St. Lucia

Fahrt von der Inselhauptstadt Castries über die Fischerdörfer Anse La Raye und Soufrière zu den Pitons, den beiden spitzen Vulkanbergen der Insel.

Na dann lassen wir uns mal inspirieren.

Welcome to St. Lucia

Insel auf Insel … irgendwie ist die Karibik Kreuzfahrt auch ein kleines Marathon-Programm, aber das haben wir ja auch schon vorher gewußt. Es ist ein Kennenlernen der vielen Facetten der Karibik. Die kleine Insel St. Lucia ist eine davon.


Die Insel, die seit dem 22. Februar 1979 unabhängig von Großbritannien ist, ist ca. 43 km lang und 23 km breit. Auch wenn die Insel zuletzt in britischer Hand war, so sind viele Ortsnamen noch immer französisch geprägt.

Insgesamt 14 Mal hat die Insel zwischen den Franzosen und den Briten gewechselt. Ab 1805 war die Insel dann fest unter der Herrschaft der Engländer. Noch heute is St. Lucia eine Teil des Britischen Commonwealth.


Wie auf fast allen anderen Karibikinseln finden sich viele Ausflugsangebote direkt am Ausgang des Cruise Terminals, so auch hier auf St. Lucia.

Die Tour ist schnell gefunden und 40 US Dollar für einen 4 Stunden Ausflug erscheint zunächs ok.

Freundlicherweise hat man uns aber darauf aufmerksam gemacht, dass man noch etwa 5 US Dollar zahlen muss, wenn man in den warmen Quellen baden möchte und noch weitere 3 US Dollar Eintritt am Wasserfall.

Also insgesamt knapp 50 US Dollar.

Die Tour, über die Insel, deren Bevölkerung zu 80% katholisch ist, beginnt in der Hauptstadt Caprice, in der etwa 60.000 der insgesamt 175.000 Einwohner St. Lucias leben.

Nach einer kurzen Fahrt durch die Stadt schrauben wir uns langsam die Sepentinen zum Mount Fortune hinauf.

Panoramablick auf Caprice vom Mount Fortune in St. Lucia

Vom diesem Berg, der direkt neben der Stadt etwa 800 Fuss über dem Meeresspiegel aufragt, hat man einen herrlichen Panoramablick über die Stadt und den Hafen.

Die Insel ist bergig und extrem grün – auch während der Trockenzeit, die in etwa von Februar bis July andauert.

Das meiste, das hier angebaut wird ist jedoch für den Eigenverzehr. Wichtigste Einnahmequelle des Landes ist der Tourismus.

Hauptsächliches Exportgut der Landwirtschaft sind Bananen für den britischen Markt.

00152 Banenblatt St. Lucia

Banenblatt St. Lucia

Nach einem kurzen Stopp an einer ca. 60 Hektar großen Bananenplantage haben wir unsere Fahrt fortgesetzt.


St. Lucia hat auch eine eigene Rum-Destille, verfügt aber nicht über eigenes Zuckerrohr. So wird die Melasse, die beispielsweise zum Brennen des St. Vincent „Sunset“ Rums benötigt wird aus Französisch Guayana importiert.


Bald darauf erreichen wir das kleine Fischerdorf „Anse La Raye“.

Fischerdorf Anse La Raye St. Lucia

Hier gibt es an jedem Freitag ein „Fischfestival“ mit allen Sorten von Fisch und viel Musik. Dafür wird eigens eine kleine Straße zum Hafen hin gesperrt. 

Etwas weiter die Küstenstaße entlang hat man einen guten Überblick über das Dorf und die Lagune an der es liegt.

Panoramablick Fischerdorf Anse La Raye St. Lucia

Bald darauf kann man den ersten der Pitons schon am Horizont erkennen. Doch erst etwas weiter der Straße entlang bekommt man beide Pitons ins Blickfeld.

Oberhalb der „Fishing Village“ Soufrière gibt es einen tollen Aussichtspunkt, von dem man die beiden spitzen Berge vulkanischen Ursprungs und das davor liegende Soufrière gut überschauen kann.

Panorama Aussichtspunkt Pitons St. Lucia

Perfekt für einen Fotostopp.

Nicht weit von hier befindet sich der „Sulphur Springs Park“, der auch auf unserem Programm steht heute. 

Sulphur Springs Park Hinweisschild St. Lucia
Sulphur Springs Park Preisschild St. Lucia

Aus einem erloschenen Vulkankrater steigen noch immer heiße Schwefeldämpfe auf.

Sulphur Springs Park St. Lucia

Es riecht ordentlich nach faulen Eiern und der graue Schlamm blubbert wie kochender Pudding.

Schwefelquelle Sulphur Springs Park St. Lucia

Die Magmakammer schlummert sicher in großer Tiefe unter dem Krater von dem keine Gefahr ausgehen soll, da er ja über die Öffnungen seinen Druck abbauen kann.

Es war ganz interessant zu sehen, dennoch waren es die 8,80 US Dollar nicht unbedingt wert. 

Für Menschen, die noch nie die Gelegenheit hatten, heiße Schwefelquellen zu sehen ist es viellicht interessant sich das anzuschauen, für alle anderen muss es nicht sein und man kann sich das Geld sparen.


Lustig war an diesem Ausflug aber vor allem eine Schulklasse von der Ostseite der Insel, die gerade auf einem Schulausflug war. So war wenigstens ein bisschen Stimmung an diesen doch eher tristen Ort.

Schulklasse Sulphur Springs Park St. Lucia

Ich hab dann noch ein Gruppenbild von der Klasse gemacht und später der Lehrerin geschickt.


Die Qualitàt eines solchen Insel-Ausflugs kann man ja eigentlich erst am Ende beurteilen. Aber nach dem nächsten Halt stieg schon langsam eine leichte Enttäuschung auf.

Angesagt war ein schöner Wasserfall. Leider war der „Toraille Wasserfall“ einer der touristischsten Wasserfälle, den wir bisher besucht haben in der Karibik.

Toraille Wasserfall Hinweisschild St. Lucia

3 US Dollar Eintritt, für einen unspektakulären Wasserfall, der ca. 30 Meter hinter dem Eingang, mehr oder weniger direkt an der Straße liegt.

Vor ein paar Jahren hat man hier bestimmt einfach kurz mit dem Auto angehalten und hat die wenigen Meter unentgeltlich zurückgelegt.

Toraille Wasserfall St. Lucia

Vor dem Wasserfall, der zudem zum Teil mit Maschendraht eingezäunt war, standen die Leute Schlange, um ein Foto im Pool vor dem Wasserfall zu machen, der hier auf dem Bild sogar noch eingermaßen “toll” aussieht – in Wahrheit ist er absolut unspektakulär.

Der Pool, der ursprünglich wohl natürlich entstanden ist, hat am Rand des Einstiegs auch noch eine hässlichen Einfassung aus Sandsäcken.

Also auch diesen Stopp hätte man sich sparen können. Statt eines Wasserfalls, war das eher ein „Reinfall“!

Letzter Punkt auf dem Ausflugsplan war die malerische Bucht von Marigot. Leider halten wir hier nur an einem Aussichtspunkt und haben keine Gelegenheit, direkt zur Bucht zu kommen.

Marigot Bay St. Lucia

Von hier oben kann man schon die Besonderheit dieser geschützten Lagune erkennen, ein Ort, an den man auf jeden Fall nochmal zurückkehren könnte bei einem längeren Aufendhalt auf St. Lucia.

Man sagt Marigot Bay wäre sogar während der Hurricane Saison ein sicherer Hafen. 

Leute vom Schiff, die dort einen Badestopp gemacht haben, meinten allerdings, dass es sehr voll war und der Strand eigentlich viel zu klein ist für so viele Leute.


Insgesamt kann man sagen, dass sich die Tour nicht gelohnt hat. Wir waren fast nur auf der Straße unterwegs und die Stopps waren wenig beeindruckend.

Aber sehen wir es positiv! Jetzt habe wir wenigstens einen Eindruck bekommen von der Insel und wissen, wo man NICHT unbedingt hin muss und was man sich für einen nächsten Besuch aufsparen darf.

Fazit für Kreuzfahrer: Die Insel ist zwar nicht sonderlich groß, aber da sie sehr bergig ist, dauern auch die Fahrten über die Insel entsprechend lange. 

Man sollte eine Tour sehr früh starten und sich für eine Tagestour von mindestens 6 Stunden entscheiden, um auch an den Orten die man besucht länger verweilen zu können. Idealerweise mit einen schönen Aufendhalt in der malerischen Marigot Bay.


Unsere Freunde Ruben und Giuseppe hatten übrigens folgenden Vorschlag bezüglich eines Inselausfluges:

Eine Tour zu den „Deux Pitons“, den 2 Vulkanbergen buchen inklusive eines Stops am Jalousy Beach, einem Strand, der genau zwischen den beiden Pitons liegt. 

Damit kann man auch sicher sein, diesen beiden Inselhighlights sehr nah zu kommen und sie nicht nur aus der Ferne zu sehen. Anschließend noch ein Stop bzw. Bootsausflug zur Marigot Bay, auf dem man auch an Orten vorbei kommt, an denen Szenen des Films „Fluch der Karibik“ gedreht wurden.

Mehr als 50 US Dollar sollte der Trip nicht kosten. Eventuell kommt für den Bootsausflug noch etwas drauf.

Wenn man einen solchen Ausflug auf eigene Faust plant, dann könnte ein Abstecher während der Tour zum “Jade Mountain Hotel” ebenfalls lohnen.

Das Jade Mountain Resort ist ein Hotel am Hang einen Berges von dem aus man einen atemberaubenden Blick auf die Pitons hat. Hier gibt es wunderschöne Infinity Pools, bei denen der Rand des Pools mit dem Horizont verschmilzt und in deren Wasser sich die Berge spiegeln.


Wieder in der Hauptstadt Caprice angekommen haben wir noch einen kurzen Ausflug in die Stadt unternommen und dabei schnell noch ein paar Postkarten auf den Weg gebracht.

Postkarte St. Lucia

Nach St. Lucia würde ich durchaus nochmal reisen, um etwas mehr von der Insel zu sehen.


Morgen sind wir in St. Vincent.


PS: Was wir auch erst zu einem späteren Zeitpunkt von mitreisenden Gästen erfahren haben ist, dass sie auf St. Lucia ausgeraubt wurden – und das sogar mit vorgehaltener Pistole. Einer der beiden Gäste wollte zu einem etwas höher gelegenen Aussichtspunkt und ist dabei überfallen worden. Kamera, Smartphone und Geld weg!

Also immer schön aufpassen und am besten nie alleine auf irgendwelche Erkundungstouren gehen. Auch wenn die Karibik ein eher etwas teureres Pflaster ist, der Reichtum kommt in den wenigsten Fällen auch unten an und es gibt noch immer sehr viel Armut hier unter der Bevölkerung der Karibischen Inseln.