbeigaben gefunden. Auf Info-Tafeln kann man dazu auch noch das ein oder andere Detail erfahren.

Altun Ha Infotafel Grabbeigaben und Jade-Kopf – Belize

Wir haben uns dann langsam wieder Richtung Ausgang begeben, wo mir noch dieser wunderschöne Käfer direkt vor die Füße gelaufen ist.

Käfer auf Wanderschaft durch Altun Ha – Belize

Ich musste sofort an die Jade der Maya denken. Und wenn man genau hinschaut erkennt man mich schemenhaft im reflektierenden metallischen glänzenden Panzer des Insekts. 

Ob er weiß, wie toll er aussieht?


Zurück auf dem Schiff hatten wir noch einen wunderschönen Abend mit der Crew. Kapitän Chris hat noch die tollsten alkoholischen Leckereien aus dem Hut gezaubert und so ging der letzte Abend stimmungsvoll zu Ende.


Morgen heißt es Abschied sagen von der Belize Aggressor 4. Es war ein toller Trip und jeden Cent wert.


Caye Caulker Belize

Mit dem Express Boot zur „Barfuß-Insel“ Caye Caulker.

Ich bin ja seit gestern wieder zurück an Land und hab im „Golden Tree Hotel“ in Belize City eingecheckt.

Golden Tree Hotel Belize-City

Ein einfaches Hotel, geführt von einem Taiwan Chinesen. Immerhin eines der höchsten Hotels hier und sogar mit einem kleinen Dachpool und guter Aussicht.

Blick vom Golden Tree Hotel Belize-City

Eigentlich könnte es ganz schön sein hier, aber es ist nunmal ein chinesisches Hotel. Mein Schwesterchen, die eine Weile in China gelebt hat, weiß sofort, was ich damit meine.

Das Golden Tree Hotel ist vor allem günstig und es gibt WiFi, wenn auch fast nur in der Lobby.

Ich habe insgesamt 2 mal das Zimmer gewechselt, bis ich endlich nah genug am W-Lan-Router war, um ein einigermaßen stabiles Internet zu haben. Zu Gück kann ich ja immer noch auf meine Belize Simkarte ausweichen und bin so zumindest nicht völlig abgeschnitten.

Das Frühstück war leider komplett daneben. Ich habe mir mühsam 2 Scheiben Toast in einer Art Grill getoastet und nachdem ich etwas Erdnussbutter auf dem Toast hatte, konnte ich keine Marmelade finden.

Was man dem Hotel anrechnen kann ist, dass man zumindest bemüht ist. Deshalb ist auch gleich eine Angestellte los, um etwas Marmelade zu kaufen.

Es ist nunmal eines der Hotels, in denen man einfach nicht wahrnimmt, was man verbessern könnte. 

Stattdessen verkommt alles nach und nach, während die Angestellten und sogar der Chef einfach nur ständig mit ihrem Handy beschäftigt sind.

Aber egal … ca. 70 US Dollar die Nacht ist nicht die Welt und immerhin funktioniert die Klimaanlage und das Wasser ist heiß.


Nach dem „Frühstück“ habe ich mir ein Taxi genommen und bin zum Hafen gefahren, wo die Express Boote nach Caye Caulker ablegen.

Eigentlich war ich schon etwas spät, da ich ja nochmal das Zimmer gewechselt und meine Sachen alles sicher verstaut hatte.

Ich hatte aber Glück. Als ich um 12.10 Uhr am Terminal angekommen bin, war das 12.00 Uhr Boot noch da und so konnte ich schnell noch ein Ticket kaufen. 

Hin und zurück nach Caye Caulker kosten 28 US Dollar. Das letzte Express-Boot legt um 17.00 Uhr von Caye Caulker ab und ich muss so 15 Minuten vorher wieder am Pier sein.

Expressbootfahrt nach Caye Caulker – Belize

Die Überfahrt dauert ungefähr 45 Minuten. 

Die Boote liegen gut im Wasser und so hat es auch kaum geschaukelt. Meine sicherheitshalber eingeworfene Reisetablette hätte ich mir also sparen können. Aber man weiß ja nie.

Expressboot-Pier Caye Caulker – Belize

Caye Caulker ist eine „Barfuß-Insel“, auf der man, zumindest als Mann auch überall ohne T-Shirt herumlaufen darf.


Map of Caye Caulker – Belize

Viele bunte Holzhäuser stehen entlang der sandigen Beach-Road auf der nur eine Art Golf-Carts unterwegs sind – die hiesigen Inseltaxis.

Caye Caulker nahe des Expressboot-Piers – Belize

Der Sand ist weiß und die Küste mit Palmen gesäumt. Ein richtiges Backpacker-Paradies von dem aus man die unterschiedlichsten Bootsausflüge und Schnorchel-Touren unternehmen kann.

Hauptstraße in Caye Caulker – Belize

Ich bin erstmal ein bisschen die Straßen abgelaufen, um mir einen Überblick zu verschaffen.

Kokosnussverkäufer auf Schattensuche in Caye Caulker – Belize

Die Insel ist wirklich klein und das Leben konzentriert sich auf den nördlichen Part der Insel. Hier gibt es etliche kleine Guesthouses, die zum Teil in schönen alten Holzhäusern untergebracht sind.

Sun and See Guest-Houser Caye Caulker – Belize

Mir persönlich ist hier das „Sea N Sun“ Guesthouse aufgefallen.

Sun and See Guest-Houser Caye Caulker – Belize

Sollte ich jemals hierher kommen, dann würde ich wahrscheinlich versuchen, hier ein Zimmer zu bekommen.

Sun and Sea Guest-House Garten Caye Caulker – Belize

In einem dieser schönen Bunten Holzhäuser mit so einer kleinen Veranda.

Sea ‘n’ Sun Guest-House Caye Caulker – Belize

Ich bin jedenfalls ein bisschen die Insel abgelaufen. Vorbei an lauter kleinen Buden, wo man seine Aktivitäten buchen kann, bis an das nördliche Ende der Insel.

Surfshop Caye Caulker – Belize

Wenn man ganz an die obere Spitze von Caye Caulker kommt, dann endet man am „The Split“.

“The Split” Caye Caulker – Belize

Der „Split“ ist eine Schneise in der Gesamtinsel Caye Caulker, die im Jahre 1961 vom Hurricane „Hattie“ gerissen wurde und die jetzt mit Wasser gefüllt ist.

“The Split” Caye Caulker – Belize

Wer hinüber möchte, muss schwimmen oder ein Boot nehmen.

Bade-Steg am Split auf Caye Caulker – Belize

Es gibt hier unzählige Beach-Bars und Restaurants. Leider gibt es aber keine schönen Strände hier. 

Wegweiser am Split auf Caye Caulker – Belize

Man kann hier zwar Baden, aber leider gibt es keinen weißen Sandstrand, der sich langsam ins Meer abflacht.

Warnhinweis am Split auf Caye Caulker – Belize

Von „The Split“ habe ich mich dann langsam wieder auf den Weg Richtung Pier gemacht.

Da ich noch Zeit hatte und Lust auf eine Erfrischung, bin ich kurzerhand in die einladende „Sip ‚n‘ Dip“ Beach Bar, die hier ganz in der Nähe des Split ins Wasser gebaut ist.

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Sip ‘n‘ Dip Beach-Bar auf Caye Caulker – Belize

Wenn man genau hinschaut, dann sieht man, dass man hier sogar auf einer überdachten Bank direkt im Wasser sitzen kann.

Sip ‘n‘ Dip Beach-Bar auf Caye Caulker – Belize

Ich habe mich jedenfalls für den Tresen entschieden und mir einen Mango-Mochito bestellt, der wirklich prima geschmeckt hat.

Mango-Mochito in der Sip ‘n‘ Dip Beach-Bar auf Caye Caulker – Belize

Caye Caulker ist eine nette kleine Insel, aber ich denke nicht, dass ich nochmal hierher kommen werde. Dazu gibt es einfach zu viele andere schöne orte auf dieser Welt, wo in Bezug auf Stand und Wasser einfach alles stimmt.

Expressboot-Ableger auf Caye Caulker – Belize

Um 17.00 Uhr ging das letzte Expressboot zurück nach Belize-City.

Die Rückfahrt hat ebenfalls etwa eine Dreiviertelstunde gedauert und so war ich recht schnell wieder am Pier von Belize-City.

James mein Taxidriver, den ich schon vorab informiert hatte, hat schon auf mich gewartet.

Da ich noch bei meinem Chinesen eine Kleinigkeit essen wollte, hab ich ihm gesagt, er soll mich gleich dort absetzen.


Das „Golden Tree Hotel“ liegt ja ebenso wie die Villa Boscardi in der Nähe des „Friendship Chinese Restaurant“, wenn auch etwas weiter Richtung Stadtzentrum.


Alles in allem ein schöner Ausflug heute. Ich habe etwas Neues kennengelernt und mir vor allem einen Überblick verschafft.

Irgendwie kann ich Plätze und Orte auf dieser Welt nur dann einschätzen, wenn ich selbst mal dort gewesen bin.

Man kann sich die tollsten Dokumentationen im Fernsehen anschauen, aber ein wirkliches Gefühl bekommt man immer nur vor Ort.


San Pedro Ambergis Cayes Belize

Tagestrip nach San Pedro zu den Ambergris Cayes.

Heute bin ich etwas früher raus, da ich gleich eine der ersten Fähren nach San Pedro nutzen wollte.

Pünktlich um 8.30 Uhr steht James vor der Tür und bringt mich zum Anleger der Express Boote in Belize-City.

Die Fahrt nach San Pedro kostet 38 US Dollar und dauert zwischen einer und anderthalb Stunden.

Viele Reisende drängt es nach oben auf das Boot, wo einem der frische Wind um die Ohren bläst. Ich mache es mir lieber drinnen gemütlich, ganz weit hinten und genau in der Mitte.

Hier schlägt das Boot am wenigsten, da die starken Motoren es hier mit konstantem Druck im Wasser halten.

Zudem bekommt man keine Gischt ab – ich mag ja nicht schon naß ankommen.

San Pedro Ambergris Cayes Belize

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Caye Caulker erreichen wir bald San Pedro.

Hauptstraße mit Golf Carts San Pedro Ambergris Cayes Belize

Wenn man vom Pier an die Hauptstraße kommt fallen einem gleich die unzähligen „Golf-Carts“ auf, von denen es auf Caye Caulker wesentlich weniger gab.

Hier fahren so viele, dass man manchmal Schwierigkeiten hat, die Straße zu überqueren. 

Jeder kann die Dinger hier mieten und so gibt es hier viel weniger Fußgänger als auf Caye Caulker. 

Man muss wirklich aufpassen, dass man nicht im wahrsten Sinne des Wortes unter die Räder kommt.


Ich hatte ja ursprünglich vor, mich mit Linda zu treffen, mit der ich auf der Belize Aggressor 4 zum Tauchen war.

Sie ist schon seit vorgestern hier auf San Pedro in einem Yoga-Resort.


Da ich aber erstmal schauen wollte, ob ich nicht vielleicht noch ein benötigtes Ersatzteil für meine Tauchausrüstung bekommen würde, habe ich mich nach einem Tauchshop umgeschaut.

Einer der Shops, die „Google“ ausgeworfen