Belize Lighthouse Atoll

Tauchen am Lighthouse Atoll mi der Belize Aggressor 4. Tauchsafari entlang des großen Barrier-Riffs vor der Küste Belizes (22.-29. Dezember 2018). 

24.-27. Dezember 2018, Lighthouse Reef Belize

Ein weiterer Tauchplatz entlang des Riffs war das sogenannte Lighthouse Reef, an dem sich auch das, im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubende “Belize Blue Hole” befindet, welches durch den Tauchpionier Jaques Cousteau berühmt geworden ist.

Blue Hole Belize – Foto © Belize Tourist Board

Dieses Höhle, die über tausende von Jahren in den Kalstein gewaschen wurde und in der es gigantische Stalaktiten und Stalagmiten gibt, ist erst am Ende der letzten Eiszeit langsam geflutet worden und kann heute nur mit Tauchausrüstung erkundet werden.


Belize Blue Hole Schaubild

Das Lighthouse Reef, in dem sich das Blue Hole befindet liegt ungefähr 70 Kilometer von Belize City entfernt. Das Blue Hole selbst hat einen Durchmesser von ungefähr 300 Metern und ist bis zu 125 Meter tief.

Da wir Taucher ja auf die magische Grenze beim Sport-Tauchen achten müssen, ist unsere Maximale Tauchtiefe für den Tauchgang hier 42 Meter.

Auf dieser Tiefe können wir nur wenige Minuten bleiben, dann müssen wir schon wieder Aufsteigen, sonst wird das ganze schnell ein Dekompressions-Tauchgang, der sich unnötig in die Länge zieht, um den zusätzlichen Stickstoffanteil im Blut wieder abzuatmen, mit dem sich unser Körper während eines solch tiefen Tauchgangs aufsättigt.

Da klingt alles mega gefährlich – ist es aber nicht, wenn man sich an die Regeln hält – ganz wie beim Autofahren.

Ich kann jedem, der einigermaßen fit ist, diese Erfahrung des Tauchen nur ans Herz legen. Es gibt keine einfacherer Möglichkeit sich in etwa so zu fühlen, wie wenn man schwerelos durch All treibt.

Man fühlt kein Gewicht mehr, die schwere Tauch-Ausrüstung, die man eben noch ins Wasser gewuchtet hat wiegt kein Gramm mehr und man schwebt in der Mitte des Ozeans wie all die Fische um einem herum. Man wird Teil des ganzen. Man wird respektiert als einer von ihnen, der in dieser Welt zuhause ist.

Genau das machten den Unterschied aus zum Schnorcheln. Hier ist man oben und alles andere is unten. Stoßt man jetzt mit angehaltenem Atem in die seichte Tiefe, um eine Fisch besser beobachten zu können, empfindet dieser die plötzliche Annäherung als Angriff uns ergreift die Flucht.

Anders beim Tauchen, denn hier nähert man sich ganz langsam. Man vermeidet ruckartige Bewegungen und treibt mit gemächlichen Flossenschlägen auf das Objekt der Begierde zu, dass einem ab und an ebenso neugierig zurück betrachtet und vielleicht sogar auf einen zu schwimmt, weil es auch wissen will, was es denn mit diesem großen blubbernden Objekt auf sich hat, das so gar nichts gemein hat mit den üblichen Fressfeinden, die sonst durch das Riff ziehen.


Nachdem wir am 24. und 25. Dezember einige Tauchgänge am Lighthouse Atoll gemacht haben, ist am 26. Dezember endlich das Belize Blue Hole dran.

Chris unser Kapitän musste darauf achten, dass die Wetterbedingungen dafür geeignet sind und heute ist es endlich soweit.

Wir nehmen Kurs auf die gigantische Unterwasserhöhle, die sich ja am besten von Oben erkenne lässt, so wie auf dem Foto vom „Belize Tourist Board“, das ich hier am Artikel vorangestellt habe.

Wenn man sich dem Blue Hole auf der Höhe des Meeresspiegels nähert, ist es fast nicht auszumachen.

Anfahrt der Aggressor 4 auf das Belize Blue Hole

Ganz in der Ferne kann man auf dem Foto zwei kleine Boote ausmachen. Diese Boote seien gerade im Blue Hole meinte Chris unser Kapitän.

Anfahrt der Aggressor 4 auf das Belize Blue Hole

Nachdem wir etwas näher gekommen sind, kann man den Rand fast ausmachen, der wie eine flache Ellipse nur knapp unter der Wasseroberfläche liegt.

Anfahrt der Aggressor 4 auf das Belize Blue Hole

Langsam steuert Chris die Aggressor 4 mit seiner Fernsteuerung auf den schmalen Eingang des Blue Holes zu.

Nachdem wir durch das Blue Hole durchmanövriert sind, machen wir an der zweiten Riff-Öffnung fest.

Der Tauchgang war wirklich spannend. Innerhalb kürzester Zeit sind wir bis auf ca. 42 Meter hinuntergetaucht. Erst in dieser Tiefe beginnt sich die steile Wand des gigantischen Lochs nach den Seiten zu vergrößern. Erst jetzt erlang man einen Blick auf die riesigen Stalaktiten, die bis zu 10 Meter von der Höhlendecke in die Tiefe ragen und durch die wir jetzt hindurch tauchen.

Das Vergnügen ist jedoch nur von kurzer Dauer. Mein Tauchkomputer gibt mit hier unten nur noch 2 Minuten Tauchzeit bevor dieser Tauchgang ein Dekompressions-Tauchgang wird, also ein Tauchgang, bei dem ich einen zusätzlichen Sicherheitsstopp einlegen müsste.

Also steige ich schon vor der Gruppe ein wenig höher, was mir gleich zusätzliche Zeit verschafft. Ich tauche immer lieber auf „Nummer sicher“ und gehe kein Risiko ein.

Wir tauchen dann alle ganz langsam aus und treffen dabei an der Steilwand noch auf den ein oder anderen großen Lobster, der hier in den Vertiefungen sein zuhause hat.

Ein wirklich spannender Tauchgang! Toll das ich hier mal tauchen durfte!


Nach dem Tauchgang am Blue Hole, der ja besonders tief war, mussten wir ein wenig Zeit vergehen lassen, bevor die den nächsten Tauchgang beginnen konnten. 

Halfmoon Caye Island Belize

Und so hatten wie die besonderer Gelegenheit eine Pause einzulegen und dabei einen Fuß auf die Insel “Half Moon Caye” zu setzten, die in Belize zu den “National Monuments” gezählt wird und aufgrund dessen unter ganz besonderem Schutz steht.

Aggressor 4 vor Halfmoon Caye Island Belize

Um hierher zu gelangen ging die Aggressor 4 weit draußen an Leine und wir wurden von einem Boot der Park-Ranger abgeholt.

Park-Ranger von Halfmoon Caye Island Belize

Durch ihren Sonnenschutz haben die Jungs eigentlich eher wie Piraten ausgesehen.

Park-Ranger von Halfmoon Caye Island Belize

Der Transfer hat nur ca. 10 Minuten gedauert und so waren wir recht schnell auf der Insel.

Anleger von Halfmoon Caye Island Belize

Am Pier angekommen hat man uns ein paar wichtige und interessante Infos zur Insel gegeben.

Willkommens-Schild Halfmoon Caye Island Belize

Die Insel gehört bereits seit vielen Jahren zum Weltkultur-Erbe, was man auf der verwitterten Tafel noch nachlesen kann.

Weltkulturerbe-Hinweistafel Halfmoon Caye Island Belize

Das besondere auf diesem winzigen Eiland, dass gerade mal 1,16 km lang ist und 260 Meter breit ist. ist die Kolonie von Rotfuß-Tölpen, die man hier findet.

Um zu dieser Kolonie zu gelangen muss man eigentlich nur den Hinweisschildern folgen.

Wegweiser zur Rotfuß-Tölpel-Kolonie auf Halfmoon Caye Island Belize

Schon auf dem Weg zur Kolonie begegnet man auch den anderen „Bewohnern“ dieser winzigen Insel.

Einsiedlerkrebs auf Halfmoon Caye Island Belize

So finden sich auf dem Weg etliche Einsiedlerkrebse in den unterschiedlichsten Größen.

Einsiedlerkrebs auf Halfmoon Caye Island Belize

Überall auf der Insel findet man auch kleine Echsen an den Bäumen.

Echse auf Halfmoon Caye Island Belize

Nur ein paar Meter weiter sitzt der nächste kleine Lurch und schaut neugierig, wer da den Inselfrieden stört.

Echse auf Halfmoon Caye Island Belize

Für mich als Reptilien-Fan, ist das ein kleines „Eldorado“.

Echse auf Halfmoon Caye Island Belize

Auf der Insel kann man beispielsweise auch eine besonderer Leguan-Art finden, den “Gemeinen Schwarzleguan”, der hier an vielen Stellen gemächlich durch Unterholz stapft.

Schwarzer Leguan auf Halfmoon Caye Island Belize

Diesen „Drachen“ findet man hier in allen Größen.

Leguan auf Halfmoon Caye Island Belize

An der Ausprägung der Rückenstacheln und natürlich an der Größe kann man gut das Alter erkennen.

Junger Leguan auf Halfmoon Caye Island Belize

Dieser hier ist noch ein junges Exemplar und man könnte ihn fast mit einer Eidechse verwechseln.

Ein kleiner und seltener Bewohner, nach dem ich ebenfalls Ausschau gehalten hatte, als wir die Insel durchwandert haben, war der endemische “Island Leaf-Toed Gecko” (Phyllodactylus insularis), der sich jedoch so gut versteckt hat, dass ich ihn leider nicht zu Gesicht bekommen habe.

Gecko Hinweistafel auf Halfmoon Caye Island Belize

Alles was ich sehen konnte, war die Hinweistafel, dass es ihn hier zumindest geben soll.

Es finden sich übrigens noch weitere Hinweistafeln auf der Insel, die auf besondere Tiere oder Pflanzen hinweisen.

Dieses hier fand ich ebenfalls Interessant.

“Tourist-Tree” Hinweistafel auf Halfmoon Caye Island Belize

Der „Tourist Tree“, der hier beschrieben wird, steht gleich nebendran und man kann gut erkennen, warum die Rinde mit der roten Haut von Touristen verglichen wird, die sich nach einem zu ausgiebigen Sonnenbad ebenso schälen.

“Tourist-Tree”auf Halfmoon Caye Island Belize

Es dauert nicht lange und man erreicht den Aussichtspunkt, von dem man auf Kolonie von Rotfuß-Tölpeln schauen kann.

Booby-Hinweistafel auf Halfmoon Caye Island Belize

Am Fuß der Plattform bekommt man noch ein paar weitere Infos zu den bevorzugten Nist-Bäumen der Tölpel, die gerade durch den „Guano“ der Vögel so gut gedeihen.

Rotfuß-Tölpel auf Halfmoon Caye Island Belize

Diese wenig scheuen Vögel, die sich von denen auf den Galapagos Inseln eigentlich hauptsächlich durch die Farbe ihrer Füße unterscheiden (die auf den Galapagos Inseln haben blaue Füße), nisten hier in den Bäumen uns von der Beobachtungsplattform aus kommt man ihnen wirklich sehr nah.

Rotfuß-Tölpel auf Halfmoon Caye Island Belize

Sie sind überhaupt nicht scheu und lassen sich nicht dabei stören, ihrem Nachwuchs die nötige Brutwärme zu spendieren.

Fregattvogel-Hinweistafel auf Halfmoon Caye Island Belize

Neben diesen Rorfuß-Tölpelnkolonie, wegen der die Insel ursprünglich unter Naturschutz gestellt wurde, befindet sich auch eine Kolonie von Pracht-Fregattvögeln hier, die man leicht an ihren aufgeblasenen roten Kehlsäcken erkennt.

Fregattvogel-Kolonie auf Halfmoon Caye Island Belize

Fregattvögel gelten auch als die Piraten der Lüfte. Sie sind geschickte Flugakrobaten und jagen gern anderen Vögeln ihre Nahrung ab, noch während diese in der Luft sind. Sie bedrängen diese so lange, bis diese ihre Nahrung wieder hochwürgen und ausspucken.

Daneben erbeuten sie auch Fische und Tintenfische, die sich nahe der Wasseroberfläche befinden. An Land fressen sie die Eier anderer Vögel, sowie deren Küken oder junge Schildkröten, die nach dem schlüpfen auf dem Weg ins Meer sind.


Nach dem Besuch der Brutkolonie hatten wir noch etwas Zeit und so bin ich noch ein bisschen über die Insel gestreift.

Ende von Halfmoon Caye Island Belize

Ein kleiner Pfad hat bis ans Ende der Insel geführt. Wenn man genau hinschaut, dann kann man in der Ferne die Aggressor 4 am Horizont erkennen.

So langsam musste ich mich jetzt auf den Rückweg machen.

Ende von Halfmoon Caye Island Belize

Wenn man in die andere Richting geschaut hat, konnte man bereits dicke Wolken aufziehen sehen. 

Also bei einem Sturm würde ich ungern auf der Insel sein, die bis auf ein paar Ranger-Hütten wenig Unterkunft bietet.

Wegweiser auf Halfmoon Caye Island Belize

Die Orientierung fällt leicht auf diesem kleinen Eiland und wer sich verlaufen sollte, findet an allen Ecken und Ende Wegweiser.

Am Pier haben schon die Park-Ranger gewartet, um uns wieder zurück an Bord unseres Schiffes zu bringen.

Ranger von Halfmoon Caye Island Belize

Nachdem wir abgelegt hatten, bot sich aus der Ferne nochmal ein eindrucksvoller Blick auf Half Moon Caye Island.

Wolken über Halfmoon Caye Island Belize

Alles in allem ein schöner Ausflug an einem Ort, den nur wenige Menschen besuchen.


Zurück an Bord habe wir es uns im Ess-Bereich gemütlich gemacht und lecker zu Mittag gegessen und den nächsten Tauchplatz angesteuert.


Auch wenn ich mich wiederhole, aber das Essen an Bord ist wirklich ausgezeichnet! Ein großes Lob nochmal an die Küchen- und Servicemannschaft !!!