Endlich geht’s los

Flug von Frankfurt nach La Romana, Dominikanische Republik.

Rollfeld Frankfurt am Main

Jetzt ist es endlich so weit. Nach Wochen der Vorbereitung sitze ich mit Hans-Peter im Flieger von Frankfurt nach La Romana, um meine Reise, die mich in einem Jahr einmal um den Globus bringen wird, zu starten.

Hans-Peter und Peter

Der Condorflug DE 3844 ging relativ pünktlich raus und schon die Zeit am Airport verging wie im Fluge. Mümtaz, ein sehr guter Freund, Nachbar und zudem Inhaber meiner Lieblingsbar in Frankfurt, der „barhundert“, hat uns heute Früh zum Flughafen gefahren, obwohl auch er nur eine kurze Nacht hatte. Danke nochmal Mümtaz!

Mit Hans-Peter werde ich jedenfalls die ersten 2 Wochen meiner Reise auf einer AIDA Kreuzfahrt in der Karibik verbringen. So lernen wir auch diese Region der Erde mal kennen und können uns einen Überblick verschaffen, wo es sich lohnt, nochmal zu einem späteren Zeitpunkt hinzureisen und mehr Zeit zu verbringen.

Auch wenn ich nicht erst seit gestern wusste, daß heute Früh Abflug sein würde, so war es zum Schluß dann doch wieder hektisch und eng. Ich plane meine Reisen zwar immer sehr akribisch im Voraus, aber ich habe es tatsächlich noch nie geschafft mein Gepäck schon 1-2 Tage vorher fertigzupacken.

Eigentlich brauche ich nach dem ersten Packen immer noch ein bisschen Bedenkzeit, um genau die Gegenstände wieder auszusortieren, die ich zu viel eingepackt habe. Leider hatte ich dazu keine Zeit mehr heute Morgen und ich denk ich schleppe wieder mal zu viel Gewicht mit mir herum, auch wenn ich auf dieser langen Reise schon das ein oder andere brauchen werde.


Hans-Peter meinte sich an ein Zitat zu erinnern, das da lautet: „Das Gepäck ist der Feind des Reisenden!“ Wer auch immer das gesagt hat, er hat recht!


Auf die Kleidung bezogen, habe ich nur das absolute Minimum dabei. Was das Gepäck so schwer macht sind meine ganzen Ausrüstungsgegenstände, mit denen ich mich für und gegen alle möglichen Eventualitäten wappne. Am Ende kommt beim Erstehilfeset inklusive Desinfektionsspray auch ein gutes Kilo zusammen. Moskitomittel, Sonnenschutz und Kontaktlinsenflüssigkeit wiegen auch einiges und da der Reiseschwerpunkt ja auf der Inselwelt der Südsee liegt, brauchte ich zumindest ein Minimum an Tauch- und Schnorchelausrüstung.

So summiert sich Kilo um Kilo. Und da ich meine Reisen ja immer gern auch bildlich festhalte, trägt das Kamera-Equipment, das ich zum ersten Mal auch um eine kleine Dji Mavic Air Drohne erweitert habe, zum Gesamtgewicht bei. Macbook und iPad inklusive aller Ladekabel und Steckeradapter geben der Waage dann noch den Rest. 

Schon jetzt habe ich Hans-Peter angedroht, dass er noch ein paar Kilo wieder mit zurück nach Deutschland nehmen müsse, wenn er nach unserer zweiwöchigen Kreuzfahrt, mit der meine Weltreise beginnt, wieder in die Heimat fliegt. Was das genau sein wird, dass muss ich noch entscheiden, zum Glück hat er noch etwas Luft in seinem Koffer.


Mach es Pit!

Wenn man mich jetzt jemand fragen würde, wie es sich anfühlt, auf eine so große und lange Reise zu gehen, dann müsste ich ehrlich antworten, dass es sich zumindest im Moment auch nicht anders anfühlt, als bei meinen ganzen anderen Reisen. Wahrscheinlich brauche ich noch ein bisschen, um das wirklich zu realisieren.

Zu sehr begleiten mich noch die Eindrücke der letzten Tage, die mich noch in der Welt zuhause gefangen halten. Herzliche Verabschiedungen von wirklich lieben Menschen aus meinem Arbeitsumfeld und vor allem aus meinen wirklich tollen Freundes- und Bekanntenkreis.


Man kann sich wirklich glücklich schätzen, wenn man wenn man so eine große und besondere „Familie“ hat. Es sind die Freunde, die dich reicher machen als alles Geld der Welt.


Meine Freunde waren es auch, die mich aufgefangen haben, als meine liebe Mama im Februar 2018 so plötzlich und unerwartet von uns gegangen ist. Eine tolle Frau, die das Leben geliebt hat und mit der ich viele wunderbare Reisen unternehmen durfte. Selbst im hohen Alter war sie mir ein prima Weggefährte. Und alles was ich habe, tue oder bin, habe ich ihr zu verdanken – eben auch die Lust am Reisen.


Die beste Mama der Welt

Nach Mamas Tod bin ich erstmal in ein Loch gefallen. Glücklicherweise hat mein liebe Schwester mir sehr viel abgenommen und damit aber auch sehr viel auf sich genommen. Sie weiß gar nicht, wie dankbar ich ihr bin, denn ohne sie hätte ich das gar nicht durchgestanden.

Es hat lange gebraucht, bis ich wieder zu mir gefunden habe und dabei diese innere Stimme vernommen habe, die zu mir gesprochen hat, wie es auch meine Mutter immer getan hat, wenn ich mal wieder eine ausgefallene Idee hatte:


„Mach es Pit – wenn ich es gekonnt hätte, ich hätte es auch gemacht!“


Deshalb habe ich beschlossen drei meiner Lebensträume in die Tat umzusetzen und sie nicht länger aufzuschieben.

Ich hatte mir schon immer gewünscht, mal ein ganzes Jahr Zeit zum Reisen zu haben.

Ich hatte mir gewünscht, einmal um den ganzen Globus zu reisen.

Und ich hatte mir gewünscht endlich mal die Südsee mit ihren unzähligen Inselwelten zu bereisen. Eine Region dieses Planeten, wo ich regelmäßig Tränen in den Augen hatte, wenn ich Bücher oder Reportagen dazu angeschaut habe. Einfach Fernweh pur!


Ich hab dann als erstes meinem Schwesterchen erzählt, was ich für mein Seelenheil brauchen würde. Und auch wenn sie der Gedanke, mich ein Jahr nicht sehen zu können sehr traurig gestimmt hat, so kennt sie mich doch sehr gut und weiß, wie wichtig mir das Reisen und Erkunden ferner Länder und Kulturen ist.

Nachdem sie mir grünes Licht gegeben hat, vor allem auch was die Finanzierung anbelangt, habe ich alles notwendige in die Wege geleitet diese Reise in Tat umzusetzen.

Dabei hat sich irgendwie von Anfang an alles so reibungslos ineinander gefügt, dass es sich absolut richtig anfühlt, genau jetzt diese lang ersehnte Reise zu unternehmen. 

Angefangen von einer super Reiseplanung für den gesamten Südseebereich, bei dem mich eine Münchner Reiseagentur unterstützt hat, die der absolute Südsee-Spezialist ist, bis dahin, das mein lieber Freund Jonas zusammen mit seiner Partnerin Johanna für die Dauer meiner Reise meine Frankfurter Wohnung übernimmt.

Alles ist so, wie es sein soll. Und alles ist Gut!

Danke liebes Schwesterchen!

Die Zeit vergeht wie im Flug

Es gibt ja den schönen Spruch: „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben!“ Daß das stimmt weiß jeder, aber daß mein erstes tolles Erlebnis schon gleich auf dem Flug passiert, damit hätte ich nicht gerechnet.

Als ich zwischendrin Lust auf einen Kaffee hatte, bin ich schnell nach hinten in die Flugzeug-Gally, da der nächste Service noch etwas dauern würde.

Dabei kam ich mit einem sehr netten Flugbegleiter ins Gespräch der dort gerade zugange war. Und irgendwie kamen wir dabei dann auch darauf, dass der Vater meines Patenjungen Pilot bei der Condor ist.

Nachdem ich ihm den Namen gesagt habe, kam ganz spontan, „Ich glaube, den kenn ich. Der war mit einem kleinen blonden Jungen auf einem Flug. Der Junge hat sich wärend des Fluges nützlich gemacht und sogar den Müll eingesammelt. Ich kann mich noch gut an den Kleinen erinnern.“

Ja, das war dann wohl Niklas, mein kleiner Sonnenschein, der mit seiner Lebensenergie die Menschen in seinem Umfeld schnell einzunehmen vermag.


Mit einem Tee für mich, einem Kaffee für Hans-Peter und einem Lächeln im Gesicht habe ich mich dann wieder zurück zu unserem Platz begeben und Hans-Peter von dem “Zufall” erzählt.

Ungefähr 10 Minuten später haben wir beide dann nicht schlecht gestaunt, als plötzlich die liebe Stewardess von vorn aus der Gally kam und ein Tablett mit 2 Gläschen Champagner und 2 leckeren Törtchen aus der Business Class zu uns in die Eco kam und meinte, sie habe gehört, es sei ein „Angehöriger“ an Bord und dies sei eine kleine Aufmerksamkeit der Crew.

Champagner Empfang

Wow! Ich bin wirklich zu Tränen gerührt. 


Kurz darauf kam dann der nette Flugbegleiter nochmal an unseren Platz und hält mir sein Handy hin … und wen seh ich darauf, den kleinen Niklas, auf dem besagten Flug, wie er grad mit einer Stewardess schäkert.

Da sitze ich viele tausend Meter über der Erde in einem Flugzeug von Frankfurt in die Karibik, und mein Patenjunge Niklas beschert mir einen Champagner Empfang und wünscht mir damit Glück für meine lange Reise.

Danke mein lieber Niklas!

Frankfurt am Main