Dominica

Ankunft in Roseau und Inselrundfahrt über Dominica. Schwimmen in der Titou Gorge, einer engen Felsenschlucht in Laudat, Besuch der Sulphur Springs Schwefelquellen und Besichtigung der Trafalgar Falls. Schulbus unter einem Baobab im Botanischen Garten und Aussichtspunkt „Morne Bruce“.

Dominica – The Nature Island

Eine Erholung ist diese Kreuzfahrt nicht wirklich! Da man fast jeden Tag ein anderes Eiland besucht und natürlich den Drang hat, dieses wenigstens auch im Ansatz kennenzulernen, heißt es jeden Morgen früh aufstehen.

So bleibt kaum Zeit, die ganzen Bilder zu sichten und entsprechend nachzubearbeiten. Auch die Berichte, ohne die ich überhaupt nicht mehr zuordnen könnte, auf welcher Insel was zu erleben war, brauchen ihre Zeit. Also komme ich auch immer erst spät in die Koje.

Jetzt nach mehr als 10 Tagen in diesem Rhytmus trage ich eine leichte Müdigkeit mit mir herum. Auch wenn es seltsam klingt, aber eigentlich bräuchte ich jetzt erstmal Urlaub.

Aber ich weiß ja, dass ich in Santo Domingo und anschließend vor allem in Belize mehr als genug Zeit haben werde, um alles wieder ins Lot zu bringen.


Für Hans-Peter ist es sicherlich stellenweise nicht so toll wie auf unserer Orientkreuzfahrt, da hier alles etwas enger getaktet ist und ich mich immer mal wieder bei den Aktivitäten wie Sport und Abendessen ausklinke, da ich noch an meinen Bildern und Berichten arbeiten möchte, um damit nicht zu sehr ins Hintertreffen zu geraten.

Für Hans-Peter ist es ja der wohlverdiente und langersehnte Jahresurlaub auf den er sich total gefreut hat. Ich habe jedenfalls ein total schlechtes Gewissen, weil ich einfach nicht so present bin wie sonst.

Der Blog ist noch nicht online, weil er noch an den ein oder anderen Ecken hakt und ich bin irgendwie auch noch nicht angekommen auf meiner Reise.

Hoffe Du nimmst mir das nicht übel Hans-Peter … sorry mein Lieber !!!


Am Kreuzfahrt-Terminal von Roseau gab es wieder zahlreiche Angebote an Insel- oder Beachtouren.

Postkarte mit Inselmap Dominica

Klassische Ziele hier auf dieser sehr grünen Insel sind beispielsweise der Emerald Pool, der von einem malerischen Wasserfall in den Felsen gegraben wurde und zum Schwimmen einläd, sowie die imposanten Trafalgar Falls, die sich an zwei Seiten einen mächtigen Felsens ihren weg ins Tal bahnen.

Die Emerald Pools liegen etwas weiter weg von unserem Ausgangspunkt, dem Haven von Roseau. Wir haben uns deshalb für eine Tour entschieden, die uns zu den Trafalgar Falls bringt und bei der wir auf dem Weg dorthin noch eine weitere Besonderheit besuchen können, die “Titou Gorge”, eine enge Schlucht, die man im Süddeutschen Raum wohl eher als eine Klamm bezeichnen würde.

Auf dem Weg durch die bergige Landschaft begegnen wir immer wieder mächtigen Rohrleitungen, die das Wasser zu den Turbinen der Generatoren leitet, die einen Großteil des Stroms für die Insel Dominica produzieren.

Holzwasserleitung Dominica

Manche der Rohre sind sogar komplett aus Holz und sehen aus wie ein gigantischer Tausendfüßler, der sich seinen Weg durch den Dschungel bahnt.


Dies „Titou Gorge“, diese imposante Felsschlucht, in die man nur schwimmend hinein gelangen kann, ist absolut ein Besuch wert. 

Titou Gorge – beschwimmbare Felsenschlucht Dominica

Am Eingang der Schlucht befindet sich eine Hinweistafel, wie man sich hier zu verhalten hat.

Titou Gorge Hinweistafel Dominica

Hier bekommt man dann auch ein paar Schwimmwesten ausgehändigt, die man unbedingt anlegen sollte, denn das Wasser ist bis zu 7 Meter tief und hat zum Teil eine starke Strömung. Diese spürt man vor allem, je näher man dem Wasserfall kommt, der am Ende der schmalen Felsspalte aus dem Regenwald in die Tiefe stürzt.

Wer sich den Wasserfall anschauen möchte sollte sich am Ende der Schlucht zunächst ganz rechts halten und an der Wand entlang schwimmen und dann am Ende auf den kleinen Felsvorsprung zu klettern. der sich kanapp unter der Wasseroberfläche befindet. Von da aus kann man dann um die Ecke schauen und sieht den Wasserfall. Wer versucht direkt auf die Öfffnung zuzuschwimmen, von der das Wasser des Wasserfalls herausströmt, wird gleich wieder davon weggetrieben. 

Am Ende der “One-Way-Tour” lässt man sich mehr oder weniger einfach wieder vom Wasser raustreiben.

Das Wasser ist frisch, aber nicht kalt und es ist ein tolles, wenn auch kurzes Erlebnis, da die Schlucht nicht wirklich lang ist. Es lohnt, sich ein wenig Zeit zu nehmen und dabei immer mal wieder nach Oben zu schauen, wo das satte Grün des Regenwaldes über die Kanten der Klamm lichtdurchflutet nach unten dringt.


Man fühlt sich unweigerlich wie ein Abenteurer oder Pirat, der hierher gekommen ist, um seine Frischwasservorräte aufzufüllen.

Deshalb mag es auch nicht verwundern, dass diese Titou Gorge ebenfallls ein Drehort der Disney-Filmreihe “Fluch der Karibik” war.

Seltsamerweise hat die Insel Dominica es noch nicht verstanden, daraus einen Vorteil für sich zu generieren, so wie beispielsweise die Insel St. Vincet, auf der man ja direkt Fahrten zu den Drehorten anbietet.

Dabei wurden sogar gleich zwei Teile der “Pirates of the Carribean” nämlich Teil 2 und Teil 3 teilweise auf dieser tropischen Insel gedeht.


Nachdem wir uns in der Titou Gorge ausreichend erfrischt hatten, ging die Tour weiter Richtung Trafalgar Falls.

Sulphur Springs – heiße Schwefelquellen Dominica

Auf dem Weg dorthin haben wir noch einen kurzen Stopp bei den Sulphur Springs eingelegt, heißen Schwefelquellen, an denen es mal wieder “wunderbar” nach faulen Eiern gerochen hat und wo kochendes Wasser beständig aus dem Felsgestein brodelt.


Trafalgar Falls Wegweiser Dominica

An den Trafalgar Falls angekommen sind wir, nachdem wir einen kleinen Obolus entrichtet haben, einen kurzen Weg entlang gegangen bis zu einem tiefer gelegenen Aussichtspunkt.

Trafalgar Falls Hinweisschild Dominica

Auch entlang dieses Weges hab ich wieder mal die obligatorische Eidechse fotografisch eingefangen. Ich verspreche, wenn die Reise weiter geht, dann kommen auch wieder andere Tierchen vor die Linse.

Trafalgar Falls Mini-Echse Dominica

Wobei man auch hier noch interessantes Entdecken kann, was man vielleicht nicht vermutet. Denn wenn man den kleine Pfad hinuter zum Aussichtspunkt läuft, sollte man mal auf kleine Erdhöhlen achten, die sich in der Vegetation links und rechst des Pfades verstecken. Wenn man in diese etwas genauer hineinspäht, dann sind man vielleicht die Scheren von Kreben, die darin hausen. 

Krebse wie man sie sonst nur aus dem Meer kennt. Da diese aber hier in den Bergen weit weg vom Meer leben, ist es unwahrscheinlich, dass sie daher kommen. Ich nehme mal an, dass es sich um Landkrebse handelt, die ihre Eier im Sußwasser ablegen.

Witzigerweise gelten diese Krebse sogar als Delikatesse bei den Einheimischen, die aus den Schalentieren vor allem eine Supper bereiten.

Wer also mal hier zu den Trafalgar Falls kommt, sollte ruhig auch mal nach den Krebsen schauen.


Wenn man den Endpunkt des kurzen Pfades erreicht hat, dann hat man einen tollen Blick auf die beiden Wasserfälle, die sich links und rechts eines mächtigen Felsens in die Tiefe stürzen.

Trafalgar Falls Dominica

Vor den Wasserfällen erschließt sich ein Tal voller großer Gesteinsbrocken, die wohl über die Jahre mitgerissen wurden. Hier können anscheinend durch starke Regenfälle blitzartige Fliten entstehen, vor denen auf den Hinweisschildern gewart wird. Deshalb sollte auch jeder selbst entscheiden, wie nah er den Wasserfällen über die zum Teil sehr rutschigen Steine engegenklettern möchte.

Trafalgar Falls Warntafel Dominica

Natürlich kletter trotzdem immer ein paar Leute hoch. Was verboten ist, macht bekanntlich ja noch mehr Spaß. 

Trafalgar Falls im Größenvergleich Dominica

Für mich war es gut, denn so hat man gleich mal einen Größenvergleich, wenn man die kleinen Menschen hier links neben dem Wasserfall im Bild entdeckt.

Bevor wir zum Van sind, um unsere Fahrt fortzusetzen, haben wir wieder mal das einheimische Bier probiert – hier heißt es „Kubuli“

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Dominicanisches Kubuli Bier

Von den Trafalgar Falls aus ging unsere Tour wieder Richtung Küste. So wie wir uns die Serpentinen hinaufgeschlängelt hatten, so ging es jetzt wieder hinunter.

Schon bald hatten wir den Botanischen Garten erreicht, der allerdings nicht wirklich ein Punkt auf unserer Besichtigungstour war, sondern eher auf dem Weg zu unserem letzen Ziel lag, einem Aussichtspunkt über Roseau.

Schulbus unter Baobab im Botanischen Garten von Roseau Dominica

Interessant war im Botanischen Garten vor allem der mächtige Baobab Baum, der dem Hurricane zum Opter gefallen ist. Unter diesem wurde während des starken Sturms ein gelber Schulbus begraben, in dem aber glücklicherweise niemand drinnen saß. Der Bus liegt noch heute unter dem Affenbrotbaum, der sich mittlerweile wieder einen neuen Weg aus seinen Wurzeln nach oben gebahnt hat.

Morne Bruce Aussichtspunkt über Roseau Dominica

Am Ende der Tour hatten wir vom “Morne Bruce” Aussichtspunkt noch einen tollen Blick über Roseau und den Hafen, in dem die AIDA Perla festgemacht hat.

Wer noch ein wenig Hintergrundinformation zu diesem Aussichtspunkt sucht, findet das auf der folgenden Tafel, die hier oben angeschlagen ist.

Morne Bruce Infotafel Dominica

Die Tour mit unserm Fahrer “Martin” war wirklich prima und die 30 US Dollar gut angelegt.


Da wir wieder mal ein paar Postkarten auf den Weg bringen wollten, haben wir uns an einem Souvenierstand schnell welche besorgt und auf den Weg zum Postoffice von Roseau gemacht.

Illustrierte Postgeschichte Dominicas im Postoffice von Roseau

Im Postoffice gab es in einem Vorraum dieses kleine Wandgemälde, dass die Geschichte der Post auf Dominica zum Thema hat.


Holzhaus in Roseau Dominica

Bei dem kleinen Spaziergang durch die Stadt sind uns vor allem auch die alten Holzhäuser aufgefallen. 

Buntes Holzhaus “Villa Kunterbunt” in Roseau Dominica

Manche davon haben mich sehr an die „Villa Kunterbunt“ erinnert. Na ja, „Pippi Langstrumpf“ hätte mit ihren Seeräubergeschichten auch ganz gut hierher gepasst.


Morgen besuchen wir die letzte Insel der kleinen Antillen auf unserer Karibikreise – Antigua.


Bye Bye Dominica