Blue Curaçao

Ankunft in Willemstad Curaçao. Inselrundfahrt mit Schildkröten, Schweinen und Flamingos.

Noch bevor wir heute wach geworden sind, hatte das Schiff bereits am Pier von Willemstad, der Hauptstadt von Curaçao angelegt.

AIDAperla in Curaçao

Zum Frühstück gab es wieder unser obligatorisches Rührei mit Lachs und dazu einen Kaffee. Heute mussten wir uns etwas beeilen, denn wir hatten uns mit unseren Freunden aus Frankfurt zu einem gemeinsamen Landausflug verabredet.

Der Plan war eigentlich, mit einem Taxi gemeinsam zum Strand von Porto Mari zu fahren, von dem man sagt, dass es hier ähnlich wie auf Big Major Cay auf den Bahamas “schwimmende Schweine” gibt.

Curaçao Map

Am Pier haben wir uns dann nach den Taxipreisen erkundet. Circa 60 Euro sollte die Fahrt „one way“ kosten. Geteilt durch 4 wäre das ja ganz akzeptabel, aber wir würden dabei auch nur einen Platz auf der Insel kennenlernen.

Also haben wir noch ein bisschen weiter geschaut bei den Ausflugs-Ständen am Pier, wo örtliche Reiseagenturen ihre Touren anbieten.

Relativ schnell haben wir dabei eine Tour gefunden, die uns bis zum nordwestlichsten Zipfel der Insel Curaçao bringt und bei der wir mehr als nur einen Strand kennenlernen können.

Die Tour kostet zwar stolze 50 Dollar pro Person, aber dafür sind wir auch fast den ganzen Tag unterwegs.

Irgendwie hat uns die freundliche und gelassene Art unserer Fremdenführerin „Laika“ gleich eingenommen. Und so haben wir den Trip gebucht – eine gute Entscheidung!

Laika von Curacçao Royalty VIP Tours

Laika, deren voller Name Zilaichka Siele lautet, und die bei „Curaçao Royalty VIP Tours“ als Guide und Taxifahrer arbeitet, spricht mindestens 4 Sprachen. Darunter Englisch, Spanisch, Niederländisch und Papiamentu.

Papiamentu ist laut Wikipedia eine Kreolsprache mit circa 263.000 Sprechern, die in der Karibik auf den ABC-Inseln sowie auf Sint Eustatius und Saba gesprochen wird.

Die Tour beginnt jedenfalls hier in der Hauptstadt Willemstad und führt dann durch den westlichen Teil der Insel, hin zu den schönsten Stränden von Curaçao.

Los geht`s!

Mit Laikas Taxi-Van, das unserer Vierer-Gruppe und noch 2 weiteren Gästen mehr als ausreichend Platz bot, sind wir also zuerst zu einer kleinen Stadtrundfahrt durch Willemstad aufgebrochen.

Taxischild Curaçao

Laika hatte einige Geschichten auf Lager, von denen ich nachher noch berichten werde, wenn wir ein bisschen durch Willemstad bummeln.

Die Fahrt in den Westen der Insel war jedenfalls sehr kurzweilig, da Laika so viel Interessantes zu erzählen hatte.

Unser erstes Ziel war der „Schildkrötenstrand“ von Playa Piskado, der schon fast am Westpoint von Curaçao liegt. Die Besonderheit dieses Strandes sind auch tatsächlich die Grünen Meeresschildkröten, die von den Einheimischen hier mit Fischresten gefüttert werden, was die jungen Meeresschildkröten häufig an den Pier lockt.

Playa Piskado Curaçao

Als wir nach ca. 45 Minuten Fahrt hier am Playa Piskado angekommen und ins Wasser sind, konnte man die wunderschönen Meerestiere jedenfalls gleich ausmachen. 

Meeresschildkröte Playa Piskado Curaçao

Neben einem Schild, das auf die Verhaltensregeln am Strand hinweist, befindet sich auch eine Infotafel mit Erläuterungen zu den Schildkröten.

Hinweistafel Playa Piskado Curaçao
Verhaltensregeln Playa Piskado

Neben den Schildkröten gab es natürlich auch noch viel mehr an Unterwasser-Fauna zu sehen. Man musste nur ein wenig an den Felsen entlang schwimmen, die den Strand an seiner rechten Seite begrenzen.

Hier ein paar kleine Einblicke in die Unterwasserwelt am Playa Piskado auf Curaçao.

Bevor wir dann zum nächsten Strand aufgebrochen sind, hatte sich mir dieser, ebenfalls von den Fischresten angezogene Pelikan noch vor die Kameralinse geschoben. Wie es aussah, war er wohl nicht zum ersten mal da und an die Menschen gewöhnt.

Pelikan am Playa Piskado Curaçao

Nach einer kurzen Fahrt haben wir dann den wunderschönen Strand „Playa Kenepa Grandi“ erreicht.

Playa Kenepa Grandi Curaçao

Von einem Aussichtspunkt, der auf dem Weg vom Parkplatz zum Strand liegt, hat meinen einen tollen Überblick über die gesamte Bucht.

Panoramablick Playa Kenepa Grandi Curaçao

Den schönen Hintergrund haben wir dann auch gleich mal genutzt, um ein gemeinsames Foto zu machen mit Ruben und Giuseppe, unseren Freunden aus Frankfurt, die wir auf dem Schiff getroffen haben und mit denen wir den ein oder anderen Ausflug unternehmen.

Hans-Peter – Peter – Ruben – Giuseppe am Playa Kenepa Grandi Curaçao.

Von hier aus sind es nur noch ein paar Stufen runter zum Strand, mit seinem feinen Sand und türkisblauen klaren Wasser.

Baden im klaren Wasser am Playa Kenepa Grandi Curaçao.

An manchen Stellen kann man hier auch von den Felsen ins Wasser springen. Ruben und Guiseppe haben das auch mal ausprobiert. Ich habe da immer viel zu viel Respekt vor und Bammel, irgendwo auf einem Unterwasserfelsen zu landen.

Was man hier übrigens auch nicht machen sollte, ist von den kleinen Früchten zu essen, die hier am Aussichtspunkt auf einem großen Baum wachsen. Aber das Hinweisschild ist ja auch nicht zu übersehen.

Hinweisschild auf die giftigen „Manzanilla Fruits“ Curaçao

Nach einem schönen Aufenthalt hier an den Playa Kenepa Grandi, haben wir die Fahrt Richtung „Playa Porto Mari“ fortgesetzt.

Unterwegs hat uns Laika noch zu einem Aussichtspunkt gefahren, von dem man einen schönen Panoramablick über einen Teil der Insel hat.

Panorama Lagunenlandschaft Curaçao

Während wir die Aussicht genießen, wärmen sich die kleinen Eidechsen hier auf den Felsen ihre Bäuchlein.

Eidechse Curaçao

Bald darauf waren wir am Playa Porto Mari, von dem man sagt, dass hier ab und an auch die Schweine ins Salzwasser gehen – was sie allerdings wohl hauptsächlich dann machen, wenn sie gefüttert werden – was wiederum verboten ist.

Strandschild Playa Porto Mari auf Curaçao

Wie dem auch sei, bei unserer Ankunft haben wir jedenfalls nur ein Schweinchen dick und faul am Wegesrand in einer Wasserpfütze stehen sehen.

Wegweiser Playa Porto Mari

Wie man sieht, gibt es hier viele Möglichkeiten seine Zeit zu verbringen. Tauchen, Massage, Kayak fahren … wir wollten eigentlich nur an den Strand.

Hier gehts zum Beach

Unten am Strand angekommen, hat sich der Himmel dann aber auf einmal bedrohlich verdunkelt und wir haben mit unseren Sachen lieber mal Schutz gesucht in der kleinen angrenzenden Beach-Bar.

Keine Sekunde zu früh, denn schon eine Minute später hat ein sintflutartiger Regenschauer sämtlichen Staub und Sand der Straße mit einem Sturzbach ins Meer gespühlt. 

Das türkisblaue Wasser hat sich schlagartig braun gefärbt und das „Wasserschwein“ dann auch nicht lange auf sich warten lassen.

Schwein am Playa Porto Mari auf Curaçao

Auch wenn es hier also tatsächlich ein paar Schweinchen am Strand gibt, so hatten die Menschen, die hier für die Sauberkeit zuständig sind, immerhin eine schöne Idee, wie man den Strand davor bewahren kann wie ein Saustall auszusehen.

Mitnehm-Aschenbecher aus alten Getränkedosen am Playa Porto Mari auf Curaçao

Alte Cola- und Bierdosen ohne Deckel werden in einem Multi-Getränkedosenhalter als Aschenbecher für den Strand angeboten. Dose mit zum Strand nehmen, Asche rein, vor dem Gehen im Mülleimer ausleeren und hier wieder abstellen.

Ashtray for the day – eine saugute Erfindung am Playa Porto Mari!

Obwohl der Regen genauso schnell wieder aufgehörte, wie er begonnen hatte, schien sich das mit dem türkisblauen Wasser nunmehr erledigt zu haben. Wir beschlossen daher, diesen schönen Strand schon etwas früher zu verlassen und uns auf den Weg zu den Flamingos zu begeben, die ebenfalls ein Ziel unserer Tagestour waren. 

Flamingos Jan Kok Saltflats Curaçao

Laika hat uns dafür zu den „Jan Kok Saltflats“ gebraucht, wo wir Flamingos aus der Ferne betrachten konnten. Da die rosanen Stelzvögel doch in ziemlicher Entfernung durch das Wasser wanderten, war ich froh, sie etwas heranzoomen zu können.

Flamingos finden sich hier auf den ABC Inseln an vielen verschiedenen Stellen. Meist kann man sie eben nur aus der Ferne betrachten. Aber auf Aruba gibt es auch die Möglichkeit ihnen ganz nahe zu kommen. Darüber berichte ich, wenn wir auf der Insel sind.

Oldtimer am Wegesrand in Curaçao

Zum Abschluß unserer Tour stand für uns noch die Hauptstadt Willemstad auf dem Programm.

Diese von den Holländern geprägte pittoreske Stadt erinnert mit seiner am Wasser gelegenen Häuserfront ein wenig an die bunten Häuser von Kopenhagen. 

Häuserfront in Willemstad auf Curaçao

Wahrzeichen der Stadt ist jedoch die interessante alte Pontonbrücke „Königin-Emma-Brücke“, die die Einheimischen liebevoll einfach „Emma“ nennen.

Das Besondere an dieser schwimmenden Brücke aus dem Jahr 1886 ist, dass man sie zum Öffnen komplett aufschwenken kann.

Schwimmbrücke “Emma” in Willemstad auf Curaçao

Dabei erklingt dann ein Signalton, der einem sagt, dass man die Brücke nun entweder schnell verlassen sollte, oder – wenn erst einmal geöffnet – auf ihr ausharren muß, bis sie wieder geschlossen ist.


Laika meinte, wenn man noch nie das Gefühl verspürt hat, wie es ist betrunken zu sein, dann solle man einfach mal über diese Brücke laufen.


Wenn nur ein kleines Boot kommt, dann ist die Brücke innerhalb von 10 Minuten geöffnet und auch wieder geschlossen. Aber es kann auch sein, dass man mal bis zu einer Stunde auf der Brücke gefangen ist, meinte Lanka. Dies sei ihr selbst auch schon mal passiert.

Über diese Brücke erreicht man jedenfalls die schöne Altstadt mit den tollen Kolonialhäusern im Stadtteil „Punda“.

Auf der anderen Seite in Punda angekommen kann man links die schöne alte Häuserzeile von Willemstad bestaunen.

Haus in Willemstad auf Curaçao

Wenn man nach rechts geht, kommt man zum alten Fort Amsterdam, das in seinem Innenhof eine kleine Besonderheit verbirgt.

In dem Fort, das die größte Festung auf den ABC Inseln ist und zudem die bedeutendste auf der Insel Curaçao, befindet sich heute das Inselparlament und das Ministerium, ein Museum und zudem eine Kirche, bei der es sich lohnt mal genauer auf die Fassade zu schauen.

“Fortkerk” Willemstad Curaçao

Auf den ersten Blick kann man an der Fassade, der so genannten „Fortkerk“, nichts Besonderes erkennen. Doch Laika meinte wir sollten mal ganz genau oben links an die Wand schauen. Dort kann man ein braunschwarzes Objekt ausmachen, welches leicht aus der Mauer herausragt.

Es handelt sich dabei um eine Kanonenkugel, die noch heute hier im Mauerwerk steckt. Sie stammt aus dem 26 Tage andauernden Beschuss im Jahre 1804, als der legendäre Kapitän Bligh versucht hat Willemstad zu erobern.

Kapitän Bligh wurde berühmt durch die „Meuterei auf der Bounty“.

Beim Heranzoomen kann man die Kanonenkugel noch gut erkennen.

Kanonenkugel in der Fassade der Fortkerk Willemstad Curaçao

Eine weitere Kuriosität gibt es auch zum alten Plaza Hotel hier direkt am Fort Amsterdam. Dieses Hotel liegt sehr nah am Hafeneingang und man sagt, es sei das einzige Hotel, dass eine Versicherung gegen Schiffskollisionen besitze.

Altes Plaza Hotel Willemstad Curaçao

Nach der Besichtigung der Fortkerk sind wir noch ein bisschen durch die Stadt geschlendert, vorbei an all den schönen Gebäuden die eigentlich zum längeren Verweilen einladen.

Arcade in Willemstad Curaçao

Aber da wir ja zeitig wieder auf dem Schiff sein mussten, haben wir uns lediglich noch ein original „Brion“ Curaçao Bierchen gegönnt, bevor wir uns auf den Rückweg gemacht haben.

Local Beer „Brion“ Curaçao

Curaçao hat einen gewissen Charme und vor allem noch mehr lohnenswerte Orte zu besichtigen. Ich würde gern nochmal hierher kommen.